Mittwoch, 26. Dezember 2012

Sitten und Gebräuche - Südostasien

Das Schiff befindet sich auf der Fahrt nach Penang.
Deshalb schreibe ich über Sitten und Gebräuche in Südostasien.
Ich erlebe eine traumhaft schöne Reise durch die Länder Thailand, Malaysia, Singapur und Vietnam.Ich erhalte wunderbare Einblicke in die für Europäer oft sehr fremde Kultur, Architektur und Gesellschaft Südostasiens. Als Gast in einem fremden Land tut man gut daran, seine eigenen Standards und Meinungen zurückzustellen und sich überhaupt zurückzunehmen, um vielmehr  mit Empathie und Aufmerksamkeit zu beobachten. In diesem Sinne sollen die Informationen zur interkulturellen Verständigung beitragen. Die Informationen sollen helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Brücken zu bauen.
Hier kann natürlich nicht die ganze Bandbreite von Sitten und Gebräuchen beschrieben und das jeweils "richtige" Verhalten angegeben werden. Eine aufmerksame Wahrnehmung und Beachtung der unterschiedlichen Gepflogenheiten kann ein verständnisvolles Miteinander zwischen Einheimischen und Besuchern jedoch erleichtern.
Auf dieser Reise habe ich mir ganz besondere Reiseziele ausgesucht. Von ultramoderner Architektur in Singapur und Kuala Lumpur, bis zu buddhistischen Tempeln in Thailand werde ich ganz besondere Eindrücke gewinnen.
Ich mache mir dabei bewusst, dass das gesellschaftliche Leben in Südostasien sehr viel traditioneller und konservativer ist als in Europa. Verhaltensweisen, die für uns selbstverständlich erscheinen, können im asiatischen Raum zu Missverständnissen und Konflikten führen.
Andere Länder, andere Sitten
  Die Unterschiede der verschiedenen Kulturen zur wesstlichen Welt sind gross. Wie überall auf der Welt bildeten sich die Kulturstandards der einzelnen Länder durch Übereinkunft und stabilisierten sich im Laufe der Zeit durch Tradition. Obwohl wir heute in einer multikulturellen Gesellschaft leben und diese Werte sich stetig wandeln und zunehmend mischen, bestimmen immer noch Religion und Normen die kulturellen Muster der Menschen einer Nation. Man sollte sich als Reisegast deshalb bewusst machen, dass nicht nur die Verhaltensweisen und Wahrnehmungsformen anders sind, als man es gewohnt sein mag, sondern dass auch die Kommunikation in dem jeweiligen Kulturkreis besonderen Regeln folgt.
Unterschiedliche Kulturstandards
Viele Bräuche sind in den von mir besuchten asiatischen Ländern ähnlich. Die Asiaten sind sehr gastfreundlich. Ihre Vorstellungen von persönlicher Unabhängigkeit, von Individualität und Familiensinn sind anders als im Westen, ohne dass es sich allgemein bestimmen liesse. Es würde ja auch keinem Europäer einfallen, einem Nicht - Europäer allgemeingültige Empfehlungen für den Umgang mit Europäern zu geben. Zu gross ist die Verschiedenheit ihrer Mentalitäten, etwa der des Italieners und des Briten. Das gleiche gilt natürlich auch für die Länder Südostasiens, wenn auch gewisse durchgehende kulturelle Charakteristika sich andeuten lassen. 
Vielfalt der Religionen 
Kuala Lumpur und Singapur sind weltoffene Städte. In Singapur ist eine freie Religionsausübung in der Verfassung verankert.  Die meisten der Einwohner bekennen sich zu Buddhismus und Taoismus.
In Thailand wird die Freiheit der Religionsausübung garantiert. Der Buddhismus ist aber eine Art Staatsreligion. Im Süden Thailands konzentriert sich die moslemische Minderheit.
Die Grundlage der vietnamesischen Religiosität ist die Ahnenverehrung. Auch der Glaube, dass den Naturerscheinungen Geister innewohnen, die durch Opfergaben gütig gestimmt werden müssen, ist bis heute lebendig.  Die strengen Moralvorstellungen des chinesischen Konfuzianismus hatten entscheidenden Einfluss.
