Es folgt der zweite Teil meiner Schilderung der Reise zu Ostern 2013. Von Palma de Mallorca fuhr ich weiter nach Cagliari auf Sardinien. Im Hafeninfo heißt es:
Cagliari ist nicht einfach nur eine Stadt, es ist die Hauptstadt unserer Welt, die aus Geschichte, Stolz und Tradition besteht. Ein "geklautes" Zitat, was aber am trefflichsten die Beziehung zwischen Cagliari und dessen Bewohnern beschreibt. Dessen Einwohner, traditionell bei der Mehrheit aller Bewohner der anderen Provinzen Sardiniens unbeliebt, unterstreichen gerne ihr Band zu der alten, an der felsigen Meeresbucht der südlichen Küste der Insel gegründeten Stadt. Cagliari war schon immer das wichtigste politische und wirtschaftliche Zentrum für die Verwaltung und Kultur Sardiniens. Außerdem ist es natürlich noch erster Hafen der Insel, was nicht zu unterschätzen ist, da die Verbindung für die Stadt zum Meer nämlich mehr als nur eng, sondern zwingend ist. Die Tatsache, dass Cagliari im Vergleich zu anderen Hafenstädten auf der Insel immer geschafft hat, die Herrschaft des Handels an sich zu reißen, erklärt natürlich die in der Geschichte immer wieder auftauchende etwas schwierige Beziehung zu den restlichen Bewohnern der Insel. Cagliari breitet sich im Herzen des Golfs der Engel in Richtung südliches Sardinien aus, und zwar vom "Capo Pula" bis zum "Capo Carbonara". Das warme Klima im Sommer wird durch die Winde gemildert, dessen Rauheit im Winter jedoch die Temperatur niemals unter 13 - 14 Grad Celsius sinken lässt. Dieses Klima ist eine der besten Lebensbedingungen dieser Stadt, die sehr viel von ihren touristischen Aktivitäten hält und die sich nicht nur auf Verwaltung und Institution beschränkt. Die Wurzeln Cagliaris sind grundsätzlich karthagisch, auch wenn dieser Streifen der Küste schon seit der Jungsteinzeit bewohnt und viele glauben, dass die ersten, die dort im "Golf der Engel" eine Kolonie errichtet haben, die Phönizier gewesen wären. Als man hier einen Vorposten erbaute, der als Vorhut für Karthago, das mitten im Herz des römischen Imperium gelegen war, kam die Idee, hier den Hafen zu errichten. Am Anfang war dieser rein militärisch mit einem Krankenhaus und einem Stützpunkt mit militärischer Besatzung. In Wirklichkeit bereicherten dann erst die Römer die Stadt, indem sie zahlreiche Strukturen schafften. Sie wollten oder schafften es aber nie, die Stadt zu einem Knotenpunkt der eigenen Provinzen zu machen. Cagliari, das von den Römern "Karalis" genannt wurde, wuchs durch die sehr autonome Regierung, bis seine mittelalterlichen Bezirke im oberen Bereich und die direkt am Meer in Hafennähe durch mehrere sarazenische Invasionen zerstört wurden. Der Reichtum, der Cagliari sehr mächtig gemacht hatte, ja sogar für einige Meeresrepubliken der damaligen Epoche schon furchteinflößend war, verschwand und ließ einen traurigen Niedergang folgen. Cagliari war eine Haaresbreite vom Ruin entfernt und stand erst unter der Regierung der Republik Pisa wieder auf, um unter der Kontrolle der Katalanen alle Dimensionen und Charakteristiken einer spanischen Stadt anzunehmen. Das höchste Viertel der Stadt "Castello" ist dafür das beste Beispiel. Vor allem dort findet man die architektonischen Hinterlassenschaften der langen spanischen Vorherrschaft. Zu bewundern ist die Kathedrale von Santa Maria und auch die nahegelegenen Paläste der Vorstädte "Stampace" und "Villanova". Diese architektonischen Strukturen sind noch heute typisch für diese Stadt, welche erst mit dem Anschluss Sardiniens an das Reich Savoyen den Aspekt geändert hat. Cagliari wurde in militärischer Sicht immer unwichtiger, um den wachsenden Handelsinteressen nachzukommen. Seine Festungswerke wurden größtenteils abgerissen, seine Burgen blieben unbewaffnet und die militärischen Paläste wurden in Betriebe umgewandelt. Dadurch entwickelte sich Cagliari innerhalb kürzester Zeit zu einem modernen Kennzeichen der Insel. Cagliari bietet sehr beeindruckende Aussichten: Den Sattel des Teufels auf dem Hügel des S. Elia mit dem langen Strand "Poetto", das Kap von S. Elia, welches in den Strand von "Cala Mosca" mündet, und vom Leuchtturm (einem antiken spanischen Turm) dominiert wird. Das Leben der Stadt spielt sich rund um seinen Hafen und dessen Handel ab. Außerdem kann sich die Stadt auf eine touristische Industrie verlassen, die niemals gekriselt hat, da sie wie keine andere sardinische Region auf eine Badesaison von knapp sechs Monaten zählen kann.
