Nach fünfjährigen Ermittlungen und der Sicherstellung Tausender von Dokumenten veröffentlichte das brasilianische Justizministerium einen abschließenden Untersuchungsbericht. Darin beschuldigt das Justizministerium sechs Zementhersteller, Preise und Produktionsmengen ausgehandelt, Absatzmärkte aufgeteilt und Aktionen gegen Konkurrenten abgesprochen zu haben. Laut dem Ministerium gibt es Beweise für ein Kartell zwischen 2006 und 2007. Nach Zeugenaussagen sollen Preisabsprachen in der brasilianischen Zementbranche bis in die sechziger Jahre zurückreichen.
Die Zahl der in Brasilien tätigen Zementhersteller sank seit Beginn der neunziger Jahre von 19 auf 10. Nach dem Untersuchungsbericht verursachen die Preisabsprachen nach konservativen Schätzungen in der brasilianischen Wirtschaft einen jährlichen Schaden von 1, 5 Mrd. Real.
Das Justizministerium übergibt den Untersuchungsbericht der Kartellbehörde. Die Behörde wird Sanktionen vorschlagen. Den betroffenen Unternehmen und drei Branchenverbänden drohen empfindliche Geldbußen. Außerdem wird die Behörde die Rechtmäßigkeit der in den vergangenen Jahren durchgeführten Fusionen und Akquisitionen in der Branche überprüfen.
Die sechs beschuldigten Unternehmen beherrschen zusammen rund 90 Prozent des brasilianischen Zement- und Betongeschäfts.
Alle betroffenen Unternehmen weisen den Vorwurf einer Preisabsprache zurück.
Nach China, Indien, den Vereinigten Staaten und der Türkei ist Brasilien ist der fünftgrößte Zementhersteller der Welt. Dank der regen privaten und öffentlichen Bautätigkeit wächst die Branche stark - 2010 um 15 und 2011 voraussichtlich um 7 Prozent.
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