Montag, 29. August 2011

Nachtgedanken

Nachdem ich gestern keine Nachtgedanken geschrieben habe, setzte ich sie zwanglos fort. Heute habe ich große italienische Tenöre gehört wie Bemjamino Gigli, Mario del Monaco oder Luciano Pavarotti. Auch Fritz Wunderlich oder Montserrat Caballè standen auf meinem Programm. Diese Stimmenparade war eindrucksvoll. Sie sangen Arien aus Verdi Opern. Verdi oder Puccini sind für mich neben Mozart der Inbegriff der Oper. Wagner ist interessant, aber nicht in allen Stücken mein Fall. Schön ist für mich die Gralserzählung aus Lohengrin, weil die Arie, wenn sie gut phrasiert ist, in allen Einzelheiten verständlich ist dank der guten Bühnensprache, die heute bei vielen Sängern nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden darf. Das gilt auch für Schauspieler. Die Bühnensprache ist für jeden, der vorlesen muss, sei es Rechtsanwalt, Beamter, Richter oder Staatsanwalt, ein unerläßliches Hilfsmittel, um sich deutlich verständlich zu machen.
Ich habe den Lutheraner, einen wohlschmeckenden Kräuterlikör, entdeckt. Er tut einfach gut bei Völlegefühl.
Mit sechzig Jahren fühle ich mich noch nicht alt, aber wegen meines guten Gedächtnisses sehe ich die jetzige Zeit unter dem Blickwinkel meiner Erlebnisse und Erfahrungen. Deshalb kann ich nicht immer alles gut heißen, was jetzt als zeitgemäß gilt. Ich denke, die Generationen aus früherer Zeit werden ähnlich empfunden haben, allerdings mit dem Unterschied, dass Veränderungen nicht so schnell erfolgt sind wie heute. Cassettenrekorder, Tonbandgerät oder Schreibmaschine sind überholt. Als ich jung war, galten diese Geräte als absolut modern. Computer und Internet gab es zu meiner Studentenzeit nicht. Facebook, Twitter oder Bloggen kannte niemand. Wenn ich meinen eigenen Weblog sehe, bin ich dankbar und erstaunt, in wie vielen Ländern meine bescheidenen Beiträge gelesen werden. Ich hätte mir nie träumen lassen, so viele Leserinnen und Leser zu erreichen. Für diese Resonanz bin ich dankbar.
Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass es Zeit wird, meine Nachtgedanken zu beenden, um zu Bett zu gehen.

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