Mittwoch, 7. Dezember 2011

Brasilien: Planung von neuen Börsen

Das Monopol des brasilianischen BM&F Bovespa in Sao Paulo beim Aktien- und Derivatehandel neigt sich möglicherweise dem Ende zu. Der nordamerikanische Börsenbetreiber Direct Edge will bis Ende 2012 in Rio de Janeiro eine alternative Börse zu Sao Paulo aufziehen.
Neben Direct Edge beteiligte sich der US Börsenkonzern Bats Global Markets an dem brasilianischen Maklerhaus Claritas.
Ein weiterer US amerikanischer Börsenbetreiber Intercontinental Exchange erwarb Anteile des brasilianischen Börsendienstleisters Cetip. Cetip baute gemeinsam mit Clearstream, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Börse AG, den ersten außerbörslichen brasilianischen Handel mit Wertpapieren auf. Das Gemeinschaftsunternehmen gibt es seit Juli 2011 und wächst rasant.
Bovespa sind diese Aktivitäten ein Dorn im Auge; denn auch die New York Stock Exchange besucht ständig Brasilien, um Geschäftsmöglichkeiten auszuloten.
Der brasilianische Aktien- und Devisenhandelt konzentriert sich monopolartig auf Sao Paulo. Der außerbörsliche Handel macht rund 15 Prozent aus.
Die Bovespa Aktie verlor 2011 25 Prozent an Wert. Die Börse von Sao Paulo hat eine Börsenkapitalisierung von 6, 5 Mrd. Dollar, fast so viel wie die Nyse an der Wallstreet, und gehört zu den zehn größten Handelsplätzen weltweit.
Auch wenn brasilianische Finanzkreise das Interesse ausländischer Konkurrenten begrüßen, erwarten sie nicht eine schnelle Etablerung eigener Plattformen. Die strenge brasiliansiche Börsenaufsicht lässt keine schnellen Genehmigungen zu. Außerdem will die Bovespa ausländischen Konkurrenten ihr Clearing und ihre Wertpapierverwahrung nicht zur Verfügung stellen.

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