Tagebch, Reisen und mehr

Samstag, 31. Dezember 2011

Nachtgedanken

Ich gehe noch nicht zu Bett, sondern an die Bar, umnoch zu entspannen. Da ich nicht weiß, wann ich wieder auf meine Kabine komme, schreibe ich meine Nachtgedanken. Heute Abend war mein Silvestermenue. 
Als Vorspeise gab es Carpaccio von Seeteufel und Lachs mit Ossietra Kaviar. Danach ließ der Küchenchef Champagner Senf Suppe servieren. Es schloss sich gegrillter Red Snapper auf Safranrisotto mit Champagnerschaum an. Als Zwischengericht gab es Champagner Cassis Sorbet. Es folgte Rinderfilet "Rossini" mit gebratener Entenstopfleber und Pommes Williams. Zum Abschluss liess der Küchenchef Variaton von Valrhona Schokolade mit Champagner Butter Eis servieren. Ich habe Weiss- und Rotwein dazu getrunken. Es war ein exquisites Menue.
Das Restaurant war nicht ganz ausverkauft. Die Stimmung war dem Anlass angemessen.

Tagebuch vom 31.12.11

Bevor ich zu meinem Silvestermenue gehe, möchte ich den letzten Beitrag meines Tagebuches 2011 schreiben. Es war ein ereignisreiches Jahr mit vielen Höhepunkten und auch einigen Rückschlägen. Die Höhepunkte überwogen die Rückschläge, so dass es insgesamt ein erfreuliches Jahr war.
Als ich im Dezember 2010 damit begonnen habe, ein Weblog zu schreiben, handelte es sich um einen Versuch, weil ich keine Erfahrung hatte. Ich war erstaunt, trotz meiner ersten Versuche bereits eine Resonanz zu erzielen. Im Laufe des Jahres 2011 nahm die Resonanz immer weiter zu. Besonders erfreut war ich über die Internationalität meines Publikums. Ich möchte mich deshalb bei meinem Publikum bedanken, weil es mich immer weiter anregt, die Beiträge meines Weblogs zu überprüfen und zu verbessern.
Auch 2011 war es mir wieder vergönnt, schöne und weite Reisen zu machen. Dafür bin ich dankbar. Ich werde bei genügender Zeit berichten.
Meinem Publikum wünsche ich eine schöne Silvesterfeier und ein gutes Jahr 2012.

Belèm / Brasilien

Das Tenderboot, das uns nach Belèm bringen sollte, durfte unser Schiff nicht in der gewünschten Zeit anlaufen. Ich musste so lange warten, dass ich wegen der hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit darauf verzichtet habe, die Stadtrundfahrt zu machen, um keine Kreislaufprobleme zu bekommen. Gleichwohl konnte ich die Skyline von Belèm fotografieren.
Im Hafeninfo heißt es:
"Nur einen Grad südlich des Äquators und 145 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt, liegt im Norden Brasiliens Belèm, die Hauptstadt des Bundesstaates Parà - und der Mangobäume. Denn im Beinamen trägt die 1, 4 Millionen Einwohner zählende Stadt den Titel "Cidade das mangueiras". Belèm, übersetzt Bethlehem, wurde 1616 an der Bucht von Marajò, dort wo der Rio Guamà in den Rio Parà mündet, von den Portugiesen gegründet, ist damit eine der ältesten Siedlungen Brasiliens und gilt als Tor zum Amazonas. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von 1, 065 Quadratkilometern und ist neben Manaus eines der wichtigsten Zentren des Amazonasgebietes.

Sehenswürdigkeiten
Im Hafen spielt die Musik

Der Hafen Belèms ist seit Jahrhunderten die Lebensader der Stadt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nur das Bild hat sich ein wenig gewandelt. Wo einst Waren jeglicher Art geladen wurden, kann man heute gut essen, Kaffee trinken und Musik hören. Die mit der Zeit heruntergekommenen Lagerhallen Estacao das Docas wurden im Jshr 2000 umgebaut und beherbergen heute Restaurants, Bars und Theater. Rund 540 Meter lang ist die Flanier- und Vergnügungsmeile, deren Prunkstück eine bewegliche Bühne ist, auf der Live - Musik gespielt wird und die von jedem Lokal aus einsehbar ist. An den Bootsanlegern herrscht den gesamten Tag über geschäftiges Treiben.
Dem steht der Trubel in den Markthallen in keiner Weise nach. Sagenhaft 2.000 Verkaufsstände gibt es hier, an denen von kunsthandwerklichen Souvenirs über exotische Früchte und Gewürze, Fisch und Fleisch bis hin zu Textilien und typischen Speisen nahezu alles verkauft wird. Hier bekommt man das gelb bräunliche Dendè Öl ebenso wie die Maniok Sauce "Tucupi", die in der regionalen Küche so unverzichtbar ist. Der spannendste Teil des Marktes ist sicher dort, wo die "Tias"(Kräutertanten) geheimnisvolle Wundermittelchen mixen, die gegen alles helfen. Schlangenhäute, Amulette und Zauberutensilien vermitteln bisweilen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Die vier schmiedeeisernen Türme der Markthalle gelten als Wahrzeichen der Stadt. Die eiserne Stützkonstruktion ist ein Entwurf Henriques la Roques. Sie wurde aus Großbritannien importiert und 1901 in Hafennähe wieder aufgebaut. Die Markthalle trägt den Namen Mercado Ver o Peso, was so viel heißt wie "Achte auf das Gewicht", denn hier wogen die Kolonialherren die unterschiedlichen Waren, um entsprechende Steuern zu erheben. Heute heißt das Gebot der Stunde leider auch "Achte auf Deine Geldbörse", denn Taschendiebe treiben gern im Schutze der Geschäftigkeit ihr Unwesen. 

Am Anfang war die Festung
Ausgangspunkt der Besiedlung Belèms war die Festung Forte do Castelo oder Forte do Prosipio de Belèm (Festung der Krippe von Bethlehem). Ursprünglich hatten die Portugiesen sie 1616 aus Stampflehm und Kies errichtet. Sie sollte als Bollwerk  gegen Piraten aus Frankreich, England und Holland dienen und außerdem den Zugang ins Amazonasgebiet sichern. Nach der Zerstörung während des Cabanagem Aufstandes (Revolta dos Cabanos 1835 bis 1840) musste die Festung neu aufgebaut werden. Diesmal benutzten die Baumeister allerdings Steine. In der Festung sind ein Archäologisches Museum und eine Bar untergebracht. Außerdem wird eine Ausstellung über die Gemeinschaft der Indigenas gezeigt. Nicht zuletzt bietet sich von hier aus ein schöner Blick auf die Stadt und den Hafen. In die Altstadt Belèms führt die älteste Straße der Stadt, die Ladeira do Castelo. Neben verwitterten Kirchen kann man entlang dieser Straße noch HÄuser sehen, die mit den portugiesischen Azulejo Kacheln verziert sind.

Kolonialer Charme
Die Altstadt selbst versprüht den Charme der Kolonialzeit. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im Zuge des Kautschuk Booms. In dieser Zeit entstanden viele Prachtbauten und Kolonialhäuser, die bis heute erhalten geblieben sind. Dazu zählt insbesondere das Teatro da Paz, eines der ersten Theater Brasiliens. Der neoklassizistische Bau entstand in den Jahren 1869 bis 1874 und wurde der Mailänder Scala nachempfunden. Imponierend sind außen seine griechischen Marmorsäulen und innen die Spiegel und Leuchter aus venezianischem Kristall. 1.100 Theaterfreunde finden im Zuschauerraum Platz. Eines der schönsten Kolonialgebäude  ist die ehemalige Markthalle Mercado Pùblico des Sao Braz, in der heute ein Kulturzentrum untergebracht ist. Der Pàlacio Antonio Lemos stammt ebenfalls aus der Zeit des Kautschuk Booms und war zwischen 1860 bis 1883 das Rathaus der Stadt. In seinen Räumen findet man das Museu de Arte Belèm, das eine Sammlung brasilianischer Bilder aus dem 20. Jahrhundert zeigt. Am Eingang stehen für die Besucher Stoffpantoffeln bereit, um die herrlichen Holzfußböden zu schonen.