Von Cagliari kam ich nach Palermo auf Sizilien. Im Hafeninfo heißt es:
Als Brücke zwischen Europa und Afrika stellt Palermo mit seinen 700.000 Einwohnern nicht nur eine bedeutende Metropole dar, sondern auch eine Hauptstadt der Kunst, Kultur und Tradition, die durch den Handel, der in ihrer Geschichte immer eine wichtige Rolle eingenommen hat, und durch die Seefahrt begünstigt wurde. Die Geschichtsforschung ist sich heute sicher, dass Palermo, ursprünglich Panormus wegen seiner tiefen Einbuchtung genannt, schon in der Frühzeit in den Grotten und Unterschlüpfen des Monte Pellegrino, der mit seinen 600 Metern Höhe die Stadt überlagert, bewohnt war. In der Folgezeit war die Stadt griechisch, punisch, römisch, karthagisch, byzantinisch sowie im 9, Jahrhundert sarazenisch und wurde somit zu einer der schönsten Städte der Zeit. Mit seiner Mischung aus maurischem und normannischem Baustil, der direkt nach den Sarazenen entsteht, wird Palermo sowie ein großer Teil der Insel besonders unter Friedrich II. berühmt. Dieser beherrscht für lange Zeit sowohl unter militärischen als auch unter verwaltungstechnischen Gesichtspunkten das Geschehen und siedelt hier seinen kosmopolitischen Hof an und baut ihn zu einer blühenden kulturellen Hochburg aus. Nach der Herrschaft des Hauses Anjou, während der das Primat des Reichs an Neapel verlorenging und von deren Regierung Palermo sich mit der Vesperrevolte (1228) befreite, gelangte es unter den Aragonesern zu einer neuen Blütezeit. Darauf folgte die spanische und dann später die bourbonische Vorherrschaft, der Garibaldi mit seinen Freiheitskämpfern am 27.05.1860 ein Ende setzte. Die Gegensätze zwischen diesen Kulturen, die alle in der Altstadt und deren unmittelbaren Umgebung architektonisch ihre Spuren hinterlassen haben, sind mit Sicherheit die interessanteste Eigentümlichkeit nicht nur wegen des bunten und lebhaften Stadtgebietes, sondern auch aufgrund der sozialen Struktur. Das interessanteste Beispiel normannischer Baukunst ist der Normannenpalast an der Piazza della Vittoria, in dessen Inneren sich die berühmte palatinische Kapelle (1132) befindet, die den Aposteln Peter und Paul gewidmet ist. Diese ist mit Mosaiken der romanischen, arabischen und byzantinischen Baukunst ausgeschmückt.
Den Schlusspunkt der Reise bildete der Besuch von Civitavecchia. Um mich nicht zu wiederholen, erlaube ich mir, auf meinen Post vom 05.03.12 Bezug zu nehmen. Darin beschreibe ich die Bedeutung und die Sehenswürdigkeiten von Civitavecchia. Wer sich gerne näher informieren will, empfehle ich, den Post zu lesen.
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