Samstag, 2. Juni 2012

DAX, MDAX, SMI, Devisen- und Rentenmarkt - Wochenbericht (28.05. - 01.06.12) Schlussbetrachtung

In der vorbezeichneten Börsenwoche verlor der DAX rund vier Prozent. Seit Beginn 2012 verzeichnet der Index noch ein Plus von drei Prozent. Grund für den Wochenverlust ist die unsichere Börsenstimmung.
Da ist zunächst die europäische Staatsschuldenkrise. Nachdem die Kreditrisiken in den Bilanzen spanischer Banken sich immer weiter erhöhen und die Rekapitalisierung den Staat zu überfordern droht, die politische Lage in Griechenland unsicher bleibt und ein Austritt aus der Europäischen Union nicht unrealistisch erscheint, könnte die Staatsschuldenkrise weiter eskalieren.
Im Rahmen der Staatsschuldenkrise ist der dauerhafte Euro Krisenfonds, der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), ein wichtiges Thema. Nach einer Forderung der EU Kommission, der spanischen und italienischen Regierungen sowie des internationalen Bankenverbandes soll der ESM die Banken direkt stützen. Dies lehnt die Bundesregierung ab, weil sie den ESM als reines Stabilisierungsinstrument ansieht. Eine baldige Einigung würde ein gefestigtes Vertrauen an der Börse sorgen.
Die weltweite Konjunktur kühlt ab. Sämtliche Frühindikatoren im Euroraum deuten eine rückläufige Wirtschaftsleistung an. In China sank der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes im Mai 2012 auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2011. Die Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten enttäuschten, weil die Neueinstellungen geringer als erwartet waren.
Nach dem starken Verlust des DAX vom Freitag ist ein Rückgang bis 5970 Punkte nicht ausgeschlossen.
In der vorgenannten Börsenwoche ging der MDAX 0, 8 Prozent zurück. Nach dem Rückgang vom Freitag unter 10000 Punkte liegt eine solide Unterstützung bei 9840 Punkten.
Der SMI verlor in der Börsenwoche vom 28.05. - 01.06.12 1, 74 Prozent. Im Mai 2012 gab der Index 4 Prozent nach. Die Aussichten verdüsterten sich. Im ersten Quartal 2012 wuchs die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten 1, 9 Prozent statt 2, 2 Prozent, wie erwartet worden war. Im Euro Raum erreichte die Arbeitslosenquote 11 Prozent, den höchsten Stand seit ihrer Erhebung im Jahr 1995. Das schweizerische BIP Wachstum fiel mit einem Plus von 0, 7 Prozent im ersten Quartal 2012 überraschend erfreulich aus, getragen vom Konsum, während der Export unter der Euro Schwäche leidet. Der Einkaufsmanagerindex PMI vom Mai 2012 kündigt eine schrumpfende Industrieleistung an. Ein Test der Untergrenze von 1, 20 Franken je Euro ist nicht ausgeschlossen.
In der vorbezeichneten Börsenwoche verlor der Wechselkurs des Euro im Verhältnis zum Dollar 1, 2 Prozent an Wert. Der Wechselkurs ist auf den tiefsten Stand seit Juli 2010 gefallen. Ein Rückgang bis auf 1, 2150 Dollar ist nicht ausgeschlossen.
Die Renditen deutscher und US amerikanischer zehnjähriger Staatsanleihen fielen 0, 15 und 0, 16 Prozent.
Der Bund Future steigt seit März 2012. Eine Gegenbewegung könnte in nächster Zeit bevorstehen.

Gewinner / Verlierer

  1. Adidas + 2, 2 %
  2. LEONI AG + 1, 49 %
  3. SAP + 0, 5 %
  4. Deutsche Bank + - 0 %
  5. Nestlè - 0, 82 %
  6. Roche GS - 1, 12 %
  7. Allianz SE - 3, 1 %
  8. Commerzbank - 5, 3 %
  9. ThyssenKrupp - 8, 2 %

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