Museen und eine alte Tradition
Kunst und lukullische Genüsse vereint das Casa das Onze Jamelas, das "Haus der elf Fenster". Im einstigen Zuhause eines Zuckerbarons haben klassische und moderne Kunst ihren Platz. Gleichzeitig befindet sich in den Räumen eines der besten Restaurants (Boteco das Onze) der Stadt. Zum Gebäudekomplex Feliz Lusitania gehört das alte Gefängnis, in dem sich ein Archiv mit Informationen über die Kolonialzeit befindet. Die Geschichte und Entwicklung Belèms und der Region sind im Museu do Estado do Parà dokumentiert. Dieses Museum ist in der ehemaligen Residenz des königlichen Statthalters, im Palàcio Lauro Sodrè, untergebracht.
Mit sakraler Kunst beschäftigt sich das Museu de Arte Sacra. Es ist Teil des Jesuitenkollegs, mit dessen Bau Ende des 17. Jahrhunderts begonnen wurde. Die zum Kolleg gehörende Kirche Santo Alexandre war Belèms erstes Gotteshaus und ist ein gutes Beispiel für den typischen Stil des tropischen Barocks. Von der einstigen Pracht zeugen die vom Tiroler Maler und Bildhauer Pater Johannes Xaver Traer gestalteten Kanzeln. Der Bischofspalast schließt sich direkt an. Gegenüber des Jesuitenkollegs erhebt sich die Catedral Sè, deren Grundstein 1748 gelegt wurde. Ihre beiden klassizistischen Glockentürme sind eine Arbeit des Architekten Giuseppe Landi aus Bologna. Die Basilca de Nazarè ist jüngeren Datums und wurde 1909 nach dem Vorbild der römischen St. Pauls Kirche errichtet. Sie ist jährlich Ausgangspunkt der traditionsreichen Prozession Ciro de Nazarè. Seit mehr als 200 Jahren feiern die Brasilianer dieses größte, religiöse Fest. Menschen aus dem ganzen Land strömen dann nach Belèm, um dieses Ereignis, das 1793 das erste Mal stattfand, mitzuerleben. Dabei dreht sich alles um das winzige Bild der Nossa Senhora de Nazarè. Es soll aus Nazareth stammen und im Portugal des Mittelalters Wunder vollbracht haben, bevor es in Brasilien verloren ging. Auf dem Gelände der heutigen Basilika hatte es ein Viehzüchter wieder gefunden. Im Museu do Ciro erfährt man über die Tradition und Geschichte dieser Prozession.
Erholung finden die Einwohner Belèms im Stadtpark Bosque Rodrigues Alves. Er ist einer der ältesten botanischen Gärten Brasiliens und beherbergt außerdem einen Minizoo und ein Schildkrötengehege. Der Park Mangal das Garcas ist auf 35.000 Quadratmetern ein Abbild einer typischen Amazonas Landschaft mit mehr als 300 Vogel- und Schmetterlingsarten. Außerdem gibt es Orchideenpavillons sowie das Museu Amazonico und ein Kunsthandwerksgeschäft. Vom Leuchtturm aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Ein weiterer Botanischer Garten samt zoologischer Sammlung gehört zum Museumskomplex Emilio Goeldi, der 1866 als Forschungszentrum gegründet wurde. Hier gewinnen die Besucher einen Eindruck von der Tier- und Pflanzenwelt im Amazonasgebiet. Außerdem gibt es eine archäologische und völkerkundliche Ausstellung.  .......

Historischer Rückblick
..... Der ursprüngliche Name Brasiliens lautete Terra Papagalli und leitete sich vom Brasil Holz ab, dessen Handel allmählich begann. Ebenso wurde seit 1520 Zuckerrohr angebaut. Im Jahre 1538 wurden dann die ersten Sklaven aus Afrika in die Plantagen verschleppt. Der Anbau des Zuckerrohrs wurde zum wesentlichen Wirtschaftsfaktor. Auf Kosten der Sklaven gelanhgten die Kolonialherren zu Ruhm und Rechtum. Im Jahre 1600 arbeiteten etwa 30.000 Sklaven in den Plantagen, 1700 waren es schon 150.000 und 1800 1, 5 Millionen. Die Zahl der Ureinwohner sank stetig. Sie waren der Gewalt und den Krankheiten der Eroberer nicht gewachsen. Anfang des 16. Jahrhunderts lebten fünf bis acht Millionen Indios in 1.175 Stämmen in Brasilien, Ende des 18. Jahrhunderts waren es nur noch eine Million, und heute sind es nur noch etwa 734.000.
Die Gründung Belèms geht auf das Jahr 1616 zurück, als der portugiesische Kapitän Francisco Caldeira Castelo Branco mit dem Bau der Festung den Grundstein der Besiedlung legte. Belèm ist damit eine der ältesten Siedlungen Brasiliens. Erste Einwohner der Region waren allerdings die Tupinambà Indianer. Belèm war nicht immer der Name der heutigen Hauptstadt Paràs. Feliz Lusitania, Santa Maria do Grao Parà und Santa Maria de Belèm do Grao Parà bezeichneten zuvor ebenfalls den Ort an der Mündung des Rio Guamà in den Rio Parà. Die Schätze des Amazonas sowie die Versklavung der Indianer waren zunächst Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 1751 wurde Belèm Hauptstadt des Staates Grao Parà, der den gesamten brasilianischen Norden umfasste. Als Dom Pedro im Jahre 1822 die Unabhängigkeit ausrief, drang sein Ruf offenbar nicht bis in den Norden des Landes vor. Erst im August des folgenden Jahres wurde die Loslödung von Portugal auch in Belèm anerkannt. 
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Europäer den Wert des Kautschuks erkannten. Die Bevölkerung wuchs von 40.000 im Jahre 1875 auf 100.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es entstanden eine umfassende Infrastruktur sowie neue Hafenanlagen und Kais. Auch heute noch ist Belèm wichtiger Handels- und Umschlagsplatz insbesondere für Holz, Soja, Fisch, Paranüsse und Palmherzen."

Belèm - vor der Stadtrundfahrt

Ich bin heute in Belèm angekommen. Die Stadt liegt an der Mündung des Amazonas in den Atlantischen Ozean. In knapp einer Stunde beginnt meine Stadtrundfahrt. Ich habe mich mit Sonnen- und Insektenschutz eingesprüht. Auf dem Kopf trage ich einen Sonnenhut, eine Basecap. Meine Armbanduhr habe ich gewechselt. Ich begrüße mein altes und neues Publikum.

Freitag, 30. Dezember 2011

Hallo nach Argentinien und Brasilien

Bei Durchsicht meiner Statistiken habe ich festgestellt, dass es Leserinnen oder Leser aus Argentinien oder Brasilien, diesich für meine Beiträge interessieren, gibt. Das Interesse freut mich und ich möchte diesen Publikumskreis besonders herzlich begrüßen und ein gutes neues Jashr wünschen.

Nachtgedanken

Morgen endet 2011. Es war ein spannendes und ereignisreiches Jahr. Ich bin in Belèm, wenn das Jahr endet. Ich werde bei Rossini gepflegt zu Abend essen und eine Silvestergala genießen.
Gleich gehe ich zu Bett, damit ich ausgeruht aufstehe und anschließend meine Stadtführung durch Belèm machen kann. Wenn die Feierlichkeiten zu Silvester beginnen, werde ich auf See sein. Wir fahren dann Richtung Santarèm, wo wir am Montag, 02.01.12, ankommen werden.

Tagebuch vom 30.12.11

Auf der Fahrt nach Belèm war es sonnig und warm, ein richtiger Tag zum Faulenzen. Heute Morgen habe ich erst einmal mein altes und neuesPublikum wie immer begrüßt. Dann habe ich die Bordzeitung gelesen. Danach kam meine tägliche Lektüre, der MERIAN, Artikel aus Wikipedia, Elizbeth Gaskell, William Makepeace Thackeray und dann Theodor Schieder. Anschließend folgte eine Präsentation über Santàrem. Ich habe meine morgige Stadtrundfahrt Belèm vorbereitet.
Nach dem Mittagessen habe ich mir ein schattiges Plätzchen auf dem Pooldeck gesucht und Musik gehört. Als der Akku meines I Pods sich zu leeren begann, habe ich mich in mein Zimmer gesetzt, den I Pod an die Steckdose zum Laden des Akkus und des weiteren Hörens von Musik angeschlossen. So ist mein Tag bis jetzt vergangen.

Wieder auf See - Richtung Belem

Vor dem Frühstück sitze ich vor meinem Notebook. Ich bin wieder auf See. Wir fahren Richtung Belem. Heute Morgen findet ein Vortrag zu Belem statt. Morgen mache ich eine Stadtrundfahrt in Belem. Ein Hafeninfo gibt es heute nicht. Deshalb werde ich nicht viel schreiben. Ich begrüße mein altes und neues Publikum und wünsche einen angenehmen Tag.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nachtgedanken

Ich weiß noch nicht, ob ich gleich zu Bett gehen werde. Trotz dieser Unschlüssigkeit scheibe ich meine Nachtgedanken.
Nach meinem Abendessen sitze ich vor meinem Computer. Das Abendessen war sehr gut. Ich bin satt und weiß noch nicht recht, was ich machen soll. Um 21. 30Uhr gibt es Beat Club, eine Party auf dem Pool Deck. Leider habe ich schon einige Getränke getrunken, so dass ich nicht weiß, ob ich es wagen soll, an der Party auf dem Pool Deck teilzunehmen.
Beim Abendessen konnte ich wegen meines Hörkraftverstärkers viele Dinge besser hören, als wenn ich keinen Hörkraftverstärker angehabt hätte. Ich habe aus dem Gespräch an meinem Nachbartisch erkannt, dass meine Bedienung ausgebildete Sommeliere ist. Das Abendessen war exquisit. Da ich das Abendessen früher als erwartet beenden konnte, kann ich die Beat Club Parta auf dem Pool Deckwohl doch noch mitmachen.
Ich war etwas zu optimistisch, weil ich nach dem Schreiben meiner Nachtgedanken eingeschlafen bin. Deshalb konnte ich doch nicht an der Poolparty teilnehmen.

Tagebuch vom 29.12.11

Heute in Fortaleza war es frühlinhgshaft warm uns sonnig. Es handelt sich um eine typische Hafenstadt. Wenn auch im Hafeninfo viele Sehenswürdigkeiten beschrieben werden, macht die Stadt einen nicht sehr einladenden Eindruck. Es gibt wohl feine Sandstrände, aber ich darf wegen meines Fußes nicht schwimmen. Die Ausfahrt aus dem Hafen war wenig spektakulär.
Deshalb habe ich den Tag mit Lesen auf meinem Balkon verbracht, wobei ich mich mit Sonnenschutz und Insektenschutz einsprühen musste. Die Sonne war sehr stark. Auch auf den Nachbarbalkonen saßen Leute.
Gleich gehe ich zum Abendessen. Anschließend werde ich vielleicht eine Beat Club Nacht auf dem Pooldeck mitmachen.

