Freitag, 6. April 2012

Brasilien: erweiterte Industrieförderung

Die bradilianische Regierung will ihre Industrie fördern und Importe abwehren.
Zur Förderung der heimischen Industrie hat die Regierung verfügt, die Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung (20 Prozent des Bruttolohns) in bisher 4 Industriesparten seit 2011 in nunmehr 15 in 2012 abzuschaffen. Zusammen mit anderen punktuellen Steuersenkungen für einzelne Produkte und Branchen sollen diese kombinierten Maßnahmen die Industrieunternehmen 2012 um 6, 5 Mrd. Real (2, 7 Mrd. Euro) entlasten. 2013 soll die Entlastung auf fast 9 Mrd. Real steigen. Die Vergünstigungen betreffen unter anderem Hersteller von Autoteilen, Bussen, Möbeln, Textilien, Kunststoffen, Elektroartikeln, Schiffen und Flugzeugen. Um die durch die Steuer- und Abgabesenkungen entstandenen Einnahmeausfälle im Staatshaushalt auszugleichen, müssen die Unternehmen künftig eine zusätzliche Umsatzsteuer von 1 bis 2 Prozent zahlen.
Zum Schutz der heimischen Industrie gegen den "räuberischen" Wettbewerb durch Staaten, die ihre Währung durch Liquiditätsschwemmen schwächen, hat die Regierung verfügt, die interne Besteuerung von importierten Produkten zu erhöhen. Daneben ist es Herstellern von Arzneimitteln und Baumaschinen erlaubt, bei Beschaffungen öffentlicher Stellen 8 bis 20 Prozent höhere Angebote als die Importkonkurrenz abzugeben, um den Auftrag zu erhalten.
Nach den Worten von Finanzminister Guido Mantegna will die Regierung den Kurs des Real auf einem wettbewerbsfähigen Niveau halten. Der gegenwärtige Wechselkurs von etwa 1, 80 Real je Dollar ist nach Ansicht von Mantegna vernünftig. Anders der frühere Finanzminister Luiz Carlos Bresser - Pereira - er meint, erst bei einem Dollarkurs  von 2. 40 Real sei die brasilianische Industrie gegenüber der Importkonkurrenz wettbewerbsfähig. 

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