Freitag, 25. März 2011

Nachtgedanken

Auch wenn ich noch nicht zu Bett gehe, mache ich mir schon einmal meine Nachtgedanken. Gestern hatte ich zu Tod und Abschied bei Sterben geschrieben. Wie nicht anders zu erwarten war, ist die Reaktion gering ausgefallen. Es ist der Beweis dafür, dass die meisten Menschen dieses Thema gerne verdrängen. Wenn dann ein naher Angehöriger oder Mutter, Vater oder Ehefrau stirbt, ist die Betroffenheit und die Sprachlosigkeit groß. Dabei ist der Tod heute wie früher ein Bestandteil des Lebens. In einem Kirchenlied heißt es : "Wir sind nur Gast auf Erden." Diese Zeile sollte sich jeder in einer besinnlichen Stunde ins Gedächtnis rufen. Niemand kann Gott gleich Grundbedingungen des Lebens außer Kraft setzen. Diese Bedingungen zu akzeptieren und entsprechend zu leben, ist heute nicht einfach, weil viele Menschen davon überzeugt sind, ihr Leben in allen Belangen selbstverantwortlich zu bestimmen. An dieser Einstellung ist richtig, dass Staat und Obrigkeit das Leben des Bürgers nicht mehr unkontrolliert bestimmen können. Das ist eine Folge der Französischen Revolution und in Deutschland Folge der Revolution von 1848 und von 1918. Die bürgerliche Freiheit ist eine unverzichtbare Grundvoraussetzung. Die Endlichkeit des menschlichen Lebens beschränkt die bürgerliche Freiheit.
Ich hoffe, meine philosophischen Gedanken haben niemand vor den Kopf gestossen. Gelegentlich drängt es mich, solche Gedanken nieder zu schreiben. Ich kann nicht darlegen, warum mdas so ist. Es drängt einfach nach außen. Meine Nachtgedanken sind ein ventil, um Druck aus mir heraus zu lassen. Wenn ich nicht so reagiere, dann ersticke ich. Philosophie findet nur noch in den eigenen vier Wänden statt.

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