Sonntag, 5. August 2012

DAX, MDAX, SMI, Devisen- und Rentenmarkt - Wochenbericht (30.07. - 03.08.12) Schlussbetrachtung

In der vorbezeichneten Börsenwoche erhöhte sich der DAX 2, 63 Prozent. Mario Draghi und Ben Bernanke verhalten sich fast wie Zauberlehrlinge. Frei nach Goethe scheinen beide zu raunen: "Haben sich die alten Hexenmeister Zins und Konjunktur auf Abwege begeben, sollen ihre Geister auch nach meinem Willen leben."  Beide Zentralbanker haben nicht das Ergebnis, das der Markt von ihnen erwartet hatte, geliefert. Anstatt sofort Anleihen südeuropäischer Länder zu kaufen, knüpft der Präsident der EZB den Ankauf an die Bedingung, dass sich die Regierungen zu Wirtschaftsreformen verpflichten.
Der Präsident der Fed schürt die Erwartungen auf ein drittes Staatsanleihenkaufprogramm, entscheidet sich aber noch nicht, ein solches Programm durchzuführen.
Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Schwächephase. Schwellenländer wie Brasilien, Südkorea und die Türkei verlangsamen ihr Wachtstumstempo. Die Vereinigten Staaten wachsen moderat mit 1, 5 bis 2 Prozent. Schwach ist die Konjunktur im Euroraum und in Osteuropa. Das starke Wachstum in Deutschland verhindert bis jetzt eine Rezession im Euroraum.
Die Wirtschaftsabschwächung spiegelt sich im zweiten Quartal 2012 in vielen Berichten von im DAX gelisteten Unternehmen wider. Die Umsätze steigen noch, aber die Gewinne gehen zurück.
Das Wirtschaftsumfeld ist nicht stabil. Die Schätzung, dass die DAX - Unternehmen 2013 ihre Gewinne durchschnittlich um 10 Prozent werden steigern können, wird zunehmen unrealistisch. Die Prognosen sind wohl zu korrigieren, so dass das dritte Quartal 2013 schwierig werden könnte.
Gleichwohl hilft der schwache Euro den deutschen Exportunternehmen. Der Euro gehört zu den Verlierern der Börsenwoche, weil langfristig denkende Anleger den Äußerungen von Bernanke und Draghi wenig vertrauen. Deshalb kann der Dollar wenig von der Schwäche des Euro profitieren. Beide Zentralbankpräsidenten sind Getriebene des Marktes: "Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." Der DAX kann in den Bereich zwischen 6850 bis 7195 Punkte steigen.
In dieser Börsenwoche erhöhte sich der MDAX 1, 25 Prozent. Der Index nimmt zum siebten Mal 11000 Punkte ins Visier, nachdem er am 07.07.11 11210 Punkte erreicht hatte, während sein Allzeithoch bei 11493 Punkten am 13.07.07 erreicht wurde.
In der oben genannten Börsenwoche legte der SMI 1, 52 Prozent zu. Quartals- und Halbjahreszahlen stützten den Markt. Deutlich gewannen Nestlè und Roche an Wert.
In der aktuellen Börsenwoche konnte der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar zwar 0, 7 Prozent zulegen, verlor aber auf Jahressicht 13, 7 Prozent. Es handelt sich dabei allerdings um eine technische Erholung.
In der vorgenannten Börsenwoche entwickelten sich die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen unterschiedlich. Bundesanleihen verloren 0, 04 Prozent. US amerikansiche Anleihen stiegen 0, 06 Prozent.
Der Bund Future pendelt bei 142 und 143 Prozent.

Gewinner / Verlierer

  1. Roche GS + 3, 14 %
  2. Allianz SE + 2, 82 %
  3. Commerzbank + 2, 49 %
  4. Nestlè + 2, 01 %
  5. LEONI NA + 0, 84 %
  6. ThyssenKrupp + 0, 75 %
  7. Deutsche Bank + 0, 52 %
  8. Adidas - 0, 12 %
  9. SAP - 0, 71 %.

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