Samstag, 5. Februar 2011

Tagebuch vom 05.02.11

Heute habe ich mir eine DVD über den 09.11.89 angesehen, den Tag, an dem die Mauer zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik gefallen ist. An das Ereignis selbst kann ich mich nicht mehr so gut erinnern, weil im Sommer dieses Jahres mein in Zagreb lebender Schwiegervater vor seinem Haus von einem Auto überfahren wurde und meine inzwischen verstorbene Frau und ich meine Schwiegermutter nach Düsseldorf holen mußten. Im Herbst hat sie einen Selbstmordversuch unternommen, so dass sie in eine Tagesklinik gekommen ist, wo sie auch nachts bleiben konnte. Denn meine Frau arbeitete zu dieser Zeit in Saarbrücken, so dass wir eine Wochenendehe führten. Wegen dieser Sorgen traten aktuelle Ereignosse in den Hintergrund. Erst später, nachdem meine Schwiegermutter wieder nach Zagreb zurückkehren konnte und meine Frau in Mettmann eine eigene Praxis eröffnet hat, hatte ich Zeit, mich mit dem Untergang der Deutschen Demokratischen Republik zu beschäftigen.
Diese Beschäftigung war für mich auch von beruflichem Interesse, weil ich als erster eine Kammer für kriegsdienstverweigerung in der früheren Deutschen Demokratischen Republik geleitet habe. Mein Dienstsitz war in Strausberg, dem früheren Verteidigungsministerium, wo ich mehrere Monate untergebracht war. Es war eine interessante Zeit, weil ich viel nach Berlin fahren konnte und sehen konnte, wie sich das Land veränderte. Fielen Leuten fiel es schwer, sich an die geänderten Lebensumstäbde anzupassen. Es bedurfte sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen, um auf die Leute einzugehen. Ich wollte mich nicht nach Strausberg versetzen lassen, weil ich nicht wieder eine Wochenendehe führen wollte.
Wie es in Ägypten weiter gehen soll, ist von Deutschland aus fast nicht zu beurteilen. Wer die Armee und den Geheimdienst kontrolliert, ist nicht feststellbar. Ob eine ausländische Macht, vor allem die Vereinigten Staaten, dazu in der Lage ist, bleibt abzuwarten. Die Erfahrungen im Irak und in Afghanistan stimmen skeptisch.
Ich beende meinen Tagebucheintrag, um Musik zu hören und ein Glas italienischen Rotwein zu trinken.

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