Fortaleza / Brasilien

Mein Schiff liegt im Hafen von Fortaleza. Im Hafeninfo heißt es:
"Fortaleza ist die Hauptstadt des Bundesstaates Cearà im Nordosten Brasiliens. Sie ist die fünftgrößte Stadt Brasiliens und liegt an der Mündung des Pajeù in die Mucuripe Bucht. Fortaleza erstreckt sich auf einer Länge von 20Kilometern am Atlantischen Ozean und allein daraus erklärt sich schon ihre Bedeutung als Strandparadies. Die 2, 4 Millionen Einwohner zählende Stadt entwickelt sich mehr und mehr zum Touristenzentrum, nicht nur für Brasilianer. Denn von Lissabon aus sind es nur knapp sieben Flugstunden an die brasilianische Küste. Ganzjährig herrscht ein tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius. Die langen Strandabschnitte werden immer wieder unterbrochen von roten Klippen, Palmen und Dünenabschnitten sowie Lagunen. All das wirkt wie ein riesiger tropischer Wasserspielplatz.


Sehenswürdigkeiten

Langusten und feuriger Forrò

Ausgangspunkt der Besiedlung Fortalezas war das Fort da Nostra Senhore Assuncao. Gebaut und auf den Namen Fort Schoonenborch getauft hatten es im Jahre 1649 die Holländer. Doch bereits 1654 wurde es von den Portugiesen eingenommen. Es dient noch heute als militärische Anlage und kann daher nicht besichtigt werden. Die Stadtstrände Fortalezas heißen Meireles, Mucuripe und Iracema. Wenn Sie einen Spaziergang entlang der Avenida Beira Mar vom Hafen Mucuripe aus unternehmen, werden Ihnen die ungewöhnlichen, altertümlichen Fischerboote, die Jangadas, auffallen. Sie erinnern an ein Floß mit Segel, werden aber noch immer von den Fischern benutzt, die täglich die Restaurants am Strand mit frischem Fisch beliefern. Inzwischen sind die Jangadas eine Art Wahrzeichen der Stadt. Ebenso gehören Langusten zum Image. Hier bekommen Sie sie günstig und frisch. Auf dem Fischmarkt können Sie übrigens frische Krabben erstehen und geich nebenan frittieren lassen. Und noch ein Erkennungszeichen Fortalezas: Wie überall in Brasilien wird hier gern getanzt, und zwar "Forrò". Dieser Tanzstil ist im Nordosten Brasiliens weit verbreitet und sehr sinnlich. Berührungsängste sollten sie nicht haben, denn bei diesem Tanz stehen Sie in ständigem körperlichen Kontakt  mit ihrem Partner. Der in Europa in den achtziger Jahren populär gewordene Lambada nutzt Elemente des Forrò. Ein wenig mehr über die Stadtgeschichte können Sie im Leuchtturm von Mucuripe erfahren. Hier gibt es ein kleines Museum mit Dokumenten und Fotos. 

Liebeserklärung an ein Stadtviertel
Eines der ältesten Viertel der Stadt ist Iracema. Dieser Name ist indianischen Ursprungs und bezieht sich auf eine Liebesgeschichte zwischen einer Indianerin und dem Portugiesen Martins Soares Moreno. Noch vor 100 Jahren gehörte das Viertel den Fischern. Doch um 1920 herum entdeckten die Reichen der Stadt es für sich und ließen zahlreiche Villen für die Sommerfrische bauen. Heute steht der ganze Stadtteil unter Denkmalschutz. Die Ponte dos Ingleses ist für viele Besucher Hauptanziehungspunkt während einer Stadtbesichtigung. 130 Meter erstreckt sich die Holzbrücke mit der markanten Stahlkonstruktion ins Meer. 1925 hatte ein englisches Unternehmen sie als Anleger konstruiert. Von hier aus haben Sie einen schönen Blick auf die Bucht von Fortaleza und können sich anhand von Plakaten außerdem über die Geschichte der Brücke informieren.
Nach dem berühmten Dichter Josè de Alencar ist das Stadttheater benannt. Es ist die bedeutendste kulturelle Sehenswürdigkeit der Stadt und wurde 1910 eingeweiht. Die Eisenkonstruktion im Jugendstil mit den bunten Glasfenstern wurde aus Schottland an die Küste Brasiliens gebracht. 1991 erlebte das Theater nach einer umfassenden Renovierung eine Neueröffnung. An den Innenhof schließt sich eine schöne Gartenanlage an. Den Grundstein für die neugotische Catedral da Sè legten die Kirchenbauer 1930, das Gotteshaus konnte aber erst 1978 eingeweiht werden. Außen beeindruckt es mit 75 Meter hohen Türmen und innen mit Platz für 5.000 Menschen. Pate gestanden haben für diesen Kirchenbau übrigens der Kölner Dom und Notre Dame in Paris.

Museen & Kunsthandwerk
Im ehemaligen Gefängnis von 1856 ist heute das Museu de Arte e Cultura Populares untergebracht. Hier finden Sie zudem einige Geschäfte, in denen Sie Kunsthandwerk erstehen können, und die Touristen Information. Das Museum zeigt eine eindrucksvolle Sammlung kunsthandwerklicher Gegenstände aus Cearà sowie Musikinstrumente, Webstühle, Skulpturen und Puppen. Ebenfalls sehenswert ist die Oldtimer Sammlung im Automobilmuseum. Insgesamt 50 Fahrzeuge von der Thin Lizzy bis zum Käfer werden präsentiert. Gut einkaufen, insbesondere Textilien und Lederwaren, können Sie an der Avenida Monsenher Tabosa. Kunsthandwerk, wie etwa feine Spitze, und typische Souvenirs bekommen Sie im Kulturzentrum Drago do Mar. Der Mercado Central wartet mit mehr als 500 Ständen auf, an denen Sie alles bekommen, was sie brauchen oder auch nicht. Und beim Kunsthandwerkermarkt an der Praia do Meireles sind T Shirts Trumpf.

Historischer Rückblick
Brasiliens Vergangen heit ist vor allem Kolonialgeschichte. Selbst wenn diese Zeit der Fremdbestimmung ungleich kürzer ist, als die der ersten Einwohner. Experten sind sich nicht ganz einig, doch die Besiedlung Brasiliens begann bereits 60.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die offizielle Grünmdung Brasiliens fällt in das Jahr 1500. Als Entdecker gilt der Portugiese Pedro Alvares Cabral. Im Vertrag von Tordesillas (1494) war das Land schon vor seiner Entdeckung den Portugiesen zugesprochen worden. Bald darauf schlug die Stunde der Abtenteurer und Forscher, der Wissenschaftler und Künstler, die zunächst in friedlicher Absicht kamen. Aber schon bald folgten ihnen Piraten, Ausbeuter und Sklavenhändler.
Vermutlich schon zwei Monate bevor Pedro Alvares Cabral  den Monte Pascoal in Bahia erblickte und damit in die Geschichte als Entdecker Brasiliens einging, landete der spanische Seefahrer Vicente Yanez Pinzòn im Februar des Jahres 1500 in der Bucht von Mucuripe vor dem heutigen Fortaleza. Dennoch geht die Gründung der Stadt in das Jahr 1649 zurück, als die Holländer mit dem Bau des Forts Schoonenborch den Grundstein der Besiedlung in Fortaleza legten.
Das von den Holländern gegründete Fort blieb nicht lange in deren Besitz. Bereits 1654 übernahmen es die Portugiesen. Um die Festung herum entstand ein Dorf, das sich im Lasufe der Jahrhunderte zu einer großen Stadt entwickelte. Bis ins 18. Jahrhundert wehrten sich die indianischen Ureinwohner gegen die Kolonialisierung durch die Portugiesen, so dass diese erst spät auch ins Binnenland vordrangen. Hier legten sie vor allem Baumwollplantagen an, so dass sich Fortaleza aufgrund seiner Baumwollexporte im 19. Jahrhundert  zu einer der wichtigsten Städte Brasiliens mauserte. Dürre im Landesinneren und Arbeitsplätze in der Textilindustrie sorgten für einen stetigen Bevölkerungszuwachs. Seit den neunziger Jahren spielz neben der Nahrungsmittel- und Textilindustrie auch der Tourismus eine immer bedeutendere wirtschaftliche Rolle. Im Jahr 2004 war die Küstenmetropole die meist besuchte Stadt Brasiliens. Fortaleza ist eine moderne Metropole geworden, die aber auch ihre sozialen Probleme hat. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Favelas (Slums).

Endlich in Fortaleza !

Nach langem Anfahrtsweg habe ich mit meinem Schiff Fortaleza in Brasilien erreicht. Am Samstag, den 31.12.11, mache ich in Belem meinen ersten Ausflug. Brasilien war das eigentliche Ziel meiner Reise. Madeira und die Kapverdischen Inseln haben mich nicht so sehr interessiert, dass ich Ausflüge unternommen habe. Allerdings haben mich die Vorträge interessiert. Karneval werde ich eine Schiffsreise nach Madeira unternehmen. Dort werde ich dann Ausflüge unternehmen.
Bevor ich weiter in meinem Weblog schreibe, möchte ich mein altes und neues Publikum ganz herzlich begrüßen und einen schönen Tag wünschen.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Nachtgedanken

Bevor ich zu Bett gehe, folgen meine Nachtgedanken. Mittlerweile ist es schon eine Zeit her, seit ich meine letzten Nachtgedanken geschrieben habe. Die Ursache meines Schweigens liegt im Internet begründet, weil es auf einem Schiff abends nicht immer leicht ist, die Verbindung zum Internet herzustellen. Außerdem kommt hinzu, dass abends auf dem Schiff häufig Veranstaltungen, die mich interessieren, stattfinden. Die letzte Begündung bitte ich, nicht dahin zu verstehen, dass mir mein Publikum gleichgültig ist. Wenn eine solche Veranstaltung geendet hat, bin ich meistens zu müde, um dann noch Nachtgedanken zu schreiben.
Heute war es jedoch so, dass die stattfindemnde Veranstaltung sich auf aallen Kreuzfahrtschiffen wiederholt hat, so dass sie für mich uninteressant ist. Deshalb habe ich in der Bar eine gemütliche Sause gemacht, so dass ich früh in meine Kabine gekommen bin.
Ich komme entspannt ins Bett und wünsche eine gute Nacht.

