Sonntag, 28. August 2011

DAX, MDAX und SMI Wochenbericht (22. - 26.08.11) Schlußbetrachtung

Trotz glänzender Zahlen in den Geschäftsberichten der Unternehmen und der Aussicht auf hohe deutsche Dividendenrenditen meiden die Anleger den Aktienmarkt mit der Folge eines Kursrückganges von rund 30 Prozent seit Juli 2011 und einer hohen Schwankungsanfälligkeit der Börse als Zeichen einer tiefen Verunsicherung und einer Neubewertung der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Gingen die meisten Anleger bislang von einer Stabilisierung der Wirtschaft und der Finanzmärkte nach den ersten Wellen der Finanzkrise aus, herrscht jetzt eine skeptische Bewertung vor. Die Wirkungen von Konjunkturprogrammen und einer lockeren Geldpolitik zeigen nicht den erhofften Erfolg. Es ist unklar, wie nachhaltig die glänzenden Unternehmensgewinne sind. Jede Kleinigkeit kann in einer solchen Neubewertung heftige Schwankungen auslösen. Die Banken sind nicht so stabil wie erwartet. Die Risikoaufschläge auf dem Geldmarkt nehmen zu.
Die schwankende Börse hat auf Wochensicht zu einem Verlust von 1 Prozent geführt.
Der langfristige Kursverlauf des DAX offenbart eine Marktschwäche der deutschen Aktien. Das Platzen der High Tech Blase 2001 / 2002 ließ die Jubelhausse des DAX der Achtziger und Neunziger Jahre enden mit der Folge eines Kursverlustes von 70 Prozent. 2003 bis 2007 gab es eine Erholungsrally. Der DAX scheiterte daran, den alten Trend zurückzuerobern und ein neues Allzeithoch zu markieren.  Die Finanzkrisen Baisse 2008 / 2009 bewies die neue Schwäche. Im Gegensatz zur Aufwärtsbewegung 2003 bis 2007 konnten die Kurse im Aufschwung 2009 bis 2011 das Hoch von 8100 Punkten nicht mehr erreichen.. Erstmalig seit mehr als drei Jahrzehnten gelang es nicht, in einer Hausse die Verluste der vorangegangenen Baisse auszugleichen, ein tiefer Bruch in der langen Entwicklung des DAX. 
Angesichts der jüngsten Abwärtsdynamik werden die Kurse nach vier Wochen Kursrückgang nicht so schnell zur Tagesordnung übergehen. Der große, seit 1982 bestehende Aufwärtstrend verläuft bei rund 4500 Punkten im DAX und die nächste große Unterstützung bei 3700 bis 3800 Punkten.
Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass der DAX nach einer kurzen Zwischenerholung unter 5000 Punkte rutscht.  Auch ein Test des langen Aufwärtstrends mit der großen Unterstützung ist möglich.
Hinsichtlich des Bund Future ist anzumerken: Er notiert rund zehn Punkte über dem 200 Tage Durchschnitt, ein Abstand wie zuletzt Anfang 2009. Das deutet für eine stark überkaufte Situation für den Rentennmarkt hin.  Eine Konsolidierung dürfte bevorstehen mit einer guten Unterstützung zwischen 132, 50 / 133 Prozent.
Hinsichtlich der Kursentwicklung Euro / Dollar ist festzustellen: Gegenüber dem Dollar gibt es für den Euro nach wie vor einen langfristigen Aufwärtstrend. Kurzfristig existiert ein gesteigertes Kaufinteresse. Die horizontale Widerstandslinie bei 1, 4535 / 1, 4575 Dollar kann bald durchbrochen sein mit Luft nach oben bis 1, 4932 / 1, 5144 Dollar mit Unterstützungen bei 1, 42 und 1, 4270 Dollar.
In der Börsenwoche vom 22. - 26.08.11 gewann der SMI in Zürich bis Freitagnachmittag nach einem guten Börsenstart und Kursverlusten am Donnerstag und Freitag 3, 2 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten die defensiven Schwergewichte Roche und Nestlè.

Gewinner / Verlierer

  1. Roche GS                              + 5, 94 %
  2. SAP                                        + 5, 0 %
  3. Nestlè                                    + 3, 87 %
  4. SMI                                        + 3, 2 %
  5. MDAX                                   + 2, 0 %
  6. Thyssen Krupp                    + 1, 1 %
  7. Euro in Dollar                      + 0, 3 %
  8. Bund Rendite (10 Jahre)    + 0, 10 %
  9. DAX                                        - 0, 3 %
  10. Deutsche Bank                      - 1, 9 %
  11. Allianz SE                               - 5, 6 %
  12. LEONI AG                              - 17, 21 %


Trotz der hohen Schwankungsanfälligkeit der deutschen und derSschweizer Börse fällt die Bewertung nicht so negativ, wie zu erwarten war, aus. SMI und MDAX weisen ein Plus auf. Defensive Titel wie Roche GS und Nestlè gehören zu den Kursgewinnern. Erstaunlich ist auch der Wochengewinn von SAP. Finanztitel wie Allianz und Deutsche Bank sind von der Schuldenkrise immer noch stark betroffen. Thyssen Krupp und LEONI AG sind konjunkturabhängige Titel. Die Konjunktursorgen schlagen sich deshalb unterschiedlich in ihrer Kursentwicklung nieder. Für Thyssen Krupp spricht, dass der Konzern ein Konglomerat ist, dessen Sparten von verschiedenen Phasen der konjunkturellen Entwicklung betroffen sind.

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