Montag, 12. September 2011

Euro Schweizer Franken Suche nach dem fairen Kurs

Nachdem die Schweizerische Nationalbank in der vergangenen Woche einen Mindestkurs von 1, 20 Franken je Euro festgesetzt hatte, klagen Schweizer Exporteure immer noch, weil der Euro immer im Vergleich zum Franken zu billig sei. 1, 40 oder 1, 30 Franken je Euro halten sie für einen fairen Kurs.
Ein fairer Kurs entspricht einem Gleichgewichtskurs. Der Devisenmarkt befindet sich wie andere Märkte auch niemals in einem Gleichgewicht, sondern sucht ständig das Gleichgewicht.
Um den Gleichgewichtskurs zu bestimmen, bedient sich der Markt verschiedener Modelle. Eines davon stellt die Kaufkraftparität dar, ein Kurs, zu dem Korb von Gütern und Dienstleistungen in Vergleichsländern gleich teuer wäre. Dieses Modell leidet an der Schwäche, dass nicht alle Güter international handelbar sind und unterschiedliche lokale Kosten eine komplette Preisangleichung verhindern.
Andere ökonomische Größen wie Zinsdifferenzen, Produktivitätsdifferenzen,  Leistungsbilanzsalden oder Nettoauslandsvermögen führen je nach dem zu Grunde liegenden Kriterium zu unterschiedlichen Gleichgewichtskursen.
In der Wirklichkeit haben solche Wechselkursmodelle kurz- und mittelfristig eine geringe Aussagekraft. Langfristig führt ein stark vom Gleichgewichtskurs abweichender Marktkurs zu einem fairen Wert. Mit anderen Worten die Akteure auf dem Markt bestimmen durch ihr Verhalten den fairen Kurs. 
Nach allen Modellen stellt der Mindestkurs des Franken eine Überbewertung dar. Langfristig bietet er die Möglichkeit zur Bildung eines fairen Kurses.

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