Nachdem ich gestern das Kapitel Einwanderung und Wirtschaftsboom geschrieben habe, setze ich den Abriss der Geschichte Argentiniens mit einem weiteren Kapitel fort.
Peronismus
In der ersten Hälfte der vierziger Jahre manövrierte sich der junge Offizier Juan Domingo Peròn geschickt an die Macht. Zunächst unter dem Militärregime Ramirez Minister für Arbeit avancierte er wegen seiner weit reichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volkshelden der Arbeiterklasse, so dass nach seinem Sturz im Juli 1945 Massendemonstrationen seine Rückkehr erzwangen. 1946 erfolgte seine Wahl zum Präsidenten.
Nachdem Argentinien, im Zweiten Weltkrieg offiziell neutral, zunächst mit den Achsenmächten sympathisiert hatte, unterstützte es gegen Kriegsende die Alliierten. Während des Krieges flohen viele aus Europa nach Argentinien. Nach dem Kriege tauchten zahlreiche Nationalsozialisten und Faschisten in Argentinien wie in anderen Staaten Lateinamerikas unter. Zu den prominentesten nationalsozialistischen Kriegsverbrechern gehörten Adolf Eichmann, den der Mossad 1960 aus Argentinien entführte und den ein israelisches Gericht zum Tode verurteilte, Josef Mengele und Walter Rauff. Schlüsselfirmen verschoben hohe Vermögenswerte der Nationalsozialisten nach Argentinien.
Peròn sympathisierte mit faschistischem Gedankengut und wollte durch Zugeständnisse an die Arbeiter den Kommunismus abwehren. In seiner ersten Regierungszeit vertiefte er die Industrialisierung des Landes, die nach der Wirtschaftskrise 1930 begonnen hatte, und setzte eine Importsubstitutionspolitik durch. Die forcierte Industrialisierung und die aktive Sozialpolitik erzeugte ein nie gekanntes und bis heute nicht wieder erreichtes Wohlstandsniveau für die Massen, die das zunehmend autoritär werdende Regime unterstützten. Es entstand jedoch auch steigende Inflation und Staatsverschuldung. In der Amtszeit Peròns brachen wirtschaftliche Schwierigkeiten und Konflikte mit der mächtigen katholischen Kirche aus.
Ein Putsch beendete 1955 die Herrschafts Peròns, so dass er ins Exil floh.
An dieser Stelle endet das Kapitel Peronismus. Den Abriss der Geschichte Argentiniens setze ich morgen mit dem Kapitel Instabilität und Diktaturen fort.
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