Wie ich es bisher immer getan habe, setze ich meinen Abriss der argentinischen Geschichte fort.
Einwanderung und Wirtschaftsboom
Zwischen 1880 und 1912 wanderten vor allem Italiener und Spanier nach Argentinien ein, wo sie sich in den Städten und in so genannten "Kolonien" auf dem Land ansiedelten. Diese Zeit war eine Scheindemokratie; denn die Regierung Julio Argentino Roca und die nachfolgenden Regierungen standen unter großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Ein ausgeklügeltes Wahlbetrugs - System durch die Regierungspartei Partido Autonomista Nacional, die von 1874 bis 1916 ununterbrochen regierte, enthielt dem Gros der Bevölkerung die politischen Rechte und den Einwanderern das Stimmrecht vor.
Ab 1893 nahmen Grenzprobleme mit Chile zu, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Seit dem Salpeterkrieg besetzte Chile diese Gegend. Zwischen Argentinien und Chile entstand ein Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. schlichtete 1902 den Grenzstreit, indem Patagonien und Feuerland neu aufgeteilt wurden.
1912 führte der Präsident und Leiter des liberalen Flügels der PAN, Roque Sàenz Pena, das allgemeine Wahlrecht ein. Als Folge wechselte 1916 die Macht an die aus der bürgerlichen Protestbewegung hervorgegangene Uniòn Civica Radical. Diese Partei regierte bis 1930, bis ein Militärputsch durch Einführung eines konservativen Systems ihre Regierung beendete. Die dreißiger Jahre galten als dècada infame, in dem eine Scheindemokratie mit Wahlbetrug herrschte.
Der besseren Lesbarkeit wegen lasse ich an dieser Stelle meinen Abriss enden und setze ihn morgen mit dem Abschnitt Peronismus fort.
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