Montag, 2. Juli 2012

LEONI AG: Aktionärsbrief Ausgabe 1 2012

Die LEONI AG hat einen Aktionärsbrief versandt. Darin heißt es:
"In seiner mittelfristigen Planung verfolgt LEONI weiterhin eine ertragsorientierte, nachhaltige Expansionsstrategie, die Umsatzwachstum bei steigenden Renditen garantieren soll. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk weniger auf schierer Größe, sondern vielmehr auf Qualität. Um dieses Ziel zu erreichen, hat LEONI seine Konzernstrategie neu konzipiert: Sie beruht auf den vier Säulen Globalisierung, Innovation, Systemgeschäft und Effizienz.
Wir wollen unseren Kunden in neuen Zielmärkten weltweit als verlässlicher Partner zur Seite stehen, ihnen somit lokale Wertschöpfung und hohe Lieferflexibilität bieten. Deshalb treiben wir die Globalisierung unseres Geschäfts voran. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird dabei in den so genannten BRIC - Staaten liegen. Für China, Russland, Indien und Brasilien sowie den Wachstumsmarkt Südkorea belaufen sich unsere Umsatzerwartungen für das Jahr 2016 auf insgesamt rund eine Milliarde Euro. Dies können wir insbesondere dadurch erreichen, dass wir zusätzliche lokale Partner gewinnen. Damit wird diese Ländergruppe etwa 20 Prozent der Konzernerlöse beisteuern. Im Geschäftsjahr 2011 waren es noch 11 Prozent. Entsprechend fließt ein beträchtlicher Teil der Investitionen in diese Länder.
So haben wir Anfang des Jahres  die zweite Hälfte des südkoreanischen Bordnetzherstellers Daekyeung übernommen und planen, bis spätestens Anfang kommenden Jahres ein weiteres Bordnetz - Werk in Peking zu bauen. Des Weiteren sind neue Fertigungslinien für Pkw - Sonderleitungen in Betrieb. Darüber hinaus erweitern wir unser Branchenspektrum um die Solar- und Wind - Industrie und erschließen den chinesischen Markt für Lichtwellenleiter. In Russland haben wir kürzlich ein neues Werk in Zavolzhye mit 25.000 Quadratmeter Produktionsfläche in Betrieb genommen und treiben den Aufbau einer Business Area Russia voran. Mehrere Neuaufträge westeuropäischer Pkw - Hersteller sind die Basis für wachsendes Geschäft. Gleiches gilt für Brasilien, wo wir für ein Pkw - Projekt von PSA die Kapazitäten unseres Standorts Itù verdoppeln. Nicht zuletzt macht LEONI auch in Indien Fortschritte, wo wir zuletzt einen weiteren Auftrag von Tata für die Belieferung mit Bordnetzen gewinnen konnten. Außerdem bereitet der Unternehmensbereich WCS seinen Markteintritt mit der Produktion von Spezialkabeln für die Branchen Automobil, Solar und Bahntechnik vor.
Die Erschließung von Zukunftsmärkten gilt nicht nur aus regionaler, sondern auch aus technologischer Sicht. Deshalb bauen wir unser Innovationspotenzial aus. Wir arbeiten derzeit unter anderem an der Portfolioerweiterung für den Zukunftsmarkt Elektromobilität: Neu im Sortiment sind Leitungssätze zur Verkabelung von Hochvolt - Batterien sowie Stecker und Buchsen für Hochvolt - Leitungen. Weiterhin beschäftigen sich unsere Ingenieure mit der Frage, wie man das Gewicht einzelner Kabel und kompletter Bordnetz - Systeme reduzieren kann. Hier spielen unter anderem alternative Leitermaterialien eine große Rolle. Themen für die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sind auch die Miniaturisierung von Kabeln für unterschiedliche industrielle Anwendungen, die Weiterentwicklung der Fasertechnologie und deren Anwendungsmöglichkeiten, etwa im Umweltschutz, oder die Schadstoffreduzierung von Isolationswerkstoffen.
