Donnerstag, 14. Juli 2011

Brasilien: Einsatz von Agent Orange

Die brasilianische Umweltbehörde Ibama kämpft gegen die illegale Abholzung des amazonischen Regenwaldes. Bei einem Flug über den Regenwald Mitte Juni 2011 entdeckten ihre Kontrolleure eine 1, 8 Quadratkilometer weiße Fläche von Tausenden Bäumen, entlaubt und gebleicht. In der Nähe fanden sie ein Vorratslager mit vier Tonnen Agent Orange, einem Pestizid. Die Kontrolleure erwischten den Schuldigen. Ihm droht eine Geldstrafe zwischen 250.000 und 1 Mio. Euro.
Ibama kontrolliert verstärkt die strengen brasilianischen Umweltgesetze. Die Agrarindustrie will die Gesetze aushöhlen. Ein vom Parlament verabschiedeter Gesetzentwurf will den Anteil an Regenwald, den ein Großgrundbesitzer auf Ländereien am Amazonas stehen lassen muss, von 80 auf 50 Prozent senken. Außerdem sollen illegale Abholzungen rückwirkend amnestiert werden.
Nach Aussage von Jefferson Lobato, dem Chef der Ibama - Kontrolleure, beschleunigt der Einsatz von Pestiziden die Rodung von im Eigentum des Staates stehendem Land, an dem Farmer und Holzfäller Interesse haben. Nach Studien sind Viehbauern für zwei Drittel der Abholzungen verantwortlich. Auf öffentlichen Ländereien lassen sie ihre Rinder illegal grasen. Außer den Viehzüchtern greifen Sojaproduzenten oder Holzhändler illegal zur Kettensäge.
In Erwartung des neuen Umweltgesetzes stieg die Anzahl der Rodungen im Regenwald dramatisch an. Seit Ende Mai 2011 starben sechs Umweltaktivisten. 2010 waren es 34. Die brasilianische Regierung will die Umweltaktivisten im Regenwald durch den Einsatz einer Eliteeinheit der Polizei schützen. Auch gegen die Agrarindustrie will sie vorgehen.
Sollte der brasilianische Senat dem Entwurf des Umweltgesetzes nicht zustimmen, will die Präsidentin ihr Veto einlegen, nachdem das Parlament mit großer Mehrheit zugestimmt hatte.





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