Samstag, 3. September 2011

Brasilien: Gigantischer unterirdischer Amazonas

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des brasilianischen Observatòrio Nacional kann der Amazonas trotz seines Ausmasses das Amazonasbecken nicht entwässern. Bis zu 4000 Meter unter der Erdoberfläche befindet sich der Rio Hamza, ein zweiter Amazonas mit 6000 Kilometer Länge von den Anden bis zum Atlantik, benannt nach dem leitenden Professor der Studie. 
Die Entdeckung erfolgte im Rahmen einer Doktorarbeit nach Auswertung thermischer Daten von 241 Sondierbohrungen des brasilianischen Erdölkonzerns Petrobras aus den siebziger und achtziger Jahren. Es ergaben sich Anzeichen für Fliessbewegungen in einem porösen Umfeld. Bis zu einer Tiefe von 2000 Metern fließt das Wasser vertikal und in tieferen Schichten horizontal. Wie im Amazonas selbst geht die Fließrichtung von West nach Ost.  Es handelt sich um eine gigantische Grundwasserströmung, einen Aquifer. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch poröse Sedimentschichten mit großen Unterschieden zwischen Amazonas und Rio Hamza. Die Fließgeschwindigkeit des Amazonas beträgt 0, 1 bis 2 Meter pro Sekunde und die des Rio Hamza 10 bis 100 Meter pro Jahr, vergleichbar der eines Gletschers.  Durchschnittlich bewegt der Amazonas 133000 Kubikmeter pro Sekunde, der Rio Hamza 3000 Kubikmeter pro Sekunde (geschätzt).
Die im August 2011 auf einem wissenschaftlichen Kongress vorgestellten Ergebnisse bedürfen zur endgültigen Bestätigung des Grundwasserstroms noch weiterer Untersuchungen.  Welche Bedeutung hat die unterirdische Entwässerung für das Ökosystem ? Wo mündet der Grundwasserstrom in den Atlantik ? Auch diese Fragen sind noch zu klären.

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