Die dritte Säule der Strategie besagt, dass LEONI sein Systemgeschäft weiter ausbauen wird. Eine höhere Engineering - Kompetenz im Produktbereich und ein größeres Angebot hochwertiger Dienstleistungen  sind dafür die beiden Stellhebel. Beispiele für die gelungene Umsetzung in der jüngeren Vergangenheit sind zum einen die Ausstattung der Eurostar - Züge  mit Wagenübergangssystemen, die der Kunde einbaufertig erhält. Zum anderen beliefert LEONI einen chinesischen Hersteller von Photovoltaik - Anlagen mit Kabelsystemen, die zusätzlich zu den Leitungen Sicherungsboxen enthalten. Im Automobilbereich bauen wir unsere Kompetenzen für Leistungsverteiler - Komponenten und Steckverbinder aus.
Schließlich ist es unser erklärtes Ziel, die Effizienz deutlich zu verbessern. So wollen wir etwa die einzelnen Geschäftsbereiche besser vernetzen und den systematischen Wissenstransfer fördern. LEONI hat sich auch die Optimierung interner Geschäftsprozesse auf die Fahne geschrieben: So bauen wir derzeit ein weltweites Reporting - System für das Personalwesen auf und führen ein einheitliches IT - System im Segment Draht & Kabel ein. Die Bordnetz - Division wird unter anderem durch so genannte Best - in - Class - Prozesse, mehrstufige Produktionsprozesse und ein optimales Lieferketten - Management ihre Kostenführerschaft absichern.
Volle Sonnenkraft voraus
Ein weiterer Schritt auf dem Weg, der innovativste und führende Kabelhersteller im Bereich umweltfreundlicher Technologien zu werden, ist getan: LEONI erschließt den noch jungen Markt der Solarthermie.
Experten sprechen der Technik, die Sonnenstrahlen mittels Spiegel bündelt und aus der resultierenden Wärme Strom erzeugt, insbesondere für den chinesischen und afrikanischen Raum große Potenziale zu. LEONI erwartet außerdem in Nordamerika gute Geschäfte. Der Vorteil gegenüber Photovoltaik- und Windkraftanlagen, die LEONI ebenfalls mit Produkten ausstattet, liegt in der Möglichkeit der Energiespeicherung. Auf der Hannover Messe im April haben wir erstmals eine neue Produktgruppe vorgestellt, die Instrumentations-, Niederspannungs-, Bus-, optische und Hybridkabel umfasst. LEONI ergänzt diese Palette um Engineering - Services, die für den Kunden erhebliche Kosten- und Zeiteinsparungen bei der Errichtung von Solarthermie - Kraftwerken bedeuten.
Bis 2015 soll das neue Geschäftsfeld mindestens 10 Prozent zum Umsatz der Business Unit "Industrial Projects" beitragen. Wir erwarten, mittelfristig einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent zu erreichen. Der Einstieg ist geschafft, da sich Bestandskunden aus dem Bereich der Ölförderung auch im neuen Segment engagieren und auf bewährte Lieferanten setzen. Erste Projekte in Spanien und im Nahen Osten wurden bereits abgewickelt.
Weiter auf Rekordkurs
LEONI behält den Rekordkurs des Geschäftsjahres 2011 bei. Nach den Höchstwerten von 969 Mio. Euro Umsatz und 94 Mio. Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal 2012 bestätigen wir die bisherige Prognose: Im Gesamtjahr werden wir abermals einen Zuwachs erwirtschaften und Erlöse von 3, 8 bis 4, 0 Mrd. Euro erreichen. Basis wird neben dem Zusatzgeschäft aus der Erstkonsolidierung des übernommenen südkoreanischen Bordnetz - Herstellers Daekyeung auch ein organisches Wachstum sein: Neue Projekte lassen die Nachfrage nach unseren Kabeln und Bordnetz - Systemen weiter steigen.
Wachstumstreiber sind derzeit die Automobil- und Investitionsgüterindustrie sowie die BRIC - Staaten und die USA. Um die gewonnenen Aufträge kapazitativ umsetzen zu können, wird LEONI in diesem Jahr die Investitionssumme in neue Werke, Maschinen und Anlagen bis auf 185 Mio. Euro erhöhen. Auch mittelfristig haben wir ambitionierte Pläne - und setzen uns konzernweit für das Jahr 2016 ein Umsatzziel von 5 Milliarden Euro."

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