Hiermit setze ich die Darstellung des Zweiten Weltkriegs mit dem Kapitel Kriegsende in Europa 1945 fort. Dazu ist auszuführen:
Einen Tag vor seinem Selbstmord am 30.04.1945 ernannte Hitler am 29.04.1945 in seinem politischen Testament Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Propagandaminister Joseph Goebbels zum Reichskanzler. Nach dem Selbstmord von Goebbels am 01.05.1945 verkündete Dönitz am gleichen Tag in einer Rundfunkansprache die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen "den vordrängenden bolschewistischen Feind". Dönitz beabsichtigte, die Wehrmacht in britisch - amerikanische Gefangenschaft zu bringen und sie vor sowjetischer Gefangenschaft zu retten. Nach der Kapitulation der letzten Einheiten in Berlin am 02.05.1945 verlegte er sein Hauptquartier am 03.05.1945 in das von der Wehrmacht gehaltene Flensburg und ernannte eine Geschäftsführende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk.
Am 05.05.1945 trat um 7 Uhr eine Teilkapitulation in Kraft, nachdem am 04.05.1945 der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans - Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der im Nordwesten gegen den britischen Feldmarschall Montgomery kämpfenden Wehrmachtseinheiten unterzeichnet hatte.
Nach der Ablehnung eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten durch Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims unterschrieb Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 07.05.1945 eine bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen, Inkrafttreten am 08.05.1945 um 23.01 Uhr mitteleuropäischer Zeit. In einem weiteren Dokument sollten das Oberkommando der Wehrmacht und die Oberbefehlshaber der Teilstreitkräfte diese bedingungslose Kapitulation ratifizieren. In der Nacht vom 08. zum 09.05.1945 unterzeichneten Generalfeldmarschall Keitel vom Oberkommando der Wehrmacht, gleichzeitig Oberbefehlshaber des Heeres, Generaladmiral von Friedeburg für die Kriegsmarine und Generaloberst Stumpff als Vertreter des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Greim für die Luftwaffe eine weitere Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin - Karlshorst.
Zum Kriegsende am 08.05.1945, dem V - E - Day oder Tag der Befreiung, kontrollierte die Wehrmacht im Westen noch die Kanalinseln und die Städte Lorient, Saint - Nazaire, La Rochelle sowie die lettische Halbinsel Mazierbe. In Dänemark blieb das deutsche Besatzungsregime bis zur Kapitulation erhalten. Das reichsgebiet war weitgehend besetzt, lediglich den Alpenraum, Teile des Protektorats Böhmen und Mähren und Schleswig - Holstein kontrollierte noch die Wehrmacht.
In Norwegen und zum Teil auch in Nordwestdeutschland befand sich die Wehrmacht in Gewahrsam der britischen Streitkräfte, formal Kriegsgefangene, nicht entwaffnet und in ihrer militärischen Gliederung unverändert. Die Briten hielten sie in Einsatzbereitschaft und unterstellten sie ihrem Kommando.
Am 08. und 09.05.1945 unternahmen zahlreiche Landser den Versuch, aus dem sowjetischen Machtbereich, insbesondere aus dem böhmisch - mährischen Raum, in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete zu fliehen. Die Flucht scheiterte, weil sich die amerikanische Armee strikt an die Waffenstillstandsbedingungen hielt und in ihren Bereich gelangte Landser in Lagern (Pisek) festhielt und den Sowjets übergab. Die eingeschlossene Heeresgruppe Kurland hatte keine Chance, der Gefangenschaft zu entgehen.
Der Oberste Sowjet beendete den Kriegszustand mit Deutschland in einer einseitigen Erklärung am 25.01.1955.
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