Donnerstag, 29. Dezember 2011

Fortaleza / Brasilien

Mein Schiff liegt im Hafen von Fortaleza. Im Hafeninfo heißt es:
"Fortaleza ist die Hauptstadt des Bundesstaates Cearà im Nordosten Brasiliens. Sie ist die fünftgrößte Stadt Brasiliens und liegt an der Mündung des Pajeù in die Mucuripe Bucht. Fortaleza erstreckt sich auf einer Länge von 20Kilometern am Atlantischen Ozean und allein daraus erklärt sich schon ihre Bedeutung als Strandparadies. Die 2, 4 Millionen Einwohner zählende Stadt entwickelt sich mehr und mehr zum Touristenzentrum, nicht nur für Brasilianer. Denn von Lissabon aus sind es nur knapp sieben Flugstunden an die brasilianische Küste. Ganzjährig herrscht ein tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius. Die langen Strandabschnitte werden immer wieder unterbrochen von roten Klippen, Palmen und Dünenabschnitten sowie Lagunen. All das wirkt wie ein riesiger tropischer Wasserspielplatz.


Sehenswürdigkeiten

Langusten und feuriger Forrò

Ausgangspunkt der Besiedlung Fortalezas war das Fort da Nostra Senhore Assuncao. Gebaut und auf den Namen Fort Schoonenborch getauft hatten es im Jahre 1649 die Holländer. Doch bereits 1654 wurde es von den Portugiesen eingenommen. Es dient noch heute als militärische Anlage und kann daher nicht besichtigt werden. Die Stadtstrände Fortalezas heißen Meireles, Mucuripe und Iracema. Wenn Sie einen Spaziergang entlang der Avenida Beira Mar vom Hafen Mucuripe aus unternehmen, werden Ihnen die ungewöhnlichen, altertümlichen Fischerboote, die Jangadas, auffallen. Sie erinnern an ein Floß mit Segel, werden aber noch immer von den Fischern benutzt, die täglich die Restaurants am Strand mit frischem Fisch beliefern. Inzwischen sind die Jangadas eine Art Wahrzeichen der Stadt. Ebenso gehören Langusten zum Image. Hier bekommen Sie sie günstig und frisch. Auf dem Fischmarkt können Sie übrigens frische Krabben erstehen und geich nebenan frittieren lassen. Und noch ein Erkennungszeichen Fortalezas: Wie überall in Brasilien wird hier gern getanzt, und zwar "Forrò". Dieser Tanzstil ist im Nordosten Brasiliens weit verbreitet und sehr sinnlich. Berührungsängste sollten sie nicht haben, denn bei diesem Tanz stehen Sie in ständigem körperlichen Kontakt  mit ihrem Partner. Der in Europa in den achtziger Jahren populär gewordene Lambada nutzt Elemente des Forrò. Ein wenig mehr über die Stadtgeschichte können Sie im Leuchtturm von Mucuripe erfahren. Hier gibt es ein kleines Museum mit Dokumenten und Fotos. 

Liebeserklärung an ein Stadtviertel
Eines der ältesten Viertel der Stadt ist Iracema. Dieser Name ist indianischen Ursprungs und bezieht sich auf eine Liebesgeschichte zwischen einer Indianerin und dem Portugiesen Martins Soares Moreno. Noch vor 100 Jahren gehörte das Viertel den Fischern. Doch um 1920 herum entdeckten die Reichen der Stadt es für sich und ließen zahlreiche Villen für die Sommerfrische bauen. Heute steht der ganze Stadtteil unter Denkmalschutz. Die Ponte dos Ingleses ist für viele Besucher Hauptanziehungspunkt während einer Stadtbesichtigung. 130 Meter erstreckt sich die Holzbrücke mit der markanten Stahlkonstruktion ins Meer. 1925 hatte ein englisches Unternehmen sie als Anleger konstruiert. Von hier aus haben Sie einen schönen Blick auf die Bucht von Fortaleza und können sich anhand von Plakaten außerdem über die Geschichte der Brücke informieren.
Nach dem berühmten Dichter Josè de Alencar ist das Stadttheater benannt. Es ist die bedeutendste kulturelle Sehenswürdigkeit der Stadt und wurde 1910 eingeweiht. Die Eisenkonstruktion im Jugendstil mit den bunten Glasfenstern wurde aus Schottland an die Küste Brasiliens gebracht. 1991 erlebte das Theater nach einer umfassenden Renovierung eine Neueröffnung. An den Innenhof schließt sich eine schöne Gartenanlage an. Den Grundstein für die neugotische Catedral da Sè legten die Kirchenbauer 1930, das Gotteshaus konnte aber erst 1978 eingeweiht werden. Außen beeindruckt es mit 75 Meter hohen Türmen und innen mit Platz für 5.000 Menschen. Pate gestanden haben für diesen Kirchenbau übrigens der Kölner Dom und Notre Dame in Paris.

