Montag, 18. Juli 2011

DAX und SMI Wochenbericht (11. - 15.07.11) Schlußbetrachtung

Nach dem Tabubruch von Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, erreichte die europäische Staatsschuldenkrise eine neue Dimension. Als erster Vertreter einer börsennotierten Bank setzte sich Blessing dafür ein, Griechenland einen Teil seiner Schulden zu erlassen. Private Gläubiger sollten auf 30 Prozent ihrer Forderungen verzichten.
Es handelt sich um einen ersten Vorschlag für einen Gläubigerverzicht, weil Politiker es ihren Wählern nicht werden erklären können, warum Banken neue griechische Anleihen erhalten, für die europäische Steuerzahler haften. 30 Prozent abschreiben, 70 Prozent sicher zurückbekommen, das ist ein zu günstiges Verhältnis für die Banken. Blessings Vorschlag verdeutlicht allerdings den Ernst der Lage.
Der Schweizer Franken wertete allein in dieser Woche um 3 Prozent aus. Es gab einen Rekordkurs von 1, 15 Franken je Euro. Vor drei Monaten lag der Kus noch bei 1, 30 Franken je Euro.
Der DAX verlor in dieser Woche fast drei Prozent. Er hält sich oberhalb von 7000 Punkten. Seit Jahresanfang gewann er dank hoher Dividendenzahlungen 4 Prozent. Die beginnende Berichtsaison für das zweite Quartal 2011 könnte ein stabilisierendes Element sein. Unternehmen mit Märkten über den Euroraum und Amerika hinaus können positiv überraschen.
Die Staatsschuldenkrise überragt alles. Bei einer Umschuldung Griechenlands soll das richtige Maß gefunden werden. Die Commerzbank hält 2, 9 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. Der Aktienkurs verlor in dieser Woche fast 15 Prozent.
Die Schweiz als Nicht - EU - Mitglied konnte sich der Angst vor einer Ausweitung der Krise auf Italien nicht entziehen. Die Warnung von Moody`s vor einem potenziellen Entzug der Bestnote für die Vereinigten Staaten wirkte sich negativ aus.
Der SMI verlor in dieser Woche 3, 15 Prozent. Die Politik dominiert die Börse.
Der ungebremste Höhenflug des Schweizer Franken macht den Schweizer Unternehmen mehr und mehr zu schaffen. Solange sich der Franken nicht beruhigt, blockiert das den Schweizer Aktienmarkt.
Die Genußscheine von Roche und die Aktie von Nestlè hielten sich besser als der Gesamtmarkt.

Gewinner / Verlierer

  1. Roche GS           + 0, 07 %
  2. Nestlè             - 2, 38 %
  3. SAP                - 6, 2 %
  4. Allianz SE         - 7, 0 %
  5. Deutsche Bank      - 7, 5 %

Finanzdienstleister wie Allianz SE und Deutsche Bank gehören angesichts der europäischen Schuldenkrise zu den größten Kursverlierern dieser Woche. Der Rechtsstreit zwischen Oracle und SAP ließ den Kurs von SAP angesichts eines ungewissen Anhörungstermins stark sinken. Lediglich die defensiven Schweizer Werte Nestlè und Roche konnten sich dem Abwärtssog entziehen.

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