Donnerstag, 1. März 2012

Lanzarote

"A
Heute bin ich mit meinem Schiff auf Lanzarote angekommen. Da ich mehrere anstrengende Ausflüge absolvierte hatte, habe ich einen Ruhetag eingelegt. Trotzdem möchte ich zunächst über Lanzarote berichten.
Lanzarote, die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Inseln, im Atlantischen Ozean gelegen, eine von Spaniens 17 autonomen Regionen, 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und rund 1000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt, 845, 94 Quadratkilometer groß, gehört seit 1993 zu den von der UNESCO erklärten Biosphärenreservaten. Die Insel dehnt sich von Nord nach Süd rund 58 Kilometer und von Ost nach West 34 Kilometer aus. Südlich davon liegt in 11, 5 Kilometer Entfernung Fuerteventura und im Norden, nur einen Kilometer entfernt, der Chinijo Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montana Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este. Lanzarote ist vulkanischen Ursprungs und befindet sich in der Paasatzone. Wegen der geringen Niederschläge ist die Flora karg - vorherrschend wasserspeichernde. gegen Trockenheit resistente und salztolerante Gewächse. Es gibt insgesamt 570 Arten. Daneben existieren 180 verschiedene Flechten. Im feuchteren Norden finden sich die Kanarische Dattelpalme, verschiedene Farnarten, Kanarische Kiefern und vereinzelt der wilde Ölbaum. Außer der Fledermaus kamen alle anderen Säugetiere durch den Menschen auf die Insel. Es gibt Drmedare als Arbeits- und Lasttiere und 35 Arten von Vögeln - der seltene Eleonorenfalke, Wanderfalke und Fischadler. Unter den Reptilien finden sich die Kanareneidechse und der kleine Albinokrebs.
Die Geschichte Lanzarotes ist wechselvoll. Vermutlich kamen um 1100v. Chr. die Phönizier. Herodot, Platon und Plutarch berichten vom Garten der Hesperiden. Erste historische Aufzeichnungen verfasste Pomponius Mela und Plinius der Ältere.
Laut Plinius führte König Juba II, von Mauretanien die erste Expedition zu den Kanarischen Inseln durch. Archäologische Funde aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. beweisen die Anwesenheit der Römer auf Lanzarote.
Nach dem Zusammenbruch des weströmischen Reichs gerieten die Kanaren in Vergessenheit, bis sie 999 Ben Farroukh wiederentdeckte. Die Araber nannten die Inseln Al Djezir al - Khalida (Glückliche Inseln).
1336 stach von Lissabon aus eine Flotte unter der Führung von Lanzarote da Framqua alias Lancelotto Malocello in See und entdeckte die Kanarischen Inseln erneut. Lancelotto Malocello ließ sich auf Lanzarote nieder.
1377 erreichte die Insel der spanische Adelige Martin Ruiz de Avendado und zeugte mit Faina, der Frau des Königs von Lanzarote, Zonzamas, eine Tochter namens Ico. Der Sohn Zonzamas, Tigufaya, folgte ihm auf dem Thron und wurde 1393 mit seiner Familie und weiteren Einwohnern verschleppt. Der zweite Sohn Zonzanmas`, Guanarame, wurde Nachfolger von Tigufaya und heiratete Ico. Dieser Verbindung entsproß Luis de Guardafia. Er bekam eine Tochter namens Teguise. Sie heiratete Maciot de Bèthencourt, den Neffen Jean de Bèthencourts.
1402 führte Jean de Bèthencourt im Namen von König Heinrich III. von Kastilien eine Expedition zu den Kanarischen Inseln durch. Nach seiner Landung im Süden Lanzarotes konnte er den einheimischen König Guardafia überzeugen, mit ihm friedlich unter Schutzgewährung vor portugiesischen und spanischen Menschenhändlern zusammenzuarbeiten. In der Rubicòn Ebene baute Jean de Béthencourt eine Festung mit dem Ziel, um andere Kanarische Inseln zu erobern. Da Bèthencourt über nicht genügend Soldaten zur Eroberung verfügte, begab er sich auf das Festland, um Nachschub zu organisieren, und ließ Gadifer de la Salle auf der vorgelagerten Insel Lobos zurück, um dort einen Stützpunkt zu halten. Bertin de Berneval putschte und nahm Einheimische als Sklaven mit nach Spanien. Gadifer ohne Schiff verdurstete beinahe auf Lobos, während sich die Einheimischen gegen die Europäer erhoben. Mit Hilfe des Guanchen Atchen wollte Gadifer die einheimische Rebellion niederschlagen. Atchen nahm Guardafia gefangen, wollte aber selbst an die Macht. Guardafia entfloh Atchen und ließ ihn verbrennen. Bèthencourts mitgebrachte Geistlicher tauften Guardafia und tauften viele Guanchen, um diese anschließend zu versklaven. Bei Bèthencourts Rückkehr 1404 war Lanzarote unterworden. Jetzte konnte er mit der Eroberung von Fuerteventura beginnen.