Ein Zeichen der Ehrerbietung
Zur Begrüssung und beim Abschied legen Asiaten die Handflächen mt den Fingern nach oben in der Nähe des Herzens aneinander und neigen dabei leicht den Kopf. Je höher die Hände gehoben werden, desto höher ist die ausgedrückte Ehrerbietung. In Europa ist der Händedruck die gebräuchlichste Begrüssungsform. Dagegen ist in Südostasien das Händeschütteln traditionell eher ungewöhnlich, insbesondere dort, wo man viel Kontakt mit Ausländern hat, lässt sich in dieser Hinsicht eine zunehmende Westorientierung beobachten. 
Malaysia
Das gängige Gruss- und Segenswort im mehrheitlich muslimischen Malaysia ist "Selamat" (oder auch "Salam a`leikum"). Unter Malaien ist es üblich, dass man sich die rechte Hand reicht und ein wenig verbeugt.  Es können aber auch beide Hände bei der Begrüssung gefasst werden, was eine besondere Ehrerbietung bedeutet. Muslimische Frauen hingegen pflegen, im Unterschied zu Männern, nicht mit Handschlag begrüsst zu werden.
Singapur
In Singapur lässt sich bei allen Unterschieden zwischen den einzelnen Volksgruppen eine zunehmende Vermischung der Umgangsformen beobachten. Die konfuzianische Ethik ist bei den chinesischstämmigen Singapurern tief verwurzelt, weshalb etwa älteren Menschen ein besonderer Respekt entgegengebracht wird.  
Vietnam
Die vietnamesische Begrüssungsformel "Xin Chao!" (Aussprache "Tzin Tjjao") gilt den ganzen Tag über und bedeutet "Hallo / Guten Tag" und "Tschüss / Auf Wiedersehen" zugleich. Soie wird meist mit einem Kopfnicken und der Namensnennung des Gegenübers verbunden. Bei der Begrüssung eines Fremden pflegt man oft seine rechte Hand mit beiden Händen zu umschliessen. Den Handschlag haben die Vietnamesen von ihren ehemaligen Kolonialherren, den Franzosen, übernommen und benutzen ihn in erster Linie bei ausländischen Gästen. Wenn ein Vietnamese oder Malaie beide Hände reicht bzw. ergreift, handelt es sich um eine besondere Respekterweisung. Frauen beugen zur Begrüssung üblicherweise nur leicht den Kopf. Zurückhaltung, Bescheidenheit, leises Auftreten und Selbstkontrolle in jeder Situation sind typisch für Vietnamesen. Deshalb stossen Hektik und Ungeduld auf Unverständnis. Die Herstellung und Wahrung einer harmonisch - angenehmen Atmosphäre ist den Vietnamesen wichtiger als eine Auseinandersetzung oder das Ansprechen von möglichen Konflikten.  
Thailand
Die thailändische Begrüssungsformel "Sawadee!" besagt in etwa "Fühlen Sie sich wohl?". Das traditionelle "Wai" ist etwas vom Schönsten und Anrührendsten, das einem Gast entgegengebracht werden kann. Es ist eine Geste, in der man sich vor dem Gegenüber mit vor der Brust aneinander gelegten Händen verbeugt. Dafür gibt es fein abgestufte Regeln, die die ganze Rangordnungspalette und mehr beinhalten. Der "Wai" wird übrigens nicht nur zur Begrüssung, sondern auch zur Verabschiedung benutzt und darüber hinaus auch dazu, Dank auszudrücken oder sich zu entschuldigen. In Thailand wird Gästen zum Willkommen oft ein geweihtes weisses Fadenarmband ("sai sin") als Talisman umgelegt. Thais würden es als grobe Unhöflichkeit empfinden, wenn ein Gast diesen weissen Faden in ihrer Gegenwart entfernte.
Land des Lächelns
Wer durch Asien reist, reist durch ein endloses  "Land des Lächelns". Die Menschen im Westen lächeln oft erst aus einer Situation heraus, wenn sie einen bestimmten Grund dazu haben. In asiatischen Ländern dagegen haben die Menschen fast ständig ein Lächeln auf den Lippen. Bereits als Kind werden sie dazu angehalten, anderen gefällig zu sein. Sicherlich soll das Lächeln erreichen, dass das Gegenüber sich wohl fühlt und möglichen feindseligen Regungen vorgebeugt wird. Ein Lächeln oder Kichern mag ferner dazu dienen, "Danke" oder "Entschuldigung" zu sagen oder auch um Unsicherheiten zu überspielen. 
