Das Tenderboot, das uns nach Belèm bringen sollte, durfte unser Schiff nicht in der gewünschten Zeit anlaufen. Ich musste so lange warten, dass ich wegen der hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit darauf verzichtet habe, die Stadtrundfahrt zu machen, um keine Kreislaufprobleme zu bekommen. Gleichwohl konnte ich die Skyline von Belèm fotografieren.
Im Hafeninfo heißt es:
"Nur einen Grad südlich des Äquators und 145 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt, liegt im Norden Brasiliens Belèm, die Hauptstadt des Bundesstaates Parà - und der Mangobäume. Denn im Beinamen trägt die 1, 4 Millionen Einwohner zählende Stadt den Titel "Cidade das mangueiras". Belèm, übersetzt Bethlehem, wurde 1616 an der Bucht von Marajò, dort wo der Rio Guamà in den Rio Parà mündet, von den Portugiesen gegründet, ist damit eine der ältesten Siedlungen Brasiliens und gilt als Tor zum Amazonas. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von 1, 065 Quadratkilometern und ist neben Manaus eines der wichtigsten Zentren des Amazonasgebietes.
Sehenswürdigkeiten
Im Hafen spielt die Musik
Der Hafen Belèms ist seit Jahrhunderten die Lebensader der Stadt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nur das Bild hat sich ein wenig gewandelt. Wo einst Waren jeglicher Art geladen wurden, kann man heute gut essen, Kaffee trinken und Musik hören. Die mit der Zeit heruntergekommenen Lagerhallen Estacao das Docas wurden im Jshr 2000 umgebaut und beherbergen heute Restaurants, Bars und Theater. Rund 540 Meter lang ist die Flanier- und Vergnügungsmeile, deren Prunkstück eine bewegliche Bühne ist, auf der Live - Musik gespielt wird und die von jedem Lokal aus einsehbar ist. An den Bootsanlegern herrscht den gesamten Tag über geschäftiges Treiben.
Dem steht der Trubel in den Markthallen in keiner Weise nach. Sagenhaft 2.000 Verkaufsstände gibt es hier, an denen von kunsthandwerklichen Souvenirs über exotische Früchte und Gewürze, Fisch und Fleisch bis hin zu Textilien und typischen Speisen nahezu alles verkauft wird. Hier bekommt man das gelb bräunliche Dendè Öl ebenso wie die Maniok Sauce "Tucupi", die in der regionalen Küche so unverzichtbar ist. Der spannendste Teil des Marktes ist sicher dort, wo die "Tias"(Kräutertanten) geheimnisvolle Wundermittelchen mixen, die gegen alles helfen. Schlangenhäute, Amulette und Zauberutensilien vermitteln bisweilen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Die vier schmiedeeisernen Türme der Markthalle gelten als Wahrzeichen der Stadt. Die eiserne Stützkonstruktion ist ein Entwurf Henriques la Roques. Sie wurde aus Großbritannien importiert und 1901 in Hafennähe wieder aufgebaut. Die Markthalle trägt den Namen Mercado Ver o Peso, was so viel heißt wie "Achte auf das Gewicht", denn hier wogen die Kolonialherren die unterschiedlichen Waren, um entsprechende Steuern zu erheben. Heute heißt das Gebot der Stunde leider auch "Achte auf Deine Geldbörse", denn Taschendiebe treiben gern im Schutze der Geschäftigkeit ihr Unwesen.
Dem steht der Trubel in den Markthallen in keiner Weise nach. Sagenhaft 2.000 Verkaufsstände gibt es hier, an denen von kunsthandwerklichen Souvenirs über exotische Früchte und Gewürze, Fisch und Fleisch bis hin zu Textilien und typischen Speisen nahezu alles verkauft wird. Hier bekommt man das gelb bräunliche Dendè Öl ebenso wie die Maniok Sauce "Tucupi", die in der regionalen Küche so unverzichtbar ist. Der spannendste Teil des Marktes ist sicher dort, wo die "Tias"(Kräutertanten) geheimnisvolle Wundermittelchen mixen, die gegen alles helfen. Schlangenhäute, Amulette und Zauberutensilien vermitteln bisweilen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Die vier schmiedeeisernen Türme der Markthalle gelten als Wahrzeichen der Stadt. Die eiserne Stützkonstruktion ist ein Entwurf Henriques la Roques. Sie wurde aus Großbritannien importiert und 1901 in Hafennähe wieder aufgebaut. Die Markthalle trägt den Namen Mercado Ver o Peso, was so viel heißt wie "Achte auf das Gewicht", denn hier wogen die Kolonialherren die unterschiedlichen Waren, um entsprechende Steuern zu erheben. Heute heißt das Gebot der Stunde leider auch "Achte auf Deine Geldbörse", denn Taschendiebe treiben gern im Schutze der Geschäftigkeit ihr Unwesen.
