Dienstag, 19. Juli 2011

Starker Schweizer Franken und Unternehmensgewinne

Gegenüber dem Dollar und dem Euro hat der Schweizer Franken aufgewertet. Die europäische Schuldenkrise und die mögliche Staatspleite in den Vereinigten Staaten veranlaßt viele Anleger dazu, ihr Geld in der Schweiz anzulegen. Die Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro beträgt seit Jahresanfang 2011 8 Prozent und gegenüber dem Dollar 14 Prozent. In einem Jahr gewann der Schweizer Franken gegenüber dem Euro 20 Prozent.
Das rasante Tempo der Aufwertung führt zu Belastungen in den Unternehmen. Sie haben keine Zeit, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, um sich von den Währungsschwankungen unabhängig zu machen.
Quer durch die Branchen wirkt sich die Aufwertung auf die Firmen aus.
Bei dem weltgrößten Schweizer Warenprüfkonzen SGS ging der Vorsteuergewinn um 3, 6 Prozent auf 374 Mio. Franken und der Umsatz um 0, 3 Prozent auf 2, 3 Mrd. Franken zurück. Die unerwartet schlechten Zahlen ließen den Kurs der Aktie um neun Prozent. Ursächlich für die schlechten Zahlen war die steile Aufwertung des Schweizer Franken. Bei konstanten Wechselkursen wären der Umsatz um 12, 8 Prozent und der Vorsteuergewinn um sechs Prozent gestiegen.
Nach eigenen Angaben von Roche erzielte der Konzern im ersten Quartal 2011 währungsbereinigt ein Umsatzplus von zwei Prozent, in Franken ein Minus von neun Prozent. Bei Clariant betrug das Minus im ersten Quartal elf Prozent.
Beim weltweit zweitgrößten Aufzughersteller sank der Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent des Gesamtumsatzes.
Beim Anlagenbauer Oerlikon betrug das Umsatzminus rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes.
Ausnahmen bei dieser Entwicklung sind die Watch Group und das Chemieunternehmen Ems. Sie können beide leicht höhere Preise durchsetzen.
Das Währunggefälle läßt sich nur umgehen, wer nicht in Franken bilanziert wie der Pharmakonzern Novartis, der Agrochemiehersteller Syngeta und der Elektronikspezialist ABB.

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