Tagebuch vom 28.12.11

Morgen erreiche ich Brasilien. Das Schiff läuft Fortaleza an, einen Hafen, in dem ich nicht besichtigen werde, weil es sich nicht lohnt. Meine Besichtigungen beginnen Samstag, den 31.12.11, wenn wir in Belem anlegen, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Parà. Es handelt sich wie Fortaleza um eine Millionenstadt. Ich mache eine Stadtrundfahrt. Das Schiff liegt auf Reede, so dass ich mit einem Tender in knapp einer halben Stunde die Stadt erreichen werde. In der Stadt werden wir einen großen Markt, das Fort, die Kathedrale und einen Botanischen Garten besichtigen. Belem liegt in der Amazonasmündung, die 250 Kilometer umfasst.
Nach einem heutigen Vortrag ist der Amazonas wegen seiner Wassermenge und seiner Länge von 6445 Kilometern der längste Fluß der Erde. Er ist aus dem Zusammenfluss mehrerer Flüsse entstanden. Sein Ursprung liegt in den peruanischen Anden auf 5715 Metern Höhe. Im Mündungsdelta hat er 0 Meter erreicht. Deshalb beträgt seine Fallhöhe 5715 Meter.

Weiter auf See - Regen

Ich bin weiter auf See. Es regnet. Wegen des Regens konnte gestern Abend keine Poolparty mit dem Motto "Beat Club" stattfinden.
Der gestrige Vortrag über Fortaleza, undserem nächsten Ziel, klang nicht viel versprechend. Er bestätugte den Lexikonartikel, den ich vorher gelesen hatte. Es war gut keinen Ausflug gebucht zu haben.
Der zweite Vortrag von gestern über afrikanische Einflüsse in Nordamerika allgemein und im Besonderen in Brasilien war sehr interessant. In den letzten Jahren findet dieser Einfluss verstärkt wissenschaftliches Interesse. Religion, Musik und Tanz sind von besonderer Bedeutung. Der Referent hat mein Interesse geweckt. Nach Rückkehr von meiner Reise werde ich mich weiter damit beschäftigen.
Gestern Abend bin ich nicht ins Internet gekommen, so dass ich mein Tagebuch nicht schreiben konnte.
Bevor ich schließe, möchte ich mein altes und neues Publikum ganz herzlich begrüßen.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Nach Weihnachten - weiter auf See

Weihnachten habe ich sehr angenehm verbracht. Ich habe darauf geachtet, nicht zu viel zu essen. Mit der Märchenshow gestern Abend habe ich Spass gehabt.
Heute bin ich weiter auf See. Ich fahre nach Fortaleza in Brasilien. Morgen gibt es dann wieder ein Hafeninfo. Ich freue mich darauf, wieder aus ihm zu berichten.
Am Morgen und Nachmittag finden Vorträge über Fortaleza und Brasilien statt. Ich will sie besuchen, um mich weiter zu informieren.

Montag, 26. Dezember 2011

Tagebuch vom 26.12.11

Mit dem Ablauf des heutigen Tages ist Weihnachten wieder vorbei. Heute waren wir auf See, ohne irgendwo anzulegen. Deshalb stabd mir auch keine Hafeninfo zur Verfügung. Dafür habe ich den Tag zum Lesen genutzt.
Am Nachmittag habe ich Musik gehört. Anschließend habe ich in Santarem noch für eine Bootsfahrt auf dem Amazonas entschieden. Danach habe ich für 2012 eine neue Reise über Weihnachten und Silvester nach Südostasien gebucht.
Nach dem Abendessen gab es eine unterhaltsame Märchenshow des Showensembles. Die Märchen Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und der Wolf und Dornröschen wurde verfremdet dargestellt. Es war amüsant.

Zweiter Weihnachtstag

Gestern Abend habe ich im Rossini Restaurant ein Acht Gänge Weihnachtsmenue zu mir genommen. Es gab eine Hummerpraline auf Schaum, Carpaccio vom Rind, eine Lauchcremesuppe, eine glacierte Jakobsmuschel, Orangensorbet, rosa gebratene Entenbrust, marinierter Manchego und karibischen Mandelkuchen an Langpfeffer Kirscheis. Ala Apperitif habe ich ein Glas Champagner, zu den Gängen Blauen Zweigelt und Weißburgunder getrunken.
Das Menue war stimmungsvoll.
Heute sind wir auf See Richtung Fortaleza in Brasilien. Heute Morgen bin ich schlechts ins Internet gekommen, so dass ich erst jetzt an meinem Weblog schreiben kann. Ich möchte nicht versäumen, mein altes und neues Publikum zu begrüßen und weiter ein schönes Weihnachtsfest wünschen.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Praia / Santiago

Das Schiff liegt im Hafen von Praia auf der Insel Santiago. Im Gegensatz zu gestern ist das Wetter heute sonnig und warm. Im Hafeninfo heißt es:
"Prai auf der Insel Santiago ist mit 110.000 Einwohnern die Hauptstadt der Kapverdischen Inseln. Die Kapverden bestehen aus 15 Inseln, davon neun bewohnten, die im Zentralatlantik 460 Kilometer vor der westafrikanischen Küste liegen. Als größte Stadt ist Praia auch politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Praia liegt auf Santiago, der mit 991 Quadratkilometern größten und abwechslungsreichsten Insel des Archipels. Sie gehört zu den so genannten Ilhas de Sotavento, den südlichen Kapverdischen Inseln. Höchster Berg ist der Pico de Antonio (1.394 Meter). Santiago ist stark afrikanisch geprägt, denn einst war diese Insel Drehscheibe des weltweiten Sklavenhandels. Viele Einwohner haben deshalb afrikanische Vorfahren. 

Sehenswürdigkeiten
Afrikanisches Flair mit europäischem Ambiente

Eine Stadt auf mehreren Ebenen, eine Stadt mit vielen Gesichtern: Praia ist ein Schmelztiegel jener Kulturen, die die Kapverdischen Inseln seit der Entdeckung vor mehr als 500 Jahren geprägt haben. Angelegt von europäischen Kolonialisten und beeinflusst von vielfältigen Handelsbeziehungen zu Nord- und Südamerika schlägt das Herz der Stadt trotzdem im afrikanischen Takt. Wenn Sie diesen Rhythmus aufnehmen wollen, sollten Sie dem Lebensmittelmarkt in der Altstadt, gelegen auf dem nur 500 Meter langen  und 300 Meter breiten Plato, unbedingt einen Besuch abstatten. Kunterbunt geht es hier zu und mitunter sogar ein wenig turbulent, wenn Obst, Gemüse und Kräuter, aber auch Geflügel und Fische - Lebend versteht sich - den Besitzer wechseln. Das Angebot ist frisch, reichhaltig und vielfach auch exotisch. Afrika lässt grüßen. Ansonsten trägt die Oberstadt mit den breiten Straßen im Schachbrettmuster und großzügig angelegten Plätzen deutlich die Handschrift der Portugiesen und Engländer. Sie hatten ja auch Anfang des 19. Jahrhunderts das Sagen, als das Zentrum komplett umgestaltet wurde. Heute leitet von Praia aus der Landespräsident der Kapverden die Geschicke der Inselrepublik. Er residiert im Alten Präsidentenpalast, einem schönen Bau im kolonialen Stil. Er wurde Ende des 19. Jahrhhunderts für den damaligen Gouverneur gebaut. Ebenso prächtig wie der Palast ist der herrlich gepflegte Garten, der allerdings nicht betreten werden darf. Das haben die uniformierten Wächter aus der nahen Kaserne Jaime Mota, der früheren Altstadtfestung Bateira, sehr genau im Blick. Zwischen beiden Gebäuden finden Sie mit dem Denkmal des Inselentdeckers Diego Gomes den besten Aussichtspunkt. Sie können den Stadtstrand Praia Gamboa und die wunderschöne Hafenbucht mit dem unbewohnten Inselchen Santa Maria erspähen.

Schöne Häuser im Kolonialstil
Zentraler Platz des südlichen Altstadtviertels ist die stattliche Praca Alexander Albuquerque, ein beliebter und stest blumengeschmückter Treffpunkt. Der große Pavillon wird für kulturelle Darbietungen aller Art benutzt. Musik und Tanz, die dem kreolischen Lebensstil entsprechen, führen dabei die Beliebtheitsskala an. Einige der schönsten Häuser Praias finden Sie an diesem schönen Platz. Das alte Rathaus mit klassizistischer Fassade und auffälligem Glockenturm gehört ebenso dazu wie die Igreja de Nossa Senhora de Graca, eine schlichte, im Kolonialstil gehaltene Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Aus architektonischer Sicht ebenso interessant sind die alten Häuser an der Hauptgeschäftsstrasse des Platos, der Avenida Amilcar Cabral. Zu nennen sind vor allem der Justizpalast, das alte Warenhaus Adega und das französische Kulturzentrum mit dem gemütlichen Innenhof. Auch der ruhigere nördliche Teil  des Plato Viertels hat seinen zentralen Platz. Die Praca Luis des Camoes vor dem Außenministerium wirkt mit ihren vielen Bäumen wie ein kleiner Stadtpark. Das türkisfarbene Gotteshaus ist die Kirche der Nazarener, einer christlichen Gemeinschaft, die im 19. Jahrhundert  auf den Kapverden viele Anhänger fand. Ein auffälliges Flachrelief erinnert an der Praca Domingos Ramos an die portugiesischen Entdecker. Dort steht mit dem 2009 renovierten Lyzeum auch die älteste weiterführende Schule der Stadt. Das Ethnographische Museum in der Rua 5 de Julho bietet vielfältige Informationen zur Geschichte Praias. Gezeigt wird hier unter anderem auch, wie die berühmten Panos hergestellt werden, jene rund 15 Zentimeter breiten Tuchstreifen, die in den Zeiten des Sklavenhandels als Währung dienten.