Mimik und Gestik
Asiaten leben in einer Schamkultur. Deshalb sollte man den permanenten Blickkontakt zu einem Asiaten eher vermeiden und ihn nicht fixieren. Man erhebt seinen Blick in kurzen Abständen, um Signale seines Gesprächspartners aufzunehmen oder zu erwidern. Es ist überall in Asien ein grober Verstoss gegen die guten Sitten, mit dem Zeigefinger oder der ausgestreckten Hand auf Personen zu deuten. Auch Taxis sollten nie mit dem Zeigefinger heran gewunken werden, statt dessen wird die hohle Hand nach innen gekrümmt und zum Körper bewegt. Asiaten sind mit Gefühlsäusserungen generell sehr zurückhaltend. Und so sind sie auch mit grossen Gesten sparsam. Asiaten empfinden solche unterschwellig als Bedrohung und fühlen sich dann entsprechend unbehaglich. 
Kopf als Sitz der Seele
Ein schwerwiegender Tabubruch ist in Malaysia die Berührung des Kopfes. Der Kopf gilt als heilig, weil man glaubt, dass dort die unantastbare Seele des Menschen ihren Sitz hat. In südostasiatischen Ländern darf man daher niemals jemandem (auch kleinen Kindern nicht) den Kopf tätscheln oder ihn anderweitig berühren, denn damit würde man dessen Seele entweihen. 
Kritik
Während es in Deutschland durchaus üblich ist, Konflikte offen zur Sprache zu bringen, wird dies im arabischen und asiatischen Raum tunlichst vermieden, um ja keinen "Gesichtsverlust" für die eine oder andere Seite zu riskieren. Dagegen kann indirekte Kritik durchaus eine verfeinerte Kunst sein, wenn man sie diplomatisch als Vorschlag anbietet. Mit Kritik sollte man im Ausland aber generell möglichst sparsam umgehen. Vor allem Thailänder reagieren sehr empfindlich, wenn man ihr Land, ihre Religion oder ihre kulturellen Eigenarten in Frage stellt. 
Essensgewohnheiten
Chinesische Malaien essen normalerweise mit Stäbchen und einem Löffel. Als schlechtes Benehmen gilt dabei die Essstäbchen aufrecht in die Schüssel zu stellen. Traditionell nahmen bzw. nehmen Malaien ihre Mahlzeiten sogar nach Geschlechtern getrennt ein. Wird auf dem Boden gegessen, sitzen die Männer im Schneidersitz und die Frauen mit parallel angewinkelten Beinen.   
Vorsicht beim Trinken
Beim Reisen in asiatischen Ländern ist es empfehlenswert, sein eigenes Mineralwasser dabei zu haben. Man trinkt kein Leitungswasser und lässt sich keine Eiswürfel in die Getränke kippen. 
Ständige Sorge um Wahrung des Gesichts
In ganz Asien kommt es in der Kommunikation darauf an, vor allem niemals das Gesicht zu verlieren. Ungeduld oder gar Zorn können zu einem solchen höchst peinlichen "Gesichtsverlust" führen. Wer Kritik üben möchte, sollte stets sachlich bleiben und nicht persönlich werden. Generell gilt Zurückhaltung und Gelassenheit mehr mehr als schneidige Direktheit. Die Wahrung des Gesichts , sowohl des eigenen wie dessen des Gegenübers, spielt kurioserweise auch eine grosse Rolle bei der Beschaffung von Informationen und wo immer man Fragen stellt. Wer sich auf Auskünfte von Passanten verlässt, dürfte oft enttäuscht werden. Denn vielen Asiaten fällt es schwer, "Ich weiss nicht" zu sagen. Überhaupt gilt ein direktes "Nein" vielfach als unhöflich. Also gibt man lieber eine falsche Antwort als zuzugeben, dass man nicht Bescheid weiss. 
Fotografieren und Filmen
Höflichkeit sollte das oberste Gebot sein. Niemand möchte zum blossen Motiv degradiert werden. Aus Respekt sollte man keine Nahaufnahmen von Personen machen, ohne vorher deren Zustimmung einzuholen. Dies gilt insbesondere bei muslimischen Frauen und betenden Menschen. In Asien haben viele Menschen Angst vor dem "bösen Blick" und reagieren bisweilen erbost, wenn man sie ablichtet. Auch das Fotografieren von Militär- und Regierungsgebäuden ist in der Regel verboten und kann grosse Unannehmlichkeiten nach sich ziehen.
