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Donnerstag, 6. Januar 2011

Euro und Westerwelle

Der Finanzmarkt wurde gestern mit Staatsanleihen aus Irland und Portugal überschwemmt, die die Europäische Zentralbank auf den Markt geworfen hat. Die Anleihen konnten alle verkauft werden. Dieser Ablauf gilt als Zeichen, dass es keine Krise um den Euro gibt, weil es genügend Käufer gibt. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Staatsanleihen nur mit hohen Zinssätzen wegen des Risikos eines möglichen Staatsbankrottes verkauft werden können. Unternehmen finanzieren sich ebenfalls über Anleihen. Diese Anleihen stehen in Konkurrenz zu den Staatsanleihen, deren Zinssatz ebenfalls steigt, damit sie verkauft werden können. Es handelt sich um einen Verdrängungswettbewerb. Bei sich verändernden wirtschaftlichen Verhältnissen kann dieser Wettbewerb dazu führen, dass die Zinssätze sich so erhöhen, dass sich die Unternehmen nicht mehr finanzieren können. Sollte ein solcher Finanzierungsnotstand eintreten, kann die Wirtschaft so gefährdet sein, dass Arbeitsplätze in Gefahr geraten.
Neben einem möglichen Finanzierungsnotstand ist auch ein anderer Aspekt zu beachten. Die Währungsreserven bestehen zu 75 Prozent aus Dollar und der Rest aus Euro. Im gleichen Verhältnis verteilen sich die Anleihen. Besonders Asiaten, insbesondere Chinesen, halten neben Dollar- auch in erheblichem Umfang Euroanleihen. Sie finanzieren stillschweigend die europäische Wirtschaftsentwicklung mit. Diese Tatsache spiegelt ihre zunehmende wirtschaftliche Bedeutung wider.
Das heutige Dreikönigstreffen ist für Guido Westerwelle wichtig, weil es für seine politische Zukunft entscheidend sein kann. Von seiner rede auf dem treffen hängt es ab, ob sich die Diskussion um seine Stellung als Vorsitzender beruhigt. Eine kurzfristige Beruhigung halte ich für möglich, aber bei weiteren Umfragetiefs wird eine Diskussion um seine Position wieder los gehen.

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