Sonntag, 27. Februar 2011

Zweiter Weltkrieg Westfeldzug Mai / Juni 1940

Da ich heute mehr Zeit als geplant zur Verfügung habe, folgt ein weiterer Post über den Zweiten Weltkrieg, nämlich der Westfeldzug Mai / Juni 1940.
Dazu ist festzustellen: Die französische Regierung und ihr Militär verließen sich auf die Maginot - Linie.  Die Ardennen sahen sie als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie an. Die französische Generalität ging nicht von einem Vorstoß der Wehrmacht durch dieses Gebiet aus, weil es für Panzer als unüberwindbar galt.  Die ursprünglichen Pläne der Wehrmacht gelangten durch ein verirrtes Kurierflugzeug  in belgische Hände.
Generalleutnant Erich von Manstein entwickelte mit seinen Mitarbeitern Oberst Günther Blumentritt und Major i.G. Henning von Tresckow einen neuen Plan für den Westfeldzug. Danach war ein schneller Vorstoß durch die Ardennen geplant, um die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen wollte von Manstein durch das "Loch in den Ardennen" zum "Sichelschnitt" - wie ihn Churchill später bezeichnete - bis zur Kanalküste hin ansetzen.
Am 10.05.1940  begann der Angriff der Wehrmacht ("Fall Gelb")  mit sieben Armeen - 136 deutsche gegen 137 alliierte Divisionen - auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. Deutsche Fallschirmjäger  nahmen bereits am 10.05.1040  die angeblich uneinnehmbare belgische Festung Eben - Emael ein. General Guderian überquerte am 14.05.1940  die Maas.  Die Royal Air Force griff die Pionierbrücken über den Fluß an und verlor einen Großteil ihrer Flugzeuge. Die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaullebegann am 17.05.1940 einen Gegenangriff auf Montcornet, den deutsche Sturzkampfbomber nach anfänglichen Erfolgen stoppen konnten. Brüssel ergab sich am 17.05.1940 kampflos.
Die Niederländer hatten sich, bedingt durch ihre Neutralität, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg  eingestellt, so dass ihre Armee leicht zu schlagen war. Königin Wilhelmina ging nach beginn des Angriffs der Wehrmacht am 13.06.1940 mit ihrer Regierung nach London. Der Befehl zur Kapitulation der niederländischen Armee, am 14.unterwegs, erreichte die deutschen Kommandostellen zu spät, um die Bombardierung Rotterdams am selben Tag zu verhindern. Die Kapitulation der niederländischen Streitkräfte erfolgte am 15.05.1940. Der Reichskommissar für die Niederlande, Arthur Seyß - Inquart, trat am 19.05.1940 sein Amt an.
Die 6. deutsche Armee  stieß am 19.05.1940 nach Erreichen der Schelde bis Abbeville vor. Der Vormarsch ging so schnell, dass die alliierten Truppen bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A sollten nach dem Befehl vom 24.05.1940 ihren Vormarsch stoppen. Die Aufhebung dieses Befehls erfolgte erst nach mehr als drei Tagen. Die Gründe für diesen Befehl sind damals wie heute unklar.  Ein für Panzer wenig geeignetes Gelände, der Vortritt für Hermann Görings Luftwaffe oder eine bewusste Schonung der Briten werden als Gründe genannt. Vermutlich war es jedoch ein Kompetenzgerangel und ein Denkzettel Hitlers an eigenmächtige Generale.
Über 337.000 alliierte Soldaten, darunter 110.000 Soldaten der französischen Armee, evakuierten vom 27. - 04.06.1940 in der "Operation Dynamo" 900 Seefahrzeuge trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe. Aus militärischer Sicht war der Haltebefehl, der die Evakuierung fast des gesamten britischen Expeditionskorps ermöglichte, ein schwerer taktischer und vor allem in der Rückschau ein folgenschwerer Fehler. Die Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, wäre nach dem Verlust des Expeditionskorps für das Vereinigte Königreich schwierig geworden, da es erfahrene Berufssoldaten waren.
Nach dem Rückzug der Briten bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Der "Fall Rot", der Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, die eigentliche Schlacht um Frankreich, setzte am 05.06.1940 mit einer Offensive der Wehrmacht an der Aisne und der Somme ein. Soldaten der 6. Infanteriedivision überquerten am 09.06.1940 die Seine. Am 10.06.1940 schloß sich Italien dem Deutschen reich an und begann eine Offensive im Süden.
Teile der 18. Armee erreichten am 14.06.1940 Paris. Um ihre Zerstörung zu verhindern, erklärten die französischen Truppen sie zur offenen Stadt  und räumten sie kampflos.  Die Heeresgruppe C durchschlug die Maginot - Linie. Die symbolträchtige Festung Verdun fiel.
Philippe Pètain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, hestand am 17.06.1940 die Niederlage Frankreichs ein. Hitler empfing am 21.06.1940 die französischen Unterhändler im Wald von Compiegne. Gegen Abend des 22.06.1940 unterzeichneten sie die vergleichsweise maßvollen Waffenstillstandsbedingungen. Der deutsch - französische Waffenstillstand trat am 25.06.1940 in Kraft. Die Royal Navy beschoss im algerischen Hafen Mers - el - Kèbir die französische Flotte, damit sie nicht an die deutsche Kriegsmarine fiel.
Nach sechs Wochen und drei Tagen mit über 135.000 alliierten und etwa 46.000 gefallenen deutschen Soldaten endete der Blitzkrieg im Westen.  Die Schweiz wahrte ihre Unabhängigkeit und wurde nie Ziel einer Offensive der Wehrmacht. Frankreich zerfiel in zwei Zonen: Den Norden und Westen, deutsch besetzt mit wichtigen Flugfeldern und Marinebasen für den Krieg gegen das Vereinigte Königreich, nämöich Häfen am Atlantik, insbesondere Brest und La Rochelle, und den Osten und Süden unter französischer Kontrolle. Marschall  Philippe Pètain führte von Vichy aus den "Ètat francais" als Marionettenstaat des Deutschen Reichs. Nach dem Krieg verurteilte ihn ein französisches Gericht zum Tode, es erfolgte später seine Begnadigung.
Der bruch der belgischen und niederländischen Neutralität durch die deutsche Reichsregierung ist ein Verbechen. Dafür möchte ich mich bei den Belgiern und Niederländern entschuldigen, auch wenn ich selbst kein Kriegsteilnehmer war, weil dieses Verhalten mein rechtsempfinden beleidigt und verletzt.

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