Gleich werde ich ins Bett gehen. Es ist Zeit für meine Nachtgedanken. Heute finden meine Finger ohne Mühe die Tasten, ein gutes Zeichen, weil ich richtig nüchtern bin, um zu schreiben. Bis eben habe ich Marcel Proust "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" gehört, ein ähnlich eindrucksvolles Werk wie Moby Dick von Herman Melville. Beide literarischen Werke heben sich erratisch aus ihrer Epoche heraus. Die Verfasser beschreiben Sachverhalte, die, wenn man sie ihrer Verkleidung beraubt, wichtige Gefühle beschreiben, Eifersucht, Trauer, Liebe, Hass und Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Gefühle waren zum Zeitpunkt der Entstehung der Romane uninteressant. Heute kommt ihnen eine entscheidende Bedeutung zu. Schriftsteller sind Künstler mit einem Gespür für künftige Entwicklungen. Jeder sollte die Kraft haben, seinen Neigungen zu folgen. Als Rentner kann ich diesem Auftrag nachkommen. Schrammen habe ich vorher genug abbekommen.
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