Mein Schiff liegt im Hafen von Santa Cruz de la Palma auf der Kanareninsel La Palma. Im Hafeninfo heißt es:
"La Palma, der vollständige Name lautet eigentlich San Miguel de la Palma, ist die nordwestlichste der sieben Kanarischen Inseln vor der Nordwestküste Afrikas. Die spanische Insel wird oft auch "La Isla Bonita" oder "La Isla Verde" - die wunderschöne oder grüne Insel - genannt. Das subtropische Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen und reichlich Regen sorgt für eine vielseitige und üppige Vegetation. Der Norden der Insel ist von tiefen Schluchten durchzogen; die Mitte wird von dem riesigen Krater der Caldera de Taburiente überragt. Die Berge in der Umgebung erreichen immerhin Höhen von bis zu 2.426 Metern. Die südliche Region erinnerrt mit zahlreichen kleineren Kratern an den vulkanischen Ursprung der Insel.
Sehenswürdigkeiten in La Palma
Santa Cruz de la Palma (meist nur Santa Cruz genannt) ist Hauptstadt, größter Hafen und mit ca. 20.000 Einwohnern (etwa einem Viertel der Inselbevölkerung) die zweitgrößte Stadt der Insel. Allgemein wird Santa Cruz als eine der schönsten kanarischen Städte angesehen. Massentourismus spielt hier noch keine allzu große Rolle und die trubeligen Urlaubsziele auf Teneriffa erscheinen im Vergleich dazu wie eine andere Welt. Santa Cruz de la Palma wirkt nicht großstädtisch, doch das Flair dieser alten spanischen Kolonialstadt strömt noch immer durch die stattlichen Bürgerhäuser, Adelspaläste, lauschigen Plazas und verträumten Winkel.
Calle O'Daly
Diese schmucke Straße wurde nach einem irischen Händler benannt, der sich hier in früheren Zeiten angesiedelt hatte. Die enge, mit Kopfstein gepflasterte Straße ist für den Verkehr gesperrt und führt an zahlreichen großartigen Herrschaftshäusern vorbei, die von wohlhabenden Händlern gebaut wurden. Eindrucksvolle schmiedeeiserne Balkone, riesige Eingangstüren und schattige Innenhöfe mit Springbrunnen waren typische Merkmale des Wohlstands. Die Händler machten ein Vermögen mit dem Export von Zucker, Bananen, Holz, Tabak und Wein. Die Casa Salazar in der Call O'Daly (Nummer 22) zählt zu den schönsten Bauten der Stadt. Das repräsentative Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert; im schönen Innenhof befindet sich eine Touristen Information.
Iglesia de El Salvador
Die im Jahre 1503 gebaute Kirche ist eine der wenigen Gebäude in Santa Cruz, das die französischen Piratenaangriffe überlebt hat, allerdings nur der Turm. Von 1553 an wurde die Kirche in mehreren Bauphasen bis ins 18. Jahrhundert hinein im Renaissance Stil wieder aufgebaut. Eine breite Freitreppe führt zum prächtigen Portal; drinnen befinden sich unter einem Deckengewölbe, das einer Kirche wie dieser würdig erscheint, zahlreiche Gemälde und bildliche Darstellungen. Die Decke aus Kiefernholz präsentiert einen Dekorationsstil, der als Mudèjar bezeichnet wird - eine Mischung aus maurischen Mustern und christlichen Symbolen.
Ayuntamiento (Rathaus)
Auf der anderen Seite der gemütlichen Plaza de Espana mit seinem dreieckigen Grundriss befindet sich das Rathaus. Die Bögen des 1559 nach einem Brand neu errichteten Gebäudes verraten den Einfluss der spanischen Renaissance. Auch das Interieur ist sehr spanisch: Bis ins Detail kunstvoll geschnitzte Holzdecken und Türen und ein Bildnis des Habsburgers Philip II., der zum Zeitpunkt der Errichtung des Bauwerks Spaniens König war. Unter den steinernen Wappen an den Wänden sind auch die anderer Habsburger zu finden.