Tempel und Mönche
Bei Tempel- und Klosterbesuchen sollte man auch bei Hitze Kleidung tragen, die den Körper bedeckt hält. Beim Betreten der heiligen Stätten müssen die Schuhe ausgezogen werden. Im übrrigen verhält man sich beim Besuch eines Tempels am besten so, wie man sich auch in einer Kirche verhalten würde. Frauen dürfen Mönche und deren Gewänder nicht berühren. Der Mönch müsste sich anschliessend einem umständlichen Reinigungsritual unterziehen. Wenn Thailänder Mönche formell begrüssen, verneigen sie sich auf Knien dreimal bis zum Boden. Für einen Nichtbuddhisten genügt ein respektvoller Wai. Mönche erwidern Grüsse grundsätzlich nicht. Doch gar so dogmatisch geht es bei Begegnungen zwischen Mönchen und Ausländern nicht immer zu. 
 Bekleidung und Füsse
Zeigt man in der Öffentlichkeit zuviel Haut, gilt dies als Zeichen mangelnden Anstands und daher als unehrenhaft. Generell sind Asiaten bemüht, stets sauber und gepflegt zu erscheien. Je anspruchsvoller die Kleidung, um so höher das Ansehen des Trägers. Aus kurzen Hosen herausschauende Männerbeine sehen in den Augen der Einheimischen ziemlich komisch aus. Ein Mann ist mit einer langen, leichten Baumwoll- oder Leinenhose wesentlich besser angezogen. Beim Betreten einer Moschee müssen auch westliche Frauen neben langärmliger Kleidung ein Kopftuch tragen. Sie riskieren sonst abgewiesen zu werden. Auch bei Tempelbesuchen sollten Arme und Beine bedeckt sein. So gibt es z. B. in Bangkoks Königspalast und den dazu gehörigen Tempelanlagen schulterfrei keinen Einlass. Besucher sollten stets so sitzen, dass ihre Schuhsohlen nicht sichtbar sind. Gastgeber würden dies als beleidigend empfinden. Füsse gelten als unrein, weil die Schuhe mit dem Dreck der Strasse in Berührung kommen. Deshalb dürfen die Fusssohlen beim Beten in einem buddhistischen Tempel niemals auf die Buddhastatue weisen. Traditionell  ziehen Vietnamesen und andere Asiaten beim Betreten von Privatwohnungen die Schuhe aus. 
Berührungen in der Öffentlichkeit
In Sdostasien ist es auch unter Männern üblich, aus blosser Sympathie Hand in Hand durch die Strassen zu schlendern. Junge Thais verhalten sich auch Fremden gegenüber manchmal so - was man sich als Mann gefallen lassen mag oder auch nicht. Frauen hingegen sollten Kontaktversuche dieser Art besser ablehnen. Andererseits ist es für die meisten Asiaten ein Tabu, sich berühren zu lassen.
Grundsätzlich gilt: Paare sollten sich in der Öffentlichkeit mit Zuneigungsbekundungen zurückhalten. Umarmungen, Küsse, überhaupt öffentliche Liebesbeweise gelten als unschicklich. Sie bringen alle Aussenstehenden in Verlegenheit.  
Verbote in Singapur
Singapur ist ein sehr sauberer und disziplinierter Stadtstaat, der, autoritär geführt, nach strengen Regeln funtioniert. Auch Besucher haben die Vorschriften zu befolgen. Warnschilder mit Angaben der drohenden Strafen weisen auf die einschlägigen Ge- und Verbote hin. So kann ein weggeworfener Kaugummi schon mal mit umgerechnet 500 Euro geahndet werden.
Man beachte daher:
  1. Überquere eine Strasse nur über den Zebrastreifen bzw. an einer Ampel
  2. Rauchen ist in allen öffentlichen Einrichtungen, Restaurants und Transportmitteln untersagt. Im Zweifelsfalle im erst fragen
  3. Spucken in der Öffentlichkeit ist bei Strafe untersagt
  4. Fast Food darf in öffentliche Verkehrsmittel und öffentliche Gebäude nicht mitgebracht werden.  
Traditionelle Grundlage aller Verhaltensnormen
Hinduismus und Buddhismus sind die wohl entscheidenden spirituekken Schöpfungen des gesamten asiaatischen Kontinents. Beide Religionen haben ihren Ursprung in Indien.