Marktplatz der Möglichkeiten
Wenn sie in der Altstadt Gefallen an der afrikanischen Art des Handels gefunden haben, wird Ihnen am Fuße des Platos der Mercado de Sucupira gefallen. Das eingezäunte Marktgelände erinnert mit engen, verschlungenen Wegen im Inneren an einen orientalischen Basar, einen Souk. Angeboten wird hier alles, was Sie sonst in Kaufhäusern vermuten würden - Textilien, Schuhe, Schmuck sowie Drogerieartikel, aber auch Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Natürlich kommt das leibliche Wohl hier nicht zu kurz. Da wird der Besuch zum Genuss. Auf dem Weg in das Ausgehviertel der Stadt, Achada Santa Antonio auf einer Hochebene, ist der Regierungspalast gegenüber dem Fußballstadion nicht zu übersehen. Das reichlich überdimensioniert wirkende Parlamentsgebäude zwischen Achada Santo Antonio und dem Villen- und Botschaftsviertel Prainha ist sehr wuchtig geraten. Prainha heißt "kleiner Strand", und den gibt es hier tatsächlich. Deshalb trägt dieser Bezirk, an dessen Hauptstraße Rua de 19 Maio viele elegante Villen und feine Gärten zu sehen sind, diesen Namen. Vom Strand aus ist der einsame Leuchtturm auf der Landzunge Punta Temerosa gut auszumachen. Er bildet die südliche Begrenzung der natürlichen Hafenbucht. .......

Historischer Rückblick
Santiago wurde am 03.05.1460 entdeckt - so viel steht fest. Ob tatsächlich Antònio da Noli aus Genua als erster Europäer seinen Fuß auf die Insel gesetzt hat, lässt sich auch heute nicht mit letzter Gewissheit sagen. Neue Forschungen legen nahe, dass da Noli lediglich bei der Rückfahrt nach Portugal der Schnellste gewesen sei und sich deshalb den ersten Ruhm verdient habe. Vor dem Italiener soll aber bereits Diego Gomes die Insel betreten haben. Deshalb wird der Portugiese auf dem Plato auch mit einem Denkmal geehrt. Wie dem auch sei: Der König vermachte beiden gemeinsam die Insel als Lehen. Auch dabei hatte Gomes das Nachsehen: Während der Norden, den er bekommen hatte, nichts einbrachte, prosperierte da Nolis Südhälfte mit dem 1462 gegründeten Ribeira Grande. Schnell wurde die Stadt zu einer der bedeutendsten Drehscheiben im internationalen Sklavenhandel. Bereits 1466 erhielt sie das königliche Monopol für den Sklavenhandeln in Afrika. 1533 wurde Ribeira Grande Hauptstadt der Kapverden und im gleichen Jahr auch Bischofssitz. 1712 begann aber der Niedergang, als der französische Pirat Jacques Cassard die Stadt zerstörte. Nun wurde Praia immer wichtiger, erhielt 1858 auch das Stadtrecht. Im 19. Jahrhundert lief Mindelo  auf der Insel Sao Vicente jedoch Praia als wirtschaftliches Zentrum des Archipels den Rang ab. Seit die Republik Kapverden 1975 allerdings ihre Unabhängigkeit von der früheren Kolonialmacht Portugal erhielt, ging es langsam aber sicher auf Santiago wieder voran. Noch immer erinnern die Randviertel an die Favelhas in Südamerika und sind wenig ansehnlich, aber im Zentrum geht es inzwischen ebenso lebhaft zu wie in jeder anderen Großstadt. Wirtschaftlich profitieren Stadt und Insel vor allem von der Stellung  als Hauptstadt, Regierungs- und Verwaltungssitz. Außerdem ist Santiago dank der fruchtbaren Hochebenen das landwirtschaftliche Zentrum der gesamten Inselgruppe.

Erster Weihnachtstag

Heiligabend ist bereits vorbei. Es gab ein Weihnachtsmenue und eine Weihnachtsgala. Seit dem Tod meiner findet keine Bescherung mehr statt. Ich ziehe es vor, Weihnachten auswärts zu verbringen. Heute hat der erste Weihnachtstag begonnen. Früher habe ich zu Lebzeiten meiner Frau einen Hasenbollen gegart. Dazu gab es Preißelbeeren mit Apfelkompott. Zum Dessert haben wir ein Stück Christstollen gegessen und ein Glas Sherry getrunken.
Ich begrüße mein altes und neues Publikum und wünsche frohe Festtage.

Samstag, 24. Dezember 2011

Tagebuch vom 24.12.11

An Heiligabend fand eine festliche Weihnachtsgala auf dem Schiff statt. Nach einführenden Worten der Event Manager sangen Mitglieder des Showensembles Weihnachtslieder. Jeder Sänger musste nach seinem Auftritt den bereits geschmückten Weihnachtsbaum weiter schmücken. Mitglieder der Schiffsbesatzung sangen Weihnachtslieder aus ihrer Heimat. Es kam sogar ein Kinderchor. Der Kapitän erzählte eine besinnliche Weihnachtsgeschichte. Zum Abschluss trat die ganze Schiffsbesatzung zu einem Chor auf. Es war eine stimmungsvolle Gala.
Da ich letztes Jahr auch auf einem anderen Schiff eine Weihnachtsgala mitgemacht hatte, hatte ich gedacht, die jetzige Gala wäre ähnlich. Es stimmte aber nicht, weil andere Lieder gesungen wurden, auch alte deutsche Weihnachtslieder.

Mindelo / Sao Vicente

Mein Schiff liegt im Hafen Mindelo auf Sao Vicente. Im Hafeninfo heißt es:
"Mindelo ist mit rund 70.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt auf den Kapverdischen Inseln, die im Zentralatlantik 480 Kilometer vor der westafrikanischen Küste liegen und aus 15 Inseln bestehen. Neun davon sind bewohnt. Die Hafenstadt liegt an einer schönen, großen Bucht im Norden der 227 Quadratkilometer großen Insel Sao Vicente. Sie ist die am dichtesten besiedelte Insel des Archipels und gehört zu den fünf nördlichen Inseln, die auch unter der Bezeichnung Barlavento Inseln zusammengefasst werden. Die Hafenstadt Mindelo ist zugleich Wirtschafts- und Kulturmetropole der Kapverden und gibt Sao Vicente ein durchaus städtisch geprägtes Gesicht.
Sehenswürdigkeiten

Bunter Mischmasch der Kulturen
Mal afrikanisch, mal portugiesisch und dann wieder britisch: In Mindelo vermischen sich Stil, Kultur und Geschichte der Kapverdischen Inseln. Dabei ging es in der Hafenstadt schon immer etwas bunter und schriller zu, als auf den anderen Inseln. Denn der Porto Grande, der Tiefseehafen von Mindelo, war für die Inselgruppe von Anfang an das Tor zur Welt. Und die Welt kam gern nach Mindelo. Ende des 19. Jahrhunderts zählte der Hafen eine Zeit lang sogar zu den größten der Welt - mit allen Begleiterscheinungen, die dazugehören. So galt Mindelo damals nicht nur als geschäftigste, sondern auch sündigste Meile weit und breit. Doch in dieser Boomzeit entstanden viele der Bauwerke, die noch heute das Bild der Stadt prägen. Vom Fortim d'el Rei oberhalb des Hafens ist allerdings nur noch  eine verstaubte Ruine übrig geblieben. Das Fort, das seit 1852 den Hafen bewacht, soll aber auf absehbare Zeit restauriert werden. Direkt am Hafen ist der Mercado de Peixe, der alte Fischmarkt, einen Besuch wert. In den alt ehrwürdigen Mauern herrscht ein Ständiges Kommen und Gehen, denn die Fischer bieten ohne Umwege ihren Fang des Tages an. Sehr oft handelt es sich dabei um Tunfisch.

Der Turmbau zu Mindelo
Der Torre der Belèm ist ein Nachbau des gleichnamigen Turmes in Lissabon. Er steht an der Uferstraße, der Avenida da Republica, an der einige schöne Herrenhäuser  englischen und schottischen Ursprungs  zu entdecken sind. Im Gegensatz zu seinem Vorbild, das bereits im 15. Jahrhundert entstand, erblickte die Kopie des Turmes erst 1937 das Licht der Welt. Nachdem sich im Mutterland die Diktatur etabliert hatte, sollten die Kapverden ihre britische Note verlieren und zumindest etwas "portugieischer" werden - deshalb der Turm und das noch immer gut sichtbare portugiesische Wappen darauf. Die auffälligen Verzierungen an Fassade und Fensterrahmen, die vielfach maritime Motive zeigen, sind typisch für den Stil der Neo Manuelinik, mit dem bis ins 20. Jahrhundert hinein in Portugal an die Ornamentik von Manuel I. angeknüpft wurde. Der König hatte diesen Stil während seiner Regentschaft Anfang des 16. Jahrhunderts zur Perfektion gebracht. In der Nähe ist eine Bronzebüste des Entdeckers von Sao Vicente, des portugiesischen Seefahrers Diego Afonso zu sehen. Auf einem Sockel stehend  hält er natürlich sein wichtigstes Werkzeug  in den Händen - einen Sextanten. Einen schönen Eindruck vom Leben in der Stadt gibt das riesige Wandgemälde an der Agencia Nacional de Viagens. Hier hat der Künstler Antonio Conceicao ein herrliches Stück Alltagskultur geschaffen. Sein überdimensionales Werk zeigt Szenen aus Mindelo, wie sie sich Tag für Tag ereignen. Kunst und Kultur  werden auch im Centro Cultural de Mindelo gepflegt. Das Kulturzentrum ist im alten Zollhaus der Stadt untergebracht. In der Nähe des schönen Esplanada Parks gibt es noch zwei erwähnenswerte Denkmäler. Das Fliegerdenkmal, das einen riesigen Adler zeigt, erinnert an die Piloten Gago Coutinho und Sacadura Cabral, die bei ihrer Erstüberquerung des Südatlantiks in einem Flugboot in Mindelo zwischenlandeten. Die Marmorsäule an der Avenida Amilcar Cabril ist eine Arbeit des Bildhauers Joao Cutileiro. Sie ist zum Gedenken an den 500. Jahrestag des Vertrages von Tordesillas aufgestellt worden, mit dem Spanien und Portugal unter Billigung des Vatikans 1494 die Welt untereinander aufgeteilt hatten.