Am Anfang war die Festung
Ausgangspunkt der Besiedlung Belèms war die Festung Forte do Castelo oder Forte do Prosipio de Belèm (Festung der Krippe von Bethlehem). Ursprünglich hatten die Portugiesen sie 1616 aus Stampflehm und Kies errichtet. Sie sollte als Bollwerk gegen Piraten aus Frankreich, England und Holland dienen und außerdem den Zugang ins Amazonasgebiet sichern. Nach der Zerstörung während des Cabanagem Aufstandes (Revolta dos Cabanos 1835 bis 1840) musste die Festung neu aufgebaut werden. Diesmal benutzten die Baumeister allerdings Steine. In der Festung sind ein Archäologisches Museum und eine Bar untergebracht. Außerdem wird eine Ausstellung über die Gemeinschaft der Indigenas gezeigt. Nicht zuletzt bietet sich von hier aus ein schöner Blick auf die Stadt und den Hafen. In die Altstadt Belèms führt die älteste Straße der Stadt, die Ladeira do Castelo. Neben verwitterten Kirchen kann man entlang dieser Straße noch HÄuser sehen, die mit den portugiesischen Azulejo Kacheln verziert sind.
Kolonialer Charme
Die Altstadt selbst versprüht den Charme der Kolonialzeit. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im Zuge des Kautschuk Booms. In dieser Zeit entstanden viele Prachtbauten und Kolonialhäuser, die bis heute erhalten geblieben sind. Dazu zählt insbesondere das Teatro da Paz, eines der ersten Theater Brasiliens. Der neoklassizistische Bau entstand in den Jahren 1869 bis 1874 und wurde der Mailänder Scala nachempfunden. Imponierend sind außen seine griechischen Marmorsäulen und innen die Spiegel und Leuchter aus venezianischem Kristall. 1.100 Theaterfreunde finden im Zuschauerraum Platz. Eines der schönsten Kolonialgebäude ist die ehemalige Markthalle Mercado Pùblico des Sao Braz, in der heute ein Kulturzentrum untergebracht ist. Der Pàlacio Antonio Lemos stammt ebenfalls aus der Zeit des Kautschuk Booms und war zwischen 1860 bis 1883 das Rathaus der Stadt. In seinen Räumen findet man das Museu de Arte Belèm, das eine Sammlung brasilianischer Bilder aus dem 20. Jahrhundert zeigt. Am Eingang stehen für die Besucher Stoffpantoffeln bereit, um die herrlichen Holzfußböden zu schonen.
Museen und eine alte Tradition
Kunst und lukullische Genüsse vereint das Casa das Onze Jamelas, das "Haus der elf Fenster". Im einstigen Zuhause eines Zuckerbarons haben klassische und moderne Kunst ihren Platz. Gleichzeitig befindet sich in den Räumen eines der besten Restaurants (Boteco das Onze) der Stadt. Zum Gebäudekomplex Feliz Lusitania gehört das alte Gefängnis, in dem sich ein Archiv mit Informationen über die Kolonialzeit befindet. Die Geschichte und Entwicklung Belèms und der Region sind im Museu do Estado do Parà dokumentiert. Dieses Museum ist in der ehemaligen Residenz des königlichen Statthalters, im Palàcio Lauro Sodrè, untergebracht.
