Sonntag, 30. Januar 2011

Herman Melville, Nathaniel Hawthorne und Nantucket

Herman Melville und seine bedeutender Roman Moby Dick interessieren mich sehr, weil er viele Details zur Geschichte des Walfangs, den Methoden des Walfangs und außerdem nachdenkenswerte Ansichten enthält. Seinen Roman hat Melville dem mit ihm befreundeten Schriftsteller Nathaniel Hawthorne gewidmet.
Wer war dieser Schriftsteller ? Nathaniel Hawthorne (1804 - 1864), gebürtig aus Salem in Massachusetts, einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Romantik, befreundet mit dem Dichter Henry Wadsworth Longfellow und dem späteren Präsidenten Pierce, für den er eine Wahlkampfbiographie schrieb und der ihm einen Posten als amerikanischer Konsul in Liverpool verschafte, verheiratet mit der Malerin Sophia Peabody, mit der er drei Kinder hatte, zunächst als Journalist tätig, verdiente seinen Unterhalt als Berufsschriftsteller. Nur Washington Irving und James Fenimore Cooper war das vorher gelungen.
Was hat Nantucket mit Herman Melville und seinem Roman Moby Dick zu tun? Der Walfänger Pequod hatte Nantucket als Heimathafen. Ihr Kapitän, der einbeinige Ahab, stammte aus Nantucket. Was ist Nantucket? Die etwa 125 Quadratkilometer große Insel Nantucket in Massachusetts, südlich von Cape Cod und östlich von Martha`s Vineyard vor der Nordost - Küste der Vereinigten Staaten gelegen, war zusammen mit der gleichnamigen Stadt durch den von dort im 18. Jahrhundert ausgehenden Walfang bekannt. Bereits um 1690 begann mit kleinen Booten in Küstennähe die Jagd auf Wale. Nach der Entdeckung von Walrat im Kopf von Pottwalen dehnte sich die Waljagd ab 1715 auf den Hochseebereich aus. Die auf Pottwale spezialisierte Fangweise der Nantuckter Walfänger führte gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Nordantlantik um Kap Hoorn herum in zwei- bis vierjähriger Fahrt in den Pazifik bis vor die japanische Küste. Der Handel mit Tran und Walrat sowie der Bau und Unterhalt der Walfangschiffe dominierte die Wirtschaft der Insel, so dass Nantucket bis 1830 die "Walfang - Hauptstadt" der Welt war. Mit dem Fund von Erdöl ging der Absatz von Waltran als Schmiermittel und Lampenbrennstoff ab 1830 zurück und leitete den wirtschaftlichen Niedergang ein. Die leergejagten Meere verursachten längere Fangreisen, so dass sich der Niedergang beschleunigte. Wegen der "Nantucket - Untiefen" wichen die größer werdenden Fangschiffe ins benachbarte New Bedford und Salem aus. Nicht nur Herman Melville, sondern auch Edgar Allen Poe thematisert in seinem 1839 erschienen Roman "Der Bericht des Arthur Gordon Pym aus Nantucket" den Walfang.

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