Nach der Lektüre von DIE ZEIT GEeschichte Hitlers Krieg im Osten denke ich immer wieder darüber nach, wie meine Eltern die Zeit des Krieges verlebt haben. Erstaunlich ist, wie wenig sie darüber erzählt haben. Meine Großeltern, die Eltern meines Vaters, wohnten in einem Mietshaus in Oberbilk. Dieses Haus brannte nach dem Treffer einer Brandbombe aus. Mein Vater erzählte, wie die Familie sich durch das brennende Treppenhaus in den Luftschutzkeller retten konnten. Nach dem verlust der Wohnung zogen meine Großeltern zunächst nach Solingen zu verwandten meiner Großmutter. Die anderen Großeltern, die Eltern meiner Mutter, wohnten in Ratingen. Meine Mutter arbeitete als Kontoristin nin einem Uhrengroßhandell. Dort blieb sie beschäftigt bis zu ihrer Heirat nach Kriegsende 1949. Mein Vater war seit Kriegsausbruch, als sein Wehrdienst begann, bis zur Kapitulation bei der Flak in Deutschland. Er hatte Glück, nicht an die Ostfront versetzt zu werden. Dafür hat er die Bombardierungen von Hamburg und Bremen miterlebt. Die Kriegszeit war für meine Eltern kein Thema, über das sie sprechen wollten. Mich hat dieses Thema als Heranwachsender nicht interessiert, weil die Zeit des Nationalsozialismus während meiner Schulzeit stiefmütterlich behandelt wurde. Allgemeiner Tenor war, eine solche Epoche darf sich ncht wiederholen. Erst als Erwachsener interessiere ich mich dafür, wie diese Zeit ausgesehen hat. Ich habe eine Sammlung Deutschland Archiv Das Dritte reich in Dokumenten. Darin werden Ereignisse und Persönlichkeiten unter Vorlage faksimilierter Dokumente geschildert. Es ist sehr aufschlussreich. Das jetzt gelesene Heft über Hitlers Krieg im Osten zeigt, dass es immer noch neue Zeugnisse gibt, die noch gründlich auszuwerten sind. Ähnliches gilt auch für den Widerstand im Nationalsozialismus.
Nur wenn ich mich mit einem Thema gründlich beschäftige, erwerbe ich neue Kenntnisse. Nach meinem Berufsende habe ich zum Glück diese Zeit. Deshalb sammle und lese ich möglichst viele Bücher. Ich interessiere mich für Münzen und Briefmarken, weil auch sie Zeitzeugnisse sind.
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