Afrika dominiert die Altstadt
Der afrikanische Einfluss ist in der Altstadt rund um den Pracinha Igreja mit der Kirche Nossa Senhora de Luz am deutlichsten zu spüren. Das Gotteshaus im kolonialen Stil besitzt eine recht nüchterne und schnörkellose Fassade. Gerade das ist typische für diese Bauweise, die viele barocke Stilelemente wieder aufnahm. Die Kirche, die 1862 eine zu klein gewordene Kapelle ersetzte, ist auch ein Beleg dafür, dass der katholische Glaube in dieser Zeit an Bedeutung zunahm. Die beiden Glockentürme sind seitlich angebracht und weisen einige Verzierungen auf, die maurischen Einfluss vermuten lassen. Der Platz vor der Kirche ist ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen - nicht nur vor und nach den Gottesdiensten. In den kleinen Gässchen der Altstadt weht ein Hauch von Afrika, der sich verstärkt, je näher man der Praca Estrela kommt. In den vielen Cafès ist eigentlich immer etwas los und an den mittlerweile fest installierten Marktständen bieten afrikanische Händler ihr Sortiment feil: Kleider, Sonnenbrillen, aber auch viele kunsthandwerkliche Gegenstände wie handbemalte Fliesen. An zahlreichen Ständen wird frisches Obst verkauft.

Spuren kolonialer Vergangenheit
Das Herz der Stadt schlägt schon seit geraumer Zeit  an der Rua Lisboa, die seit der Unabhängigkeit offiziell Rua Libertadores d'Africa heißt und die wirtschaftliche Achse der Stadt ist. Erstaunlicherweise ist hier an Vormittagen am meisten los. Dann sind die Cafès gut besucht, und es ist durchaus lohnend, sich dazuzusetzen und das muntere Geschehen auf sich wirken zu lassen. Die Namen der Kaffeehäuser künden von der kolonialen Vergangenheit: Das Cafè "Portugal", "Royal" oder "Lisboa" haben sich ihr einstiges Flair erhalten, obwohl die "gute, alte Zeit" auf den Kapverden keines wegs idealisiert wird. Aus dieser Zeit stammt auch der einstige Gouverneurspalast, ein beeindruckender Bau in klassizistischer Bauweise. Er wurde in zwei Etappen errichtet: 1874 entstand das Parterre, 1929 setzte man die erste Etage oben drauf. Inzwischen ist der Palast blassrosa gestrichen. Der schöne Garten mit seinen gepflegten Anlagen lädt zum entspannten Spaziergang ein. Die zweistöckige Markthalle ist ebenfalls eine besondere Attraktion. Hier geht es scharf zu, denn an zahlreichen Ständen werden vielfach exotische Gewürze angeboten: Die Chilischoten, die so unschuldig aussehen, gelten hier als besonders feurig.

Vorzeigeviertel mit Art Deco Anklängen
Zum Vorzeigebezirk ist die Gegend an der Praca Nova geworden. Sie ist den zwanziger Jahren entstanden und das europäisch geprägte Nobelviertel der Stadt. In den großen Villen haben sich die wohlhabenden Bewohner Mindelos niedergelassen. Es herrschen Pastelltöne vor, und ein wenig erinnern die Villen mit ihren Stuckverzierungen, den verspielten Balkonen, Fenstern und Eingangsbereichen an Art Deco Viertel in anderen Städten. Inzwischen haben auch immer mehr Geschäfte und Restaurants in direkter Nachbarschaft ihren Platz gefunden. Zentraler Treff ist aber weiterhin der Quiosque Praca Nova, ein Pavillon im Jugendstil mit angeschlossenem Cafè. Das Denkmal für den berühmtesten portugiesischen Dichter, Luis de Camoes, hat bewegte Zeiten erlebt. Nach der Unabhängigkeit wurde es zunächst zornig entfernt, inzwischen steht es wieder an seinem angestammten Platz. .......

Historischer Rückblick
Sao Vicente wurde am 22.01.1462 von dem portugiesischen Seefahrer Diego Afonso entdeckt. Nach dem Vertrag von Tordesillas zählten die Kapverden auch offiziell zum portugiesischen Einflussgebiet und wurden auf dem Weg nach Südamerika zu einem wichtigen Versorgungspunkt. Viele Jahre blieb die Insel jedoch unbewohnt und diente lediglich Piraten als Unterschlupf oder den Siedlern, die auf anderen Inseln lebten, als Weideland für ihre Tiere.
Aus strategischen Gründen wurde 1795 die Besiedlung vorangetrieben. Am heutigen Porto Grande entstand eine neue Siedlung, die zunächst den Namen Nossa Senhora de Luz erhielt. 25 Jahre danach tauchte in englischen Karten erstmals die Bezeichnung Porto Grande - Großer Hafen - auf. Auf Erlass des portugiesischen Königs wurde der besiedelte Flecken von 1838 an zum Handelshafen ausgebaut und in Mindelo umbenannt. Noch entscheidender für die spätere Blüte war jedoch, dass 1850 britischen Firmen erlaubt wurde, auf Sao Vicente Kohle zu bunkern, um damit die Dampfschiffe  auf dem Weg nach Südamerika zu versorgen. So begann der Aufstieg zu einem der größten Häfen der damaligen Zeit. 
1858 erhielt Mindelo, bis dahin nur von einer Handvoll Menschen bewohnt, die Stadtrechte. 1874 wurde die Stadt auch als Knotenpunkt für das transatlantische Seekabel bedeutsam. Nur fünf Jahre später war Mindelo Hauptstadt der fünf nördlichen Kapverdischen Inseln, der Barlovento Inseln. In diesem Jahr liefen bereits 2.200 Dampfschiffe den Hafen an und die Stadt lebte dank des Handels im Hafen auf. Mindelo wurde aber auch bekannt für sein quietschfideles Hafenleben. Matrosen auf Landgang, leichte Mädchen, Kriminalität, Bars und Bordelle: Es war ein zweifelhafter Ruf, der der Stadt vorauseilte. Um 1890 traten Dakar (Senegal) und Las Palmas (Gran Canaria) in direkte Konkurrenz mit dem Hafen von Mindelo: Diesel lief zunehmend der Kohle als Schiffstreibstoff den Rang ab. Der modernere Treibstoff war in der Lagerung wesentlich weniger personalintensiv und so verloren viele Menschen ihre Arbeit. Sie wurden einfach nicht mehr gebraucht. Mindelo büßte langsam aber sicher an internationaler Bedeutung ein. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es dann endgültig bergab. Die meisten Firmen zogen sich von den Kapverden zurück und die Stadt verfiel in einen Dornröschenschlaf. Wegen der Sperrung des Suezkanals  zwischen 1967 und 1975 gab es zwar noch einmal ein kleines Zwischenhoch, aber die frühere Bedeutung wurde nie wieder erreicht.  Daran änderte auch nichts, dass die Kapverden 1975, ein knappes Jahr nach der Nelkenrevolution in Portugal, ihre Unabhängigkeit erhielten. Allerdings blieb der Hafen das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Stadt. Bis heute ist Mindelo - freilich auf niedrigem Niveau - das wirtschaftliche Zentrum der Kapverden geblieben. Gleichzeitig gilt die Hafenstadt als kapverdische Kulturhauptstadt - wegen einer lebendigen Kunst- und Musikszene und des alljährlich ausgetragenen Musikfestivals."

Frohe und gesegnete Weihnachten

Wie letztes Jahr verbringe ich Weihnachten auf einem Schiff. Heute bin ich in Mindelo auf der Insel Sao Vicente. Die Insel gehört zu den Kapverdischen Inseln. Ich begrüße mein altes und neues Publikum und wünsche frohe und gesegnete Weihnachten.

Freitag, 23. Dezember 2011

Tagebuch vom 23.12.11

Heute Nachmittag habe ich einen Vortrag über die Kapverdischen Inseln gehört, wo wir morgen früh an Heiligabend anlegen werden. Ich kann den umfangreichen Vortrag nicht wiedergeben, weil er so viele neue Informationen enthalten hat. Wichtig ist, dass die Kapverdischen Inseln im Handel zwischen Europa und Südamerika eine wichtige Rolle gespielt hat.
Am Abend habe ich im Rossini Restaurasnt gegessen. Es war sehr angenehm. Das Essen war wie immer ausgezeichnet. Es gab als Vorspeise Lachstartar, als Hauptgericht Riesengarnelen und zum Dessert Latte Macchiato Parfait. Dazu habe ich eine Flasche Weissburgunder getrunken, wobei ich den Rest für den ersten Weihnachtstag, den 25.12.11, aufbewahrt habe.
Zu Weihnachten habe ich mir eine neue Uhr gegönnt, die ich jetzt schon in Vorfreude trage.
Aif meine Weihnachtspost habe ich bereits Antwort erhalten.

