Mittwoch, 10. August 2011

DAX, MDAX und SMI Wochenbericht (8. - 12.08.11)

Die aktuelle Börsenwoche begann mit einem heftigen Kurssturz an allen Börsen. Die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) entspannten die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten am Montag, den 08.08.11, nicht. Am späten Nachmittag standen alle Indizes im Minus - der DAX sank unter 6000 Punkte. Die EZB kaufte italienische und spanische Staatsanleihen an, Trotzdem drückten Konjunktursorgen auf die Stimmung an den Märkten. Konjunkturabhängige Aktien wie Rohstofftitel oder Anteilscheine von Automobilherstellern tendierten besonders schwach.
Die Herabstufung der Bonitätsnote der Vereinigten Staaten von AAA auf AA+ am Freitagabend, den 05.08.11, durch Standard & Poor`s belastete die Aktienmärkte, weil Händler sie erst in einigen Monaten erwartet hatten. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession der Weltwirtschaft ist gestiegen.
Der DAX in Frankfurt sank um 5 Prozent auf 5928 Punkte, ein Verlust von mehr als 20 Prozent gegenüber seinem Jahreshöchststand vom 06.05.11.
Im MDAX gaben Leoni 11, 18 Prozent nach.
Der SMI in Zürich verlor 2, 9 Prozent auf 5022 Punkte.
Am Dienstag, den 09.08.11, schwankten die Kurse an den europäischen Aktienmärkten. Eine feste Eröffnung an der Wall Street am Nachmittag hellte die Stimmung an den Börsen auf. An vielen europäischen Börsen gingen die Verluste deutlich zurück und drehten vereinzelt in den positiven Bereich. Sorgen um die weltweite Konjunktur belasteten die Kurse. Die Hoffnungen der Anleger richteten sich auf die amerikanische Notenbank, die am Dienstag nach europäischem Börsenschluß über ein weiteres Ankaufprogramm amerikanischer Staatsanleihen beraten will. Es gab keinen Verkaufsdruck.
Der DAX in Frankfurt sank bis kurz vor Handelsschluß um 1, 3 Prozent auf 5850 Punkte nach Schwankungen im Handelsverlauf zwischen + 1, 7 Prozent und - 7, 1 Prozent.
Der MDAX gewann 2, 1 Prozent und stieg auf 8711 Punkte. Die Aktien von Leoni schossen um 11, 6 Prozent nach oben.
Der SMI in Zürich verlor geringfügig 0, 3 Prozent auf 4950 Punkte.
Am Mittwoch, den 10.08.11, sanken die Kurse an den europäischen Aktienmärkten nach einer kurzen Erholungsphase am Nachmittag wegen einer schwachen Eröffnung der wall Street. Auf die Stimmung drückten zum einen die Zweifel der Anleger, ob es tatsächlich ausreiche, bis Mitte 2013 die Nullzinspolitik in den Vereinigten Staaten fortzusetzen, und zum anderen die seit Tagen umlaufenden und sich verstärkenden Gerüchte, nach denen Frankreich der verlust der Spitzen Bonitätsnote AAA drohe. Die sehr vagen Gerüchte - die führenden Ratingagenturen schließen auf absehbare Zeit aus, Frankreich herabzustufen - ließen die Bank- und Finanzwerte abstürzen.
Der DAX in Frankfurt sank um 4, 6 Prozent auf 5643 Punkte nach Schwankungen zwischen 5549 und 6089 Punkten. Bank- und Finanzwerte führten die Verliererliste an: Deutsche Bank - 10, 6 Prozent, Commerzbank - 9 Prozent nach Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen im zweiten Quartal und Allianz SE - 10, 3 Prozent.
Der SMI in Zürich gab um 2, 9 Prozent auf 4850 Punkte nach.
Am Donnerstag, den 11.08.11, stiegen die Kurse an den europäischen Aktienmärkten zunächst deutlich, fielen dann wieder, um nach Eröffnung der amerikanischen Aktienmärkte wieder zu steigen. Nach Mitteilung des Arbeitsministeriums sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den Vereinigten Staaten unerwartet auf 395.000, so niedrig wie Anfang April 2011. Die Erwartungen lagen bei 405.000. Nach starken Verlusten am Mittwoch, den 10.08.11, gewannen die Kurse von Bankaktien, sanken dann im Handelsverlauf, um sich am Nachmittag wieder zu erholen.
Der DAX in Frankfurt legte um 2, 7 Prozent auf 5763 Punkte zu nach einem vorübergehenden Tiefstand von 5500 Punkten, tiefster Stand seit Februar 2010. Vor Präsentation ihrer Quartalszahlen gewann die Aktie von Thyssen Krupp gut 5 Prozent nach vorhergehendem Anstieg des Kurses von Salzgitter um 18 Prozent.
Der SMI in Zürich erholte sich um 4 Prozent auf 4994 Punkte.
Am Freitag, den 12.08.11, stiegen die Kurse an den europäischen Aktienmärkten nach anfänglichen Kursverlusten deutlich. Seit Freitag sind in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien Leerverkäufe von Finanztiteln verboten, um die Börsen zu stabilisieren. Die stärker als erwartet gestiegenen Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten ließen die Stimmung an den Börsen steigen. Im Gegensatz zu den Einzelhandelsumsätzen sank der von der Universität Michigan ermittelte Index zum Verbrauchervertrauen der Amerikaner im August 2011 von 63, 7 auf 54, 9, ein langfristiges Tief. Die Aktien von Banken und Versicherern gewannen am deutlichsten.
Der DAX in Frankfurt legte um 2, 2 Prozent auf 5921 Punkte zu nach seinem Tiefstand am Donnerstag, den 11.08.11, von unter 5500 Punkten. Die Kurse von Aktien der Banken und Versicherer stiegen deutlich: Commerzbank + 5 Prozent nach einer Kaufempfehlung der WestLB, Allianz um + 5 Prozent und Deutsche Bank + 4, 5 Prozent. Der Kurs von Thyssen Krupp verlief zickzackförmig. Wegen eines schwächer als erwartet ausgefallenen Gewinns vor Steuern und Zinsen im dritten Quartal 2011 - 566 Mio. Euro statt erwarteter 590, 9 Mio. Euro - sank der Kurs vorübergehend, um dann 2, 7 Prozent zuzulegen.
Der SMI in Zürich gewann 4, 8 Prozent auf 5276 Punkte.

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