Der Islam entwickelte sich erst deutlich später auf der arabischen Halbinsel. Theravada - Buddhismus, Hinduismus, Islam, evangelisches und katholisches Christentum sind in Südostasien die vorherrschenden Religionen. Daneben gibt es aber noch zahlreiche andere religiöse Gruppierungen. Traditionell waren in ganz Südostasien lokale Religionen vorherrschend, die stark von Animismus, Ahnenkult und Schamanentum geprägt waren. Durch die Vermischung der verschiedenen Kulte zahlreiche neue Glaubensformen.
Malaysia ist zwar offiziell ein muslimisches Land. Jedoch gibt es dort wie auch unter den Indern viele Hindus, Sikkhs und Christen. Bei den dortigen Chinesen, traditionell Schüler des Konfuzius, gibt es heute auch Buddhisten oder Christen.   
Buddhismus
Der Buddhismus war ursprünglich eine von vielen Reformbewegungen gegen das alte Brahmanentum, die von der untergeordneten Kriegerkaste ausging. Um 563 vor Christus wurde Siddharta Gautama, der Begründer des Buddhismus, als Königssohn der Sakyas (im heutigen Nepal) geboren. Im Alter von 29 Jahren liess er das Leben im Palast hinter sich und wanderte als Asket durch das Ganges - Tal, wo er berühmte Lehrer traf und bei ihnen studierte. Da ihn all dies nicht befriedigte, wandte er sich von den traditionell beglaubigten religiösen Vorstellungen des Brahmanismus ab und ging seinen eigenen Weg mit dem Ziel, dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) und damit des Leides zu entrinnen - und zwar durch Übung, rechte geistige Ausrichtung und Erkenntnis. Nach der Überlieferung erlangte Siddharta Gautama im Alter von 35 Jahren die Erleuchtung und wurde somit zum Buddha (das heisst "Erwachter", "Erleuchteter").
Als praktische Wegweisung zur Leidensaufhebung gilt der "Achtfache Pfad", die letzte der "Vier Edlen Wahrheiten":
  1. rechte Ansicht
  2. rechtes Denken
  3. rechte Rede
  4. rechte Handlung
  5. rechter Lebenserwerb
  6. rechte Anstrengung
  7. rechte Achtsamkeit und
  8. rechte Konzentration.
 Die gesamte buddhistische Lebenseinstellung, wie auch das Beschreiten des Achtfachen Pfades zielen darauf ab, einen Weg der Mitte zu finden, um mit sich selbst und somit allen anderen Lebewesen in Einklang existieren zu können. Beim Eintritt in einen buddhistischen Orden legt der Novize ein formelles Gelübde ab, die 5 Tugendregeln (Silas) einzuhalten:  
  1. kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen
  2. nichts zu nehmen, was nicht gegeben wird
  3. keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszuüben
  4. nicht zu lügen, sondern nur wohlwollend zu sprechen
  5. keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.  
Der südliche Buddhismus (Theravada) verbreitete sich in Südostasien, der nördliche Buddhismus (Mahayana) erfasste die Länder der Himalaya - Region und über die Seidenstrasse Zentral- und Ostasien.  
Konfuzianismus
Der Konfuzianismus ist im eigentlichen Sinn keine Religion, sondern eine Anleitung zum "richtigen Leben" und eine Philosophie der gesellschaftlichen Organisation.
Traditionelle konfuzianische und chinesische Werte sind in Singapur teilweise stärker ausgeprägt als in China, da das Land keine (moistische) Kulturrevolution durchlebt hat. Konfuzius (Kung - fu - tse = "Meister aus dem Geschlecchte Kung") entstammte einem alten chinesischem Adelsgeschlecht und lebte vermutlich von 551 vor Christus bis 479 vor Christus. Er war neben Lao - Tse der bedeutendste Philosoph und Lehrmeister Chinas. Das zentrale Thema seiner Lehre war die rechte menschliche Ordnung. Diese ist für ihn durch Achtung vor anderen Menschen, vor allem den Alten und Ahnen, charakterisiert. Als Ideal sah Konfuzius den "Edlen", ein Mensch, der moralisch einwandfrei lebt: "Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht" ist das Ziel, erreichbar vor allem in der disziplinierten Bildung des Geistes.