7. Tag auf See

Ein Drittel meiner Reise ist vorbei. Im Anfanmg vor der Ausfahrt bei Gibraltar aus dem Mittelmeer in den Atlantik war die See wegen des Orkantiefs Joachim recht stürmisch mit teilweise fünf Meter hohen Wellen. Inzwischen hat sich der Ozean beruhigt. 
Morgen an Heiligabend liegen wir in Mindelo vor Anker auf den Kapverdischen Inseln. Ich habe die letzte Weihnachtspost erledigt.
Ich begrüße mein altes und neues Publikum und wünsche einen schönen Tag.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Tagebuch vom 22.12.11

Zwei Tage konnte ich wegen des fehlenden Zugangs zum Internet kein Tagebuch schreiben. 
Am Dienstag, den 20.12.11, gab es eine Poolparty auf dem Sonnendeck, an der ich teilgenommen habe. Das Showensemble sang Hits aus den achtziger Jahren und tanzte dazu. Es whete ein kühler Wind, so dass ich froh war, mein Sakko anzuhaben. Die Stimmung war gut. Die veranstaltung dauerte eine Stunde. Anschließend bin ich in die Bar gegangen, um noch ein wenig Wein zu trinken.
Gestern am Mittwoch, den 21.12.11, war ich bei Rossini einmal etwas anders. Rossini ist ein Gourmet Restaursant auf meinem Schiff, wo man gegen einen geringfügigen Aufpreis exquisit speisen kann. Um 17. 30 Uhr war ich auf der Hemingway Lounge zu einem Sektempfang, um das Auslaufen des Schiffs aus dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife zu erleben. Leider kam es zu einer Verzögerung, so dass ich zunächst mein festliches Menue im Rossini Restaurant einnahm. Bevor das Personal das Dessert servieren konnte, gab es eine Unterbrechung, damit ich auf der Hemingway Lounge das Auslaufen bei Dunkelheit erleben durfte. Es war beeindruckend, die beleuchtete Stadt und die Mole an sich vorbei ziehen zu lassen. Dann gab es das Dessert. Nach dem Dessert war ich noch kurz in der Bar.
Heute Nachmittag hielt einj Lektor einen interessanten Vortrag über Christoph Kolumbus und seine Zeit. Sein Geburts- und Todesjahr sind bekannt. Sein Geburtsort ist nicht genau bekannt. In Genua wird er wohl nicht geboren sein. Er hat wohl eine Zeit lang auf Madeira gelebt. Ansonsten ist sein Leben ein Rätsel.

Santa Cruz de Tenerife / Teneriffa

Am Mittwoch, den 21.12.11, ankerte das Schiff im Hafen von Santa Cruz de Tenerife und tankte Treibstoff für die vierzehntägige Überfahrt nach Brasilien. Im Hafeninfo heißt es:
"Teneriffa, die mit 2034 Quadratkilometer größte und wichtigste der Kanarischen Inseln, liegt im Atlantischen Ozean vor der Westküste Afrikas. Sie ist eine Insel der Kontraste mit quirligen Touristenzentren und abgelegenen Dörfern, Sonnen durchfluteten Badestränden und Schnee bedeckten Bergen. Das herausragende Merkmal der Insel ist der Pico de Teide. Mit einer Höhe von 3718 Metern ist der Berg fast 1000 Meter höher als die Zugspitze. Teneriffa ist besonders bei den Deutschen und Briten zu jeder Jahreszeit als Urlaubsziel beliebt.
Sehenwürdigkeitren in Santa Cruz de Tenerife

Die Hauptstadt von Teneriffa wurde im 15. Jahrhundert  von Alonso Fernàndez de Lugo gegründet und ist heute eine freundliche Stadt mit ca. 220.000 Einwohnern. Als wichtiger Hafen und Verwaltungszentrum der Region liegt Santa Cruz de Tenerife in einer geschützten Bucht am Fuße des Anaga Gebirges. Die Stadt unterscheidet sich von den bekannten Touristengebieten der Insel und verfügt über eine lange und interessante Geschichte. 
Im Mittelpunkt der Stadt liegt die Plaza de Espana, Zentrum des Stadtlebens. Das riesige Denkmal Monumento de los Caidos im Zentrum des Platzes erinnert an die Toten des Spanischen Bürgerkriegs (1936 - 1939). Gleich in der Nähe liegt der große Gebäudekomplex des Palacio Insular, in dem sich auch das Staatliche Fremdenverkehrsbüro befindet. 
Weniger als 400 Meter von der Plaza de Espana befindet sich das Museo Municipal de Bellas Artes und die Kirche Iglesia de San Francisco, die im 18. Jahrhundert zum größten Teil renoviert worden ist. Das Museum der Schönen Künste existiert bereits seit mehr als 100 Jahren und verfügt über eine Kollektion von Werken lokaler Künstler und internationaler Meister wie Brueghel und Jordaens. Außerdem sind hier Schiffsmodelle, Waffen und eine Münzsammlung ausgestellt. 
Die Iglesia del Nuestra Senora de la Concepciòn ist die älteste und bedeutendste Kirche der Stadt. Sie wurde 1502 gebaut, fiel aber schon 1652 einem Brand zum Opfer. Daher wurde sie im 17. und 18. Jahrhundert umfangreich restauriert. Der charakteristische Glockenturm stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu den vielen Schätzen im Inneren gehören der Hochaltar und das herrliche Schnitzwerk des Chorgestühls. 
Im alten Hospital gegenüber der Kirche befindet sich das Museo de Ciencias Naturales, welches eine Archäologische und eine Naturwissenschaftliche Abteilung beherbergt. In Ersterer wird eine große Sammlung von Artefakten, wie Mumien, Schädel oder Tongegenstände gezeigt, die aus der Zeit der Ureinwohner (Guanchen) stammen. Außerdem sind Waffen und Rüstungen  der spanischen Eroberer des 15. Jahrhunderts zu besichtigen. Der Naturwissenschasftliche Teil gibt einen Überblick über die Fauna und Flora des Archipels. 
Ein Muss für den an Geschichte interessierten Besucher ist das Museo Militär Regional an der Calle de San Isidro im Norden der Stadt. Zur Ausstellung gehören einige der Kanonen, die zur Verteidigung von Santa Cruz gegen die von Admiral Nelson angeführte Britische Marine im Jahre 1797 dienten. 
Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Parque Municipal Garcia Sanabria, ein riesiger Stadtpark, sowie der Mercado de Nuestra Senora de Africa, der wichtigste Markt der Stadt. ...
Historischer Rückblick

Heimat der Guanchen

Die Kanarischen Inseln waren den Römern mit Sicherheit bekannt; sie werden in zeitgenössischen Schriften als die "Glücklichen Inseln" beschrieben. Die Ureinwohner waren die Guanchen, welche - so wird angenommen - die Inseln von Nordafrika aus kommend ca. 500 - 800 v. Chr. besiedelten. Es handelte sich um ein primitives Volk von Höhlenbewohnern, die mit den Menschen aus der Steinzeit verglichen werden und Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Die spanischen Eroberer
Während des 15. Jahrhunderts wurden die Kanarischen Inseln zum Ziel der sich ausbreitendebn spanischen Kolonisation. Der andalusische Adlige Alonso Fernàndez de Lugo führte bei der Eroberung von Teneriffa die spanischen Truppen an. Das Volk der Guanchen zeigte zu Anfang starken Widerstand gegen die Angriffe und erzielte bei den Schlachten sogar einige Erfolge. Doch im Jahre 1495 mussten sich die Bewohner Teneriffas angesichts der spanischen Überlegenheit und überlegenen Feuerkraft geschlagen geben. Das Dorf La Victoria ist etwa 27 Kilometer von Santa Cruz de Tenerife, kurz Santa Cruz genannt, entfernt. Es wurde exakt an der Stelle der letzten entscheidenden Schlacht errichtet.

Blake, Jennigs, Nelson und Bligh
Von da an bis 1936 gab es nur vier wichtige historische Ereignisse im Zusammenhang mit Teneriffa - und drei davon haben mit Angriffen der Britischen Marine auf die Insel zu tun. Der erste war im April 1657, als Admiral Blake eine ganze Flotte spanischer Schatzschiffe in der Bucht von Santa Cruz zerstörte. Unglücklicherweise starb der siegreiche britische Admiral drei Monate später, als sich seine Flotte bei der Rückkehr  gerade dem Hafen von Plymouth näherte. Der zweite Angriff geschah im Jahr 1706 während der spanischen Erbfolgekriege; Admiral Jennings versuchte damals vergeblich, die Inseln zu erobern. Die dritte historische Schlacht um Santa Cruz focht Admiral Horatio Nelson am 24.07.1797 mit einer Flotte von acht Schiffen. Ebenfalls ein recht ruhmloses Unterfangen, zumal Nelson bei dieser Gelegenheit auch noch seinen rechten Arm verlor. Ein verhältnismäßig glücklicheres Ereignis fand im Januar 1788 statt, als die "Bounty" unter dem Kommando von Kapitän Bligh in den Hafen von Santa Cruz einlief. Die "Bounty" war nach dem Auslaufen von England in heftige Stürme geraten und bedurfte nach ihrer Rettung einihger Reparaturen; außerdem musste der Proviant dringend aufgebessert werden. Lebensmittel waren in diesen Tagen knapp, aber 863 Gallonen fanden ihren Weg in den Schiffsbauch. Solchermaßen wieder aufgefüllt und repariert, setzte die "Bounty" Segel Richtung Tahiti, um Brotbaumfrüchte nach Europa zu bringen. Auf dem Rückweg kam es im April 1789 an Bord des Schiffes zur wohl berühmtesten Meuterei in der englischen (und Film-) Geschichte.