Calle Pèrez de Brito / Calle 'Daly
Der nördliche Teil dieser Hauptstraße heißt Calle Pèrez de Brito und beginnt direkt hinter dem Rathaus. Dieser Abschnitt ist genauso attraktiv und interessant wie die Calle O'Daly. Die schmale, ebenfalls mit Kopfstein gepflasterte Straße führt vorbei an wunderschönen Gebäuden aus dem 18. / 19. Jahrhundert. Etwas weiter der Straße folgend, trifft man auf die Iglesia de San Francisco, eine Klosterkirche, deren Bau im 16. Jahrhundert begonnen wurde. Die Kirche ist Teil Convento de San Francisco (ein ehemaliges Kloster der Franziskanermönche), in dem sich das Museo Insular befindet. Es handelt sich dabei um eines von vielen Museen der Stadt (wie z.B. das Archäologische, das Ethnographische, das Naturhistorische oder auch das der Schönen Künste). Dieses bedeutendste Museum der Insel zeigt Sammlungen zur Geschichte, Völkerkunde und Kunst. Ein extra Raum ist der Urbevölkerung - den Guanchen - gewidmet. Eine Besichtigung lohnt sich auch wegen des hübschen Kreuzgangs, um den sich die Ausstellungsräume gruppieren.
Santa Maria
Wenn man etwas weiter in die gleiche Richtung geht, gelangt man zu einem Nachbau von Kolumbus' berühmter "Santa Maria" aus Beton und Holz. Die Bewohner von Santa Cruz nennen es Barco de la Virgen. Das Modell wird anlässlich lokaler feste gern mit Blumen und Flaggen geschmückt. Es ist außerdem Heimat des Schiffahrtsmuseums, in dem alte Seekarten, Navigationsgeräte und Flaggen ausgestellt sind. .......
Historischer Rückblick
Die ersten Höhlenbewohner
Über die Frühgeschichte der Insel vor der Ankunft der Spanier im Jahre 1492 ist noch relativ wenig bekannt. Die ersten Inselbewohner, die Guanchen, kamen ca. 500 - 800 v. Chr. von Nordafrika herüber und sind mit den Berbern verwandt. Wie sie den Atlantik überquert haben, ist ein bis heute ungelöstes Rätsel. Bekannt ist, dass das von der übrigen Welt völlig abgeschottete Hirten- und Bauernvolk sich noch im 15. Jahrhundert auf der Entwicklungsstufe der Steinzeit befand.
Ehrgeizige Kastilier
Die neunziger des 15. Jahrhunderts waren aufregende Zeiten im Festlandsspanien. Die katholischen Monarchen - Isabella von Kastilien und Fernando von Aragòn - stellten die Juden im Lande vor die Wahl, sich entweder zum Christentum zu bekennen oder das Land zu verlassen. Die spanische Inquisition etablierte sich in Kastilien und die Mauren in Granada wurden im Januar 1492 vernichtend geschlagen. Weitere Territorien in Übersee waren begehrt und die Kanarischen Inseln boten sich als spanische Außenposten geradezu an. Die Guanchen waren weniger begeistert, Teil Kastiliens zu werden und widersetzten sich der Invasion der spanischen Truppen im Jahre 1492 mit ganzer Kraft. Der disziplinierten, militärischen Übermacht der spanischen Aggressoren waren die Ureinwohner jedoch nicht gewachsen.
Die Gründung von Santa Cruz
Santa Cruz (Heiliges Kreuz) wurde ein Jahr später, am 03.05.1493, gegründet. Die Insel La Palma wurde Teil Kastiliens und schnell vom wachsenden spanischen Königreich vereinnahmt. Die neue Siedlung entwickelte sich rasant zu einem der wichtigsten spanischen Brückenköpfe, nicht nur als Anlaufhafen für Schiffe auf dem Weg in Richtung Osten und nach Am,erika, sondern auch als Schiffbauzentrum und Ausfuhrhafen von Zuckerrohr und Malvasia Wein.
Piraten überfielen die Hauptstadt
Freibeuter und Piraten aus Europa und Nordafrika durchkreuzten den Atlantik auf der Suche nach spanischen Schatzschiffen voller Gold, Silber und Juwelen, die sich auf dem Rückweg von Amerika befanden. Gelegentlich wurde, sozusagen im "Vorbeifahren", auch Santa Cruz überfallen. Französische Piraten unter der Führung von Francois le Clerc brannten im Jahre 1563 große teile der Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Fünfzig Jashre später wurde der Angriff von Sir Francis Drake erfolgreich abgewehrt. Der Engländer verlor dabei sein Flaggschiff. Die vergangenen Jashrhunderte waren für Santa Cruz und La Palma eher Zeiten, die von Aufschwung und Frieden bestimmt waren. Die Insel war im Vergleich immer etwas wohlhabender gewesen - und die heutigen Palmeros sind auf drastische Veränderungen ihrer wunderschönen Insel nicht mehr erpicht. Die Errichtung von Hochhäusern und riesigen Hotels ist deshalb auch in Zukunft kaum zu erwarten."