Dienstag, 22. November 2011

Brasilien: gute BBonitätsnote

Die Ratingagentur Standard & Poor`s stufte in der Woche vom 14. - 18.11.11 die Bewertung brasilianischer Staatsanleihen von BBB- auf BBB herauf. Seit 2008 gilt das Land als "Investment Grade". Nach dem Urteil der Agentur soll die vorsichtige Geld- und Fiskalpolitik im Verbund mit der zunehmenden Widerstandskraft der Wirtschaft die Auswirkungen möglicher außenwirtschaftlicher Schocks dämpfen und die langfristigen Wachstumsaussichten aufrechterhalten.
Nach ihrem Amtsantritt im Januar 2011 verordnete die brasilianische Staatspräsidentin Haushaltskürzungen von 50 Mrd. Real (rund 21 Mrd. Euro). Der primäre Haushaltsüberschuss (ohne Abzug der Zinszahlungen auf die Staatsschuld) soll 2011 3, 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Allerdings erfolgte inzwischen eine stärker als erwartet ausgefallene Abkühlung der Konjunktur.  Der von der Zentralbank ermittelte Frühindikator für das Bruttoinlandsprodukt fiel im dritten Quartal 2011 um 0, 32 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2011. Es handelt sich um den ersten Rückgang seit dem ersten Quartal 2009. Experten gehen für 2011 nur noch mit einer durchschnittlichen realen Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 3, 2 Prozent gegenüber 7, 5 Prozent 2010.
Brasiliens Wirtschaftspolitik wird wieder expansiv. Trotz einer Inflation von knapp 7 Prozent - Zielwert 4, 5 Prozent - leitete die Zentralbank im September 2011 eine Phase von Zinssenkungen ein. Diese Phase beabsichtigt sie, in moderaten Schritten fortzusetzen. Daneben erfolgt eine Lockerung der Beschränkungen zur Kreditvergabe. Diese Beschränkungen führte die Regierung 2010 ein, um die Aufwertung des Real zu stoppen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen