Montag, 18. Juli 2011

Tagebuch vom 18.07.11

Die Schlußbetrachtung der vergangenen Börsenwoche hat die überragende Bedeutung der europäischen Schuldenkrise und der Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone gezeigt. Daneben spielen auch die unklaren Aussichten über die amerikanische Konjunktur und der andauernde Streit über die Erhöhung der Schuldengrenze in den Vereinigten Staaten eine Rolle.
Bereits bei Einführung der Europäischen Währungsunion und des Euro als gemeinsamer Währung gab es kritische Stimmen. Sie meinten, die Währungsunion brauche eine zielführende politische Union. Außerdem gäbe es ein wirtschaftliches Gefälle in Europa mit einem wirtschaftlich starken Norden und einem wirtschaftlich schwachen Süden. Es war die Rede von einem Europa der zwei Geschwindigkeiten. Bereits damals diskutierten deutsche Politiker die These von einem wirtschaftlichen Kerneuropa, das den Euroraum bilden sollte. Aus poltischen Gründen verwarfen alle einflußreichen europäischen Politiker die Idee des wirtschaftlichen Kerneuropa und eines Europa der zwei Geschwindigkeiten, um nicht die südeuropäischen Staaten zu diskriminieren. Diese Überlegungen kommen jetzt wieder in Mode, nachdem Griechenland und Italien überschuldet sind.
Zum Zeitpunkt der Schaffung der Europäischen Währungsunion befaßten sich Wirtschaftshistoriker mit vorangegangenen Währungsunion. Diese gingen nach mehreren Jahren wegen der Überschuldung einzelner Staaten wieder auseinander.
Es ist an der Zeit, sich Gedanken über einen Auseinanderfall der Europäischen Währungsunion und des Euro zu machen. Bei diesen Überlegungen sollten alle Alternativen durchdacht werden.

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