Papst Benedikt XIII. erhob Rubicòn bei den Papagayo Stränden zum ersten Bischofssitz. Bischof Alfonso Sanlùcar de Barrameda zeigte Maciot de Bèthencourt wegen seines tyrannischen Verhaltens bei der Spanischen Krone an. Nach dieser Anzeige übertrug Enrique de Guzmàn, Graf von Niebla, 1430 auf königlichen Befehl den Besitz der bisher erworbenen Inseln an Guillèn de las Casas. 1435 ging der Besitz durch Erbschaft auf Fernàn Peraza über. Auf Druck von Bèthencourt eroberten kurzzeitig Portugiesen Lanzarote, wurden aber nach zwei Jahren vertrieben. Auf Peraza folgte Diego Herrera, der Lanzarote und Fuerteventura auf seine Kinder aufteilte. Später überfiellen immer wieder Piraten die Insel - der schlimmste 1618, als Jaban und Solimàn das Versteck der Einheimischen in den Höhlen der Cueva de los Verdes entdeckten und rund 1000 Inselbewohner gefangen nahmen, um sie dann auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zu verkaufen.
Am 01.09,1730 bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche endeten 1736. Danach hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben. Davon waren auch die fruchtbarsten Böden. Die Inselführung verbot den Bewohnern aus Furcht, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben, die Insel zu verlassen. Nach einer zunehmenden Verschlechterung der Versorgunhgslage war es der Hälfte der Bevölkerung erlaubt, auf Gran Canaria auszuwandern. Nach einer Dürrekatastrophe 1768 starben viele Einwohner und wanderten auf die Nachbarinseln, nach Kuba oder Amerika aus. 
1824 erfolgte bei Tiagua ein erneuter Vulkanausbruch, aber nicht so folgenreich wie die Ausbrüche von 1730 bis 1736. 1974 gründete die Inselverwaltung den Timanfaya Nationalpark.
Im Hafeninfo zu Arrecife auf Lanzarote heißt es: 
"Arrecife ist die wichtigste Stadt und auch der Hauptort von Lanzarote, der östlichsten Kanarischen Insel. Nur wenige wissen, dass die Insel mit der genuesischen Geschichte verknüpft ist: in der Tat wurde sie nach Lanzarotti Malocello benannt, einem Entdecker, der zwar vielleicht weniger bekannt ist als andere ligurische Seefahrer, der aber immerhin der Insel auf halbem Weg der größten Insel des kanarischen Archipels und Afrikas ihren Namen gab.Lanzarote wurde von friedfertigen Menschen bewohnt. Trotzdem befand sich die Insel immer im Zentrum von unberechtigten und teilweise recht brutalen, kriegerischen Interessen: die ersten Kolonisatoren waren die normannischen SeefahrerJean de Bèthencourt und Gadifer la Salle. Sie landeten auf der Insel mit der Überzeugung, gegen die Einheimischen kämpfen zu müssen. In Wirklichkeit aber nahm sie der Stamm der Maoheri, wie sie sich selber nannten, in friedfertiger und passiver Weise auf. Lanzarote wurde der kastilischen Krone geschenkt, die daraus einen Hafen und ein Handelszentrum machte. Schon bald aber geriet die Insel ins Zentrum eines weitaus blutigeren Handels, dem der Sklaven. Spanien besaß kein großes Interesse an diesem Vorposten und hinterließ nur wenige Garnisonen. Auf diese Weise waren die Einwohner gezwungen, aus den bewohnten Orten in die Höhlen von Los Verdes zu flüchten, um nicht von den Händlern gefangen zu werden. Auf die Überfälle der Sklavenhändler folgten die der Piraten. Einer von ihnen, Amurat, beging eine solch schlimme Razzia, das auf der Insel nur wenige Tausend Einwohner blieben, die zum Hunger verurteilt waren. Lanzarote ist zweifellos die außergewöhnlichste und faszinierendste der Kanarischen Inseln: es ist das Ergebnis der intensiven vulkanischen Tätigkeit, die aus ihr eine Mondlandschaft geschaffen hat, die man nur schwerlich woanders finden kann. Dieser Aspekt ist besonders im Naturpark Timanfaya sichtbar, wo man erkennen kann, wie die Vulkanausbrüche die Umrisse der Insel verwüstet, aber auch modelliert und zu etwas Unverwechselbaren gemacht haben. Einen ähnlichen Eindruck wie die Ausbrüche des Teide hinterlassen die Eruptionen der Geysire, die heißen Dampffontänen, die die ununterbrochene, heute aber beruhigte unterirdische thermische Aktivität der Insel erlauben, die die Bewohner mit echter Leidenschaft, Nachdruck und viel Zuneigung bewahren. Lanzarote ist eine wahre Anpassung der Natur: den Palmen und anderen pflanzlichen Formen sowie den Tieren gelingt es, unter wirklich einzigartigen Umständen zu gedeihen. Man denke nur daran, dass in einer Grotte in der Nähe von Jameos de Agua weiße, blinde Krebse leben, deren Mutation durch ein Erdbeben entstand, das zahlreiche Larven in diese mit dem Meer verbundenen Tunnel schleuderrte."
 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen