Brasiliens Regierung läßt fünf der wichtigsten Flughäfen des Landes von Privatunternehmen ausbauen und modernisieren. Bereits in der kommenden Woche sollen Ausschreibungen für die internationalen Flughäfen von Sao Paulo und Brasilia, wenig später für den Flughafen Campinas und bis spätestens Ende Juni 2011 für Rio de Janeiro und Belo Horizonte erfolgen.
Nach Schätzungen der brasilianischen Flugaufsichtsbehörde Infraero soll der Investitionsbedarf für den Ausbau der fünf Flughäfen insgesamt knapp 4 Mrd. Real betragen. Die ausführenden Konsortien sollen Betriebskonzessionen für die neuen Terminals für jeweils 20 Jahre erhalten. Chefminister Antonio Palocci begründete die Entscheidung damit, der Flughafenausbau sei von höchster Priorität.
Wegen der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien müssen die Flughäfen von 16 Austragungsorten auf Vordermann sein. Der Präsident des Verbandes der brasilianischen Fluggesellschaften, Màrcio Monsao Molio, befürchtete bei einer Anhörung vor einem Senatsausschuss das komplette Chaos. Er bezog sich auf eine Hochrechnung seines Verbandes gemeninsam mit der Universität von Rio de Janeiro, nach der 11 von 16 Flughäfen trotz Ausbau bis 2014 bereits ohne die Weltmeisterschaft ihre Kapazitätsgrenze ereichen oder überschreiten würden. Die Studie geht von einem Zuwachs des Passagieraufkommens an brasilianischen Flughäfen von aktuell 155 Milionen auf 225 Millionen Passagiere im Jahre 2014.
Die Passagierzahlen steigen, weil viele Brasilianer aus der stark steigenden unteren Mittelschicht sich vermehr einen Flug leisten können. Die privaten Fluggesellschaften haben sich auf diese Entwicklung eingestellt, während die staatlichen Flugaufsichtbehören, für den Betrieb der Flughäfen zuständig, sich darauf nicht eingestellt haben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen