In der vorbezeichneten Börsenwoche stiegen die Kurse an den Aktienbörsen. Der DAX in Frankfurt erhöhte sich 0, 6 % auf 7708 Punkte. Beherrschendes Thema war der Wahlausgang in Italien mit sich daraus ergebenden Unsicherheiten. Zwischen Kommunisten, nationalistischen Bestrebungen in Norditalien und diversen Protestbewegungen lässt sich seit Jahrzehnten schlecht eine stabile Regierung bilden. Lediglich Silvio Berlusconi konnte den sonsz balf jährlichen Wechsel der Ministerpräsidenten vorübergehend stoppen. Neu an dem jetzigen Wahlausgang ist die Auswirkung auf die internationalen Finanzmärkte. Früher konnte die italienische Regierung die Lira so oft abwerten, wie sie wollte. Die Abwertung verdeckte die strukturellen Probleme der italioenischen Wirtschaft. Der Euro sorgte für ein Jahrzehnt der niedrigen Zinsen. Die aus dem Ruder gelaufene Staatsverschuldung war leicht zu ertragen. Berlusconi nutzte die gewonnene Zeit nicht für Wirtschaftsreformen. Die Möglichkeit der Abwertung gibt es nicht mehr. Angesichts einer Staatsverschuldung von mehr als 120 % der italienischen Wirtschaftsleistung verloren die Finanzmärkte die Geduld und erklärten die Phase niedriger Zinsen für beendet. Ein Weg aus dem Dilemma ist nicht zu erkennen. Der italienische Wahlausgang lässt eine schwierige Regierungsbildung oder sogar Neuwahlen bei einem Scheitern erwarten. Eine solche Entwicklung verstimmt die Börse, weil Italien die drittgrösste Volkswirtschaft im Euroraum ist. Griechenland und Zypern können ohne grosse Verluste gerettet werden. Italien ist ein anderes Kaliber. Anfang der Börsenwoche wurden die Halter italienischer Bankaktien nervös, weil sie grosse Gläubiger des italienischen Staates sind und am meisten betroffen sind, wenn die Finanzmärkte Italien den Geldhahn zudrehen. Italienische Bankaktien wie Mediobanca, Intesa Sanpaolo und Unicredit verloren deutlich an Wert. Andere Banken sind auch in Italien engagiert oder unterhalten Geschäftsbeziehungen zu italienischen Banken wie Deutsche Bank, ING Groep, Société Générale und BBVA. Auch diese vorgenannten nicht italienischen Banken verloren an Wert. Es gab allerdings keine Panikverkäufe. Der Mib in Mailand erlitt einen Wochenverlust von 3, 5 %. Fresenius, Heidelberg Cement und Merck gehörten zu den Wochengewinnern. BASF, Deutsche Bank und ThyssenKrupp waren Verlierer der Woche.
Der MDAX stieg 1, 08 % auf 13262 Punkte. Dürr, LEONI NA und Pro7Sat1 zählten zu den Gewinnern der Woche. Aurubis, Gerry Weber, Hochtief, Metro und SGL Carbon gehörten zu den Verlierern der Woche.
Die übrigen europäischen Börsen stiegen:
- SMI in Zürich + 0, 63 % auf 7602 Punkte - die positive Entwicklung von Nestlé, Novartis und Roche zog den Index nach oben. Auch Holcim und Swatch trugen dazu bei. Givaudan und SGS stiegen. Die Schweizer Banken wie Credit Suisse, Julius Bär und UBS gaben nach.
- FTSE 100 in London + 42, 90 Zähler auf 6379 Punkte.
Die Börsen in den Vereinigten Staaten legten zu:
- Dow Jones in New York + 89, 09 Zähler auf 14090 Punkte
- S & P 500 in New York + 2, 60 Zähler auf 1518 Punkte
- Nasdaq Composite + 7, 93 Zähler auf 3170 Punkte.
Der Nikkei 225 in Tokio erhöhte sich 220, 44 Zägler auf 11606 Punkte.
Der Wechselkurs des Euro verringerte sich:
- 1 Euro in Dollar - 0, 0186 auf 1, 3000 Dollar
- 1 Euro in Yen - 2, 4500 auf 120, 530 jap. Yen
- 1 Euro in Franken - 0, 0027 auf 1, 2245 Franken.
Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gaben nach:
- Bundesanleihen - 0, 15 % auf 1, 41 %
- US amerikanische Staatsanleihen - 0, 13 % auf 1, 85 %
Der Bund Future erhöhte sich 2 % auf 145, 60 Prozent.
Gewinner / Verlierer
- LEONI NA + 4, 63 %
- Swatch + 3, 76 %
- SAP + 1, 33 %
- Roche GS + 1, 32 %
- Nestlé + 1, 24 %
- Adidas + 0, 45 %
- Allianz SE + 0, 16 %
- Commerzbank - 0, 42 %
- FMC - 0, 63 %
- ThyssenKrupp - 2, 85 %
- Deutsche Bank - 5, 16 %
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