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Donnerstag, 20. Januar 2011

Reisebericht Rio de Janeiro



Nach dem Einschiffen hat das Schiff um Mitternacht in Santos Richtung Rio de Janeiro abgelegt. Die Reise verlief ruhig; ich erreichte Rio gegen 18 Uhr.Die Einfahrt in die Guanabara Bucht erfolgte um 16 Uhr. Der Kapitän gab die Einfahrt bekannt, so dass das Vorderdeck des Schiffes  stark besetzt war. Es war schwierig, einen guten Platz zu bekommen. Wegen der vielen Menschen war es sehr schwer möglich, gute Videoaufnahmen zu machen. Ich stand auf der  linken Seite des Decks, so dass ich bei klaren Sichtverhältnissen den Corcovaro mit der Christusstatue und den Zuckerhut gut sehen konnte. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.
An der westlichen Seite der Guanabara Bucht, indianischer Name einer 380 Quadratkilometer großen Meeresbucht, liegt Rio de Janeiro und am westlichen meerseitigen Eingang zur Bucht liegt der Zuckerhut. Gaspar de Lemos , ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker, entdeckte die Bucht am 01.01.1502 und hielt sie irrtümlicherweise für die Mündung eines Flusses. Deshalb nannte er sie Januarfluss, Rio de Janeiro. Er wusste nicht, dass die dort ansässigen Tamoio Indianer die Bucht Guanabar, Meeresarm, nannten.
Ab 18 Uhr begann mein Ausflug "Highlights von Rio de Janeiro." Ursprünglich sollte mich der Ausflug auf den Corcovaro und den Zuckerhut führen. Der geplante Ablauf war nicht möglich, weil der Zuckerhut wegen des Abschiedsbesuchs des brasilianischen Staatspräsidenten nicht zu besichtigen war. Diese Besichtigung erfolgte am nächsten Tag.
Der Ausflug auf den Corcovado führte mit der Zahnradbahn durch Wohngebiete und den Tijuca Regenwald zur Christusstatue. Der Corcovado, der Bucklige, ist 710 Meter hoch. Auf seiner Spitze steht die 38 Meter hohe Christusstatue Cristo Redentor mit einer Spannweite von 28 Metern. Die Entwürfe zu der Statue fertigte der brasilianische Bauingenieur Heitor da Silva Costa (1873 - 1947). Die Gipsmodelle, nach denen der Kopf und die Hände gefertigt wurden, stammen vom französischen Bildhauer Paul Landowski (1875 - 1961). Die Verkleidung der Oberfläche der Statue schuf der Künstler Carlos Oswald aus leicht formbarem Speckstein. Die Statue wurde am 12.10.1931 eingeweiht. Seit 2006 ist sie katholischer Wallfahrtsort. Bei klaren Sichtverhältnissen hatte ich einen wunderbaren Blick über Rio de Janeiro und die Guanbara Bucht.
Am nächsten Tag ging es um 13. 45 Uhr vom Schiff mit dem Bus über die Avenida Branco und eine Stadtautobahn in den Stadtteil Urca. Dort bestieg ich die Seilbahn zum Zuckerhut, um auf der Mittelstation in die Seilbahn, die direkt auf den Zuckerhut führt, umzusteigen. Der Zuckerhut, Pao de Acucar genannt, ist 395 Meter hoch und ein steil aufragender Granitfelsen. Er befindet sich auf der Halbinsel Urca im Süden der Botafogo Bucht, wo die Guanabara Bucht auf den Atlantik trifft. Das englische Kindermädchen Henrietta Carstairs hat den Zuckerhut erstmalig 1817 bestiegen. Die auf den Zuckerhut führende Seilbahn mit voll verglasten Seiten, die einen guten Blick auf den Berg ermöglichen, wurde 1913 gebaut. Bei guten Sichtverhältnissen, die ich leider nicht hatte, ist die Copacabana gut zu sehen.
Auf der Rückfahrt zum Schiff bin ich auch an Copacabana vorbeigekommen, ohne jedoch anzuhalten. Copacabana, einer der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros direkt zwischen dem Atlantik und den mit Favelas bevölkerten Granitfelsen, hat einen über vier Kilometer langen Sandstrand. Der Stadtteil erhielt seinen Namen von Marienkunstwerken aus dem gleichnamigen Wallfahrtsort am Titicacasee in Bolivien.. Der halbmondförmige Strand mit Promenade , auch "Princesinha do Mar" genannt, hatte in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren sein goldenes Zeitalter.
Obwohl ich nur einen kleinen Ausschnitt von Rio de Janeiro gesehen habe, möchte ich noch einige Fakten hinzufügen. Rio de Janeiro mit seiner gleichnamigen Hauptstadt ist ein Bundesstaat im Südosten Brasiliens. Die Bewohner des Bundesstaates nennen sich Fluminenses, die Bewohner der Hauptstadt Cariocas. Der Bundesstaat hat eine Fläche von 43.909 Quadratkilometern und gehört zu den kleineren Bundesstaaten. Er hat 15, 2 Millionen Einwohner und ist damit der drittbevölkerungsreichste Bundesstaat nach Sao Paulo und Minas Gerais. Die von mir besuchten Orte Angra dos Reis und Buzios gehören zu diesem Bundesstaat.
Die Hauptstadt Rio de Janeiro ist nach Sao Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens und ein bedeutendes Handels- und Finanzzentrum. Die Stadt hat 6.093.472 und die Metropolregion 11.563.302 Einwohner. Über die wichtigen Wahrzeichen habe ich bereits berichtet. Die Stadt ist bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals mit seiner vielfarbigen Parade der Sambaschulen

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