Mit sakraler Kunst beschäftigt sich das Museu de Arte Sacra. Es ist Teil des Jesuitenkollegs, mit dessen Bau Ende des 17. Jahrhunderts begonnen wurde. Die zum Kolleg gehörende Kirche Santo Alexandre war Belèms erstes Gotteshaus und ist ein gutes Beispiel für den typischen Stil des tropischen Barocks. Von der einstigen Pracht zeugen die vom Tiroler Maler und Bildhauer Pater Johannes Xaver Traer gestalteten Kanzeln. Der Bischofspalast schließt sich direkt an. Gegenüber des Jesuitenkollegs erhebt sich die Catedral Sè, deren Grundstein 1748 gelegt wurde. Ihre beiden klassizistischen Glockentürme sind eine Arbeit des Architekten Giuseppe Landi aus Bologna. Die Basilca de Nazarè ist jüngeren Datums und wurde 1909 nach dem Vorbild der römischen St. Pauls Kirche errichtet. Sie ist jährlich Ausgangspunkt der traditionsreichen Prozession Ciro de Nazarè. Seit mehr als 200 Jahren feiern die Brasilianer dieses größte, religiöse Fest. Menschen aus dem ganzen Land strömen dann nach Belèm, um dieses Ereignis, das 1793 das erste Mal stattfand, mitzuerleben. Dabei dreht sich alles um das winzige Bild der Nossa Senhora de Nazarè. Es soll aus Nazareth stammen und im Portugal des Mittelalters Wunder vollbracht haben, bevor es in Brasilien verloren ging. Auf dem Gelände der heutigen Basilika hatte es ein Viehzüchter wieder gefunden. Im Museu do Ciro erfährt man über die Tradition und Geschichte dieser Prozession.
Erholung finden die Einwohner Belèms im Stadtpark Bosque Rodrigues Alves. Er ist einer der ältesten botanischen Gärten Brasiliens und beherbergt außerdem einen Minizoo und ein Schildkrötengehege. Der Park Mangal das Garcas ist auf 35.000 Quadratmetern ein Abbild einer typischen Amazonas Landschaft mit mehr als 300 Vogel- und Schmetterlingsarten. Außerdem gibt es Orchideenpavillons sowie das Museu Amazonico und ein Kunsthandwerksgeschäft. Vom Leuchtturm aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Ein weiterer Botanischer Garten samt zoologischer Sammlung gehört zum Museumskomplex Emilio Goeldi, der 1866 als Forschungszentrum gegründet wurde. Hier gewinnen die Besucher einen Eindruck von der Tier- und Pflanzenwelt im Amazonasgebiet. Außerdem gibt es eine archäologische und völkerkundliche Ausstellung. .......
Mit sakraler Kunst beschäftigt sich das Museu de Arte Sacra. Es ist Teil des Jesuitenkollegs, mit dessen Bau Ende des 17. Jahrhunderts begonnen wurde. Die zum Kolleg gehörende Kirche Santo Alexandre war Belèms erstes Gotteshaus und ist ein gutes Beispiel für den typischen Stil des tropischen Barocks. Von der einstigen Pracht zeugen die vom Tiroler Maler und Bildhauer Pater Johannes Xaver Traer gestalteten Kanzeln. Der Bischofspalast schließt sich direkt an. Gegenüber des Jesuitenkollegs erhebt sich die Catedral Sè, deren Grundstein 1748 gelegt wurde. Ihre beiden klassizistischen Glockentürme sind eine Arbeit des Architekten Giuseppe Landi aus Bologna. Die Basilca de Nazarè ist jüngeren Datums und wurde 1909 nach dem Vorbild der römischen St. Pauls Kirche errichtet. Sie ist jährlich Ausgangspunkt der traditionsreichen Prozession Ciro de Nazarè. Seit mehr als 200 Jahren feiern die Brasilianer dieses größte, religiöse Fest. Menschen aus dem ganzen Land strömen dann nach Belèm, um dieses Ereignis, das 1793 das erste Mal stattfand, mitzuerleben. Dabei dreht sich alles um das winzige Bild der Nossa Senhora de Nazarè. Es soll aus Nazareth stammen und im Portugal des Mittelalters Wunder vollbracht haben, bevor es in Brasilien verloren ging. Auf dem Gelände der heutigen Basilika hatte es ein Viehzüchter wieder gefunden. Im Museu do Ciro erfährt man über die Tradition und Geschichte dieser Prozession.
Erholung finden die Einwohner Belèms im Stadtpark Bosque Rodrigues Alves. Er ist einer der ältesten botanischen Gärten Brasiliens und beherbergt außerdem einen Minizoo und ein Schildkrötengehege. Der Park Mangal das Garcas ist auf 35.000 Quadratmetern ein Abbild einer typischen Amazonas Landschaft mit mehr als 300 Vogel- und Schmetterlingsarten. Außerdem gibt es Orchideenpavillons sowie das Museu Amazonico und ein Kunsthandwerksgeschäft. Vom Leuchtturm aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Ein weiterer Botanischer Garten samt zoologischer Sammlung gehört zum Museumskomplex Emilio Goeldi, der 1866 als Forschungszentrum gegründet wurde. Hier gewinnen die Besucher einen Eindruck von der Tier- und Pflanzenwelt im Amazonasgebiet. Außerdem gibt es eine archäologische und völkerkundliche Ausstellung. .......
