Montag, 20. Februar 2012

Deutsche Bank: Aufräumarbeiten

Vor seinem Ausscheiden will Josef Ackermann seinen Nachfolgern eine geordnete Bank hinterlassen. Dabei geht es um die Aufarbeitung juristischer Altlasten und die strategische und personelle Neuaufstellung.
Zur Bereinigung juristischer Altlasten liess Ackermann 2011 Rückstellungen in Milliardenhöhe bilden. Offiziell bezogen sie sich auf Klagen in den Vereinigten Staaten. Sie können aber auch dazu dienen, den möglichen Vergleich mit den Erben von Leo Kirch zu finanzieren. Es laufen nämlich Vergleichsverhandlungen. Dabei sind noch offene Fragen wie die Beteiligung von Herrn Breuer und  dessen Versicherungen sowie die Erklärung gegenüber den Aktionären der Bank, warum sich die Rechtsauffassung der Bank geändert hat, zu klären.
Bei der strategischen und personellen Neuausrichtung der Bank kann Josef Ackermann den Zeitpunkt der Bekanntgabe beeinflussen, aber die eigentliche Auswahl treffen seine Nachfolger. Eine Neuerung ist, dass Thomas Strauß, früherer Kommunikationschef bei Bertelsmann, dieses Amt bei der Deutschen Bank als Nachfolger von Stefan Baron, früherer Chefredakteur der Wirtschaftswoche, antritt.
Wichtig ist, wer die Nachfolger von Jain und Fitschen werden. Sicher scheint  zu sein, dass Stephan Leithner, zuständig für das Geschäft mit großen Firmenkunden, ein wichtige Rolle spielen wird. Finanzvorstand Stefan Krause und Privatkundenchef Rainer Neske bleiben der Deutschen Bank erhalten. Die Chefs der Vermögensverwaltung und des Geschäfts mit reichen Privatkunden - Kevin Parker und Pierre de Weck - stehen unter Beobachtung, weil Teile von Parkers Geschäft zum Verkauf stehen und nach einem altersbedingten Abgang de Wecks eine Annäherung an das Investmentbanking möglich ist. Auch die Zukunft von Risikovorstand Hugo Bänziger ist ungewiss.

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