Museen & Kunsthandwerk
Im ehemaligen Gefängnis von 1856 ist heute das Museu de Arte e Cultura Populares untergebracht. Hier finden Sie zudem einige Geschäfte, in denen Sie Kunsthandwerk erstehen können, und die Touristen Information. Das Museum zeigt eine eindrucksvolle Sammlung kunsthandwerklicher Gegenstände aus Cearà sowie Musikinstrumente, Webstühle, Skulpturen und Puppen. Ebenfalls sehenswert ist die Oldtimer Sammlung im Automobilmuseum. Insgesamt 50 Fahrzeuge von der Thin Lizzy bis zum Käfer werden präsentiert. Gut einkaufen, insbesondere Textilien und Lederwaren, können Sie an der Avenida Monsenher Tabosa. Kunsthandwerk, wie etwa feine Spitze, und typische Souvenirs bekommen Sie im Kulturzentrum Drago do Mar. Der Mercado Central wartet mit mehr als 500 Ständen auf, an denen Sie alles bekommen, was sie brauchen oder auch nicht. Und beim Kunsthandwerkermarkt an der Praia do Meireles sind T Shirts Trumpf.

Historischer Rückblick
Brasiliens Vergangen heit ist vor allem Kolonialgeschichte. Selbst wenn diese Zeit der Fremdbestimmung ungleich kürzer ist, als die der ersten Einwohner. Experten sind sich nicht ganz einig, doch die Besiedlung Brasiliens begann bereits 60.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die offizielle Grünmdung Brasiliens fällt in das Jahr 1500. Als Entdecker gilt der Portugiese Pedro Alvares Cabral. Im Vertrag von Tordesillas (1494) war das Land schon vor seiner Entdeckung den Portugiesen zugesprochen worden. Bald darauf schlug die Stunde der Abtenteurer und Forscher, der Wissenschaftler und Künstler, die zunächst in friedlicher Absicht kamen. Aber schon bald folgten ihnen Piraten, Ausbeuter und Sklavenhändler.
Vermutlich schon zwei Monate bevor Pedro Alvares Cabral  den Monte Pascoal in Bahia erblickte und damit in die Geschichte als Entdecker Brasiliens einging, landete der spanische Seefahrer Vicente Yanez Pinzòn im Februar des Jahres 1500 in der Bucht von Mucuripe vor dem heutigen Fortaleza. Dennoch geht die Gründung der Stadt in das Jahr 1649 zurück, als die Holländer mit dem Bau des Forts Schoonenborch den Grundstein der Besiedlung in Fortaleza legten.
Das von den Holländern gegründete Fort blieb nicht lange in deren Besitz. Bereits 1654 übernahmen es die Portugiesen. Um die Festung herum entstand ein Dorf, das sich im Lasufe der Jahrhunderte zu einer großen Stadt entwickelte. Bis ins 18. Jahrhundert wehrten sich die indianischen Ureinwohner gegen die Kolonialisierung durch die Portugiesen, so dass diese erst spät auch ins Binnenland vordrangen. Hier legten sie vor allem Baumwollplantagen an, so dass sich Fortaleza aufgrund seiner Baumwollexporte im 19. Jahrhundert  zu einer der wichtigsten Städte Brasiliens mauserte. Dürre im Landesinneren und Arbeitsplätze in der Textilindustrie sorgten für einen stetigen Bevölkerungszuwachs. Seit den neunziger Jahren spielz neben der Nahrungsmittel- und Textilindustrie auch der Tourismus eine immer bedeutendere wirtschaftliche Rolle. Im Jahr 2004 war die Küstenmetropole die meist besuchte Stadt Brasiliens. Fortaleza ist eine moderne Metropole geworden, die aber auch ihre sozialen Probleme hat. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Favelas (Slums).

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