Historischer Rückblick
..... Der ursprüngliche Name Brasiliens lautete Terra Papagalli und leitete sich vom Brasil Holz ab, dessen Handel allmählich begann. Ebenso wurde seit 1520 Zuckerrohr angebaut. Im Jahre 1538 wurden dann die ersten Sklaven aus Afrika in die Plantagen verschleppt. Der Anbau des Zuckerrohrs wurde zum wesentlichen Wirtschaftsfaktor. Auf Kosten der Sklaven gelanhgten die Kolonialherren zu Ruhm und Rechtum. Im Jahre 1600 arbeiteten etwa 30.000 Sklaven in den Plantagen, 1700 waren es schon 150.000 und 1800 1, 5 Millionen. Die Zahl der Ureinwohner sank stetig. Sie waren der Gewalt und den Krankheiten der Eroberer nicht gewachsen. Anfang des 16. Jahrhunderts lebten fünf bis acht Millionen Indios in 1.175 Stämmen in Brasilien, Ende des 18. Jahrhunderts waren es nur noch eine Million, und heute sind es nur noch etwa 734.000.
Die Gründung Belèms geht auf das Jahr 1616 zurück, als der portugiesische Kapitän Francisco Caldeira Castelo Branco mit dem Bau der Festung den Grundstein der Besiedlung legte. Belèm ist damit eine der ältesten Siedlungen Brasiliens. Erste Einwohner der Region waren allerdings die Tupinambà Indianer. Belèm war nicht immer der Name der heutigen Hauptstadt Paràs. Feliz Lusitania, Santa Maria do Grao Parà und Santa Maria de Belèm do Grao Parà bezeichneten zuvor ebenfalls den Ort an der Mündung des Rio Guamà in den Rio Parà. Die Schätze des Amazonas sowie die Versklavung der Indianer waren zunächst Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 1751 wurde Belèm Hauptstadt des Staates Grao Parà, der den gesamten brasilianischen Norden umfasste. Als Dom Pedro im Jahre 1822 die Unabhängigkeit ausrief, drang sein Ruf offenbar nicht bis in den Norden des Landes vor. Erst im August des folgenden Jahres wurde die Loslödung von Portugal auch in Belèm anerkannt.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Europäer den Wert des Kautschuks erkannten. Die Bevölkerung wuchs von 40.000 im Jahre 1875 auf 100.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es entstanden eine umfassende Infrastruktur sowie neue Hafenanlagen und Kais. Auch heute noch ist Belèm wichtiger Handels- und Umschlagsplatz insbesondere für Holz, Soja, Fisch, Paranüsse und Palmherzen."
Die Gründung Belèms geht auf das Jahr 1616 zurück, als der portugiesische Kapitän Francisco Caldeira Castelo Branco mit dem Bau der Festung den Grundstein der Besiedlung legte. Belèm ist damit eine der ältesten Siedlungen Brasiliens. Erste Einwohner der Region waren allerdings die Tupinambà Indianer. Belèm war nicht immer der Name der heutigen Hauptstadt Paràs. Feliz Lusitania, Santa Maria do Grao Parà und Santa Maria de Belèm do Grao Parà bezeichneten zuvor ebenfalls den Ort an der Mündung des Rio Guamà in den Rio Parà. Die Schätze des Amazonas sowie die Versklavung der Indianer waren zunächst Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 1751 wurde Belèm Hauptstadt des Staates Grao Parà, der den gesamten brasilianischen Norden umfasste. Als Dom Pedro im Jahre 1822 die Unabhängigkeit ausrief, drang sein Ruf offenbar nicht bis in den Norden des Landes vor. Erst im August des folgenden Jahres wurde die Loslödung von Portugal auch in Belèm anerkannt.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Europäer den Wert des Kautschuks erkannten. Die Bevölkerung wuchs von 40.000 im Jahre 1875 auf 100.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es entstanden eine umfassende Infrastruktur sowie neue Hafenanlagen und Kais. Auch heute noch ist Belèm wichtiger Handels- und Umschlagsplatz insbesondere für Holz, Soja, Fisch, Paranüsse und Palmherzen."
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