Hinduismus
"Hindu" wie auch "Indien" ist von dem Namen des Flusses "Indus" abgeleitet und bezeichnete einst die Bewohner dieser Region. Hindu kann man nur durch Geburt in eine bestimmte Kaste werden. Etwa 80 Prozent der Inder sind Hindu. Der Hinduismus entstand um ca. 1.400 vor Christus. In den heiligen Sanskrit - Texten, den Veden, wurden die Lehren zusammengefasst. Es gibt keinen Religionsstifter, keine allgemeingültige Doktrin und kein geistliches Oberhaupt. Die Hindus haben 36 Millionen Götter, die sie anbeten.    
Im Hinduismus verschmelzen unterschiedliche Tradiionen miteinander, die durch die folgenden drei Kernideen charakterisiert sind: 
  1.  Glaube an die Wiedergeburt (Reinkarnation) un an das sie determinierende Handeln (Karma). Wer sein Schicksal in diesem Leben ergeben erduldet, wird im nächsten Leben ein besseres Los erlangen.
  2. Annahme einer unmsterblichen Seele (Atman), die mit der Weltseele (Brahman) eins sind.
  3. Überzeugung, dass es Wege zur Erlösung gibt.
Wenn auch fast jeder Inder diese Zusammenhänge anders versteht, darf kaum eine der genannten zentralen Ideen fehlen.  
Gott ist in allen Dingen. Die Welt istewig, hat keinen Anfang und kein Ende. Die Vielzahl der Götter ist stets Ausdruck von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Für die Scchöpfung steht der Gott Brahman, für die Erhaltung Vishnu, für die Zerstörung Schiva. Er zerstört schliesslich die Welt mit seinem ungezügelten Tanz, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Als Trinität gehen Brahman, Vishnu und Schiva eine sich ergänzende Verbindung ein. 
Der Islam
Der Islam ist nach Judentum und Christentum die jüngste der drei grossen monotheistischen Religionen. Mohammed, der Begründer des Islams, wurde um 570 in Mekka geboren. Der Überlieferung nach wurden ihm durch den Erzengel Gabriel die Offenbarungen Gottes übermittelt. Widerstände innerhalb seines eigenen Stammes führten schliesslich dazu, dass Mohammed mit seinen Anhängern Mekka verlassen musste. Mit dieser Auswanderung am 16.07.622 beginnt die islamische Zeitrechnung. Als Mohammed 632 stirbt, hat er praktisch alle Stämme der arabischen Halbinsel geeint und Bündnisse bis nach Iran und Syrien geschlossen.
Der Koran gilt den Muslimen als das direkte und unveränderliche Wort Gottes. Unter dem Begriff "Qur'an" (arabisch die "Rezitation") wurden die dem Propheten  zuteilgewordenen göttlichen Offenbarungen postum zusammengefasst. Die Hauptinhalte des Korans sind: Warnungen vor dem Jüngsten Gericht, ethische Weisungen, Rechtsvorschriften und theologische Diskussionen.
"Allah" ist das arabische Wort für "Gott". Ein "Muslim" ist, wer sich dem Willen Gottes unterwirft. "Islam" bedeutet "Hingabe". Die sogenannten fünf Säulen des Islam, an die sich der rechtgläubige Muslim zu halen hat, sind folgende:
  1. "Shahada" ist das Bekenntnis zu einem Gott: "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit ausser Gott gibt und, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist."
  2. "Salaat" ist das Pflichtgebet, welches möglichst fünf mal über den Tag verteilt erfolgen sollte.
  3. "Zakat" ist die Pflicht, Almosen an Bedürftige zu geben. Im KOran ist genau geregelt, wofür diese Art Steuer zu verwenden ist.
  4. "Ramadan" ist die wohl am strengsten eingehaltene Pflicht: ein kollektives Fasten im 9. Monat des islamischen Jahres.
  5. "Hadj" ist die Verpflichtung aller Moslems, wenigstens einmal im Leben nach Mekka zu pilgern.   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen