Trotz ansteigender Kurse erlitt die Aktie von ThyssenKrupp am Freitag, den 02.12.11, einen Wertverlust von mehr als sechs Prozent. Auf einer vorzeitig einberufenen Bilanzpressekonferenz teilte der Konzern für das im September 2011 beendete Geschäftsjahr einen Verlust von 1, 8 Mrd. Euro mit. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte ThyssenKrupp noch einen Gewinn von 900 Mio. Euro.
Bei einem eigentlich gut laufenden Geschäft hatte niemand einen so hohen Verlust erwartet. Die Umsätze legten 41 Prozent und die Auftragseingänge 22 Prozent zu. Wegen des enorm verteuerten Stahlwerks in Brasilien muss der Konzern 2, 1 Mrd. Euro abschreiben.
Selbst bei einem gut laufenden Gesamtgeschäft können einzelne Projekte den Abschluss eines ganzen Konzerns in die Tiefe reissen. Besonders peinlich ist, dass Managementfehler im eigenen Hause die Probleme zum großen Teil verursacht haben.
Der Verlust verdeckt die gemachten Fortschritte bei ThyssenKrupp. Die Rendite im Stahlbereich liegt höher als die der Konkurrenz, und die Rendite in der Technologie Sparte ist höher als je zuvor. Das nährt die Hoffnung auf eine halbwegs gute Meisterung der zu erwartenden Turbulenzen in der nahenden Konjunkturflaute. Jedoch das schwache Brasilien- und Amerikageschäft belastet wahrscheinlich das Konzernergebnis noch länger und könnte den gesamten Konzernabschluss negative belasten.
Aus Sicht der Anleger ist die Aktie mit besonderen Risiken behaftet. Die stabile Dividende ist kein Trost, weil sie aus den Rücklagen bezahlt wird. Die Zahlung aus den Rücklagen ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.
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