Franco und Spanischer Bürgerkrieg
Einen Beitrag zur spanischen Geschichte leistete die Insel Teneriffa im Jahre 1936, als sich hier General Francisco Franco (1892 - 1975)  damals Kommandeur der Region der Kanarischen Inseln, mit seinen nächsten Offizieren traf, um einen Militärputsch zu planen, der schließlich zum Spanischen Bürgerkrieg führte.

Das moderne Teneriffa
Vor einigen Jahrzehnten begann Teneriffa, sich recht rasant zu einer der führenden Destinationen der westeuropäischen Reiseveranstalter zu entwickeln. Dass sich die Insel dabei allmählich verändert hat, war unvermeidlich, aber in den abgelegenen ländlichen Gebieten geht das Leben weiterhin seinen gewohnt gelassenen Gang. Fast die Hälfte der Inselbevölkerung lebt in und um San Cristòbal de la Laguna und Santa Cruz de Tenerife, bis heute die beiden wichtigsten Städte Teneriffas.

6. Tag auf See

Wegen eines Fehlersauf dem Schiffsnetzwerk konnte ich keine Verbindung zum Internet herstellen und deshalb auch nicht in meinem Weblog schreiben. Ich bitte, diesen Fehler zu entschuldigen und nicht als mangelndes Interesse an der Kommunikation mit meinem Publikum zu verstehen. Ich begrüße mein altes und neues Publikum und freue mich, wieder eine Verbindung zum Internet zu haben.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Santa Cruz de la Palma / La Palma

Mein Schiff liegt im Hafen von Santa Cruz de la Palma auf der Kanareninsel La Palma. Im Hafeninfo heißt es:
"La Palma, der vollständige Name lautet eigentlich San Miguel de la Palma, ist die nordwestlichste der sieben Kanarischen Inseln vor der Nordwestküste Afrikas. Die spanische Insel wird oft auch "La Isla Bonita" oder "La Isla Verde" - die wunderschöne oder grüne Insel - genannt. Das subtropische Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen und reichlich Regen sorgt für eine vielseitige  und üppige Vegetation. Der Norden der Insel ist von tiefen Schluchten durchzogen; die Mitte wird von dem riesigen Krater der Caldera de Taburiente überragt. Die Berge in der Umgebung erreichen immerhin Höhen von bis zu 2.426 Metern. Die südliche Region erinnerrt mit zahlreichen kleineren Kratern an den vulkanischen Ursprung der Insel.
Sehenswürdigkeiten in La Palma

Santa Cruz de la Palma (meist nur Santa Cruz genannt) ist Hauptstadt, größter Hafen und mit ca. 20.000 Einwohnern (etwa einem Viertel der Inselbevölkerung) die zweitgrößte Stadt der Insel. Allgemein wird Santa Cruz als eine der schönsten kanarischen Städte angesehen. Massentourismus spielt hier noch keine allzu große Rolle und die trubeligen Urlaubsziele auf Teneriffa erscheinen im Vergleich dazu wie eine andere Welt. Santa Cruz de la Palma wirkt nicht großstädtisch, doch das Flair dieser alten spanischen Kolonialstadt strömt noch immer durch die stattlichen Bürgerhäuser, Adelspaläste, lauschigen Plazas und verträumten Winkel.
Calle O'Daly

Diese schmucke Straße wurde nach einem irischen Händler benannt, der sich hier in früheren Zeiten angesiedelt hatte. Die enge, mit Kopfstein gepflasterte Straße ist für den Verkehr gesperrt und führt an zahlreichen großartigen Herrschaftshäusern vorbei, die von wohlhabenden Händlern gebaut wurden. Eindrucksvolle schmiedeeiserne Balkone, riesige Eingangstüren und schattige Innenhöfe mit Springbrunnen waren typische Merkmale des Wohlstands. Die Händler machten ein Vermögen mit dem Export von Zucker, Bananen, Holz, Tabak und Wein. Die Casa Salazar in der Call O'Daly (Nummer 22) zählt zu den schönsten Bauten der Stadt. Das repräsentative Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert; im schönen Innenhof befindet sich eine Touristen Information.
Iglesia de El Salvador

Die im Jahre 1503 gebaute Kirche ist eine der wenigen Gebäude in Santa Cruz, das die französischen Piratenaangriffe überlebt hat, allerdings nur der Turm. Von 1553 an wurde die Kirche in mehreren Bauphasen bis ins 18. Jahrhundert hinein im Renaissance Stil wieder aufgebaut. Eine breite Freitreppe führt zum prächtigen Portal; drinnen befinden sich unter einem Deckengewölbe, das einer Kirche wie dieser würdig erscheint, zahlreiche Gemälde und bildliche Darstellungen. Die Decke aus Kiefernholz präsentiert einen Dekorationsstil, der als Mudèjar bezeichnet wird - eine Mischung aus maurischen Mustern und christlichen Symbolen.
Ayuntamiento (Rathaus)

Auf der anderen Seite der gemütlichen Plaza de Espana mit seinem dreieckigen Grundriss befindet sich das Rathaus. Die Bögen des 1559 nach einem Brand neu errichteten Gebäudes verraten den Einfluss der spanischen Renaissance. Auch das Interieur ist sehr spanisch: Bis ins Detail kunstvoll geschnitzte Holzdecken und Türen und ein Bildnis des Habsburgers Philip II., der zum Zeitpunkt der Errichtung des Bauwerks Spaniens König war. Unter den steinernen Wappen an den Wänden sind auch die anderer Habsburger zu finden. 

Calle Pèrez de Brito / Calle 'Daly
Der nördliche Teil dieser Hauptstraße  heißt Calle Pèrez de Brito und beginnt direkt hinter dem Rathaus. Dieser Abschnitt ist genauso attraktiv und interessant wie die Calle O'Daly. Die schmale, ebenfalls mit Kopfstein gepflasterte Straße führt vorbei an wunderschönen Gebäuden aus dem 18. / 19. Jahrhundert. Etwas weiter der Straße folgend, trifft man auf die Iglesia de San Francisco, eine Klosterkirche, deren Bau im 16. Jahrhundert begonnen wurde. Die Kirche ist Teil Convento de San Francisco (ein ehemaliges Kloster der Franziskanermönche), in dem sich das Museo Insular befindet. Es handelt sich dabei um eines von vielen Museen der Stadt (wie z.B. das Archäologische, das Ethnographische, das Naturhistorische oder auch das der Schönen Künste). Dieses bedeutendste Museum der Insel zeigt Sammlungen zur Geschichte, Völkerkunde und Kunst. Ein extra Raum ist der Urbevölkerung - den Guanchen - gewidmet. Eine Besichtigung lohnt sich auch wegen des hübschen Kreuzgangs, um den sich die Ausstellungsräume gruppieren.

Santa Maria

Wenn man etwas weiter in die gleiche Richtung geht, gelangt man zu einem Nachbau von Kolumbus' berühmter "Santa Maria" aus Beton und Holz. Die Bewohner von Santa Cruz nennen es Barco de la Virgen. Das Modell wird anlässlich lokaler feste gern mit Blumen und Flaggen geschmückt. Es ist außerdem Heimat des Schiffahrtsmuseums, in dem alte Seekarten, Navigationsgeräte und Flaggen ausgestellt sind. .......

Historischer Rückblick

Die ersten Höhlenbewohner

Über die Frühgeschichte der Insel  vor der Ankunft der Spanier im Jahre 1492 ist noch relativ wenig bekannt. Die ersten Inselbewohner, die Guanchen, kamen ca. 500 - 800 v. Chr. von Nordafrika herüber und sind mit den Berbern verwandt. Wie sie den Atlantik überquert haben, ist ein bis heute ungelöstes Rätsel. Bekannt ist, dass das von der übrigen Welt völlig abgeschottete Hirten- und Bauernvolk sich noch im 15. Jahrhundert auf der Entwicklungsstufe der Steinzeit befand.
Ehrgeizige Kastilier

Die neunziger des 15. Jahrhunderts waren aufregende Zeiten im Festlandsspanien. Die katholischen Monarchen - Isabella von Kastilien und Fernando von Aragòn - stellten die Juden im Lande vor die Wahl, sich entweder zum Christentum zu bekennen oder das Land zu verlassen. Die spanische Inquisition etablierte sich in Kastilien und die Mauren in Granada wurden im Januar 1492 vernichtend geschlagen. Weitere Territorien in Übersee waren begehrt und die Kanarischen Inseln boten sich als spanische Außenposten geradezu an. Die Guanchen waren weniger begeistert, Teil Kastiliens zu werden und widersetzten sich der Invasion der spanischen Truppen im Jahre 1492 mit ganzer Kraft. Der disziplinierten, militärischen Übermacht der spanischen Aggressoren waren die Ureinwohner jedoch nicht gewachsen.

Die Gründung von Santa Cruz

Santa Cruz (Heiliges Kreuz) wurde ein Jahr später, am 03.05.1493, gegründet. Die Insel La Palma wurde Teil Kastiliens und schnell vom wachsenden spanischen Königreich vereinnahmt. Die neue Siedlung entwickelte sich rasant zu einem der wichtigsten spanischen Brückenköpfe, nicht nur als Anlaufhafen für Schiffe auf dem Weg in Richtung Osten und nach Am,erika, sondern auch als Schiffbauzentrum und Ausfuhrhafen von Zuckerrohr und Malvasia Wein.

Piraten überfielen die Hauptstadt

Freibeuter und Piraten aus Europa und Nordafrika durchkreuzten den Atlantik auf der Suche nach spanischen Schatzschiffen voller Gold, Silber und Juwelen, die sich auf dem Rückweg von Amerika befanden. Gelegentlich wurde, sozusagen im "Vorbeifahren", auch Santa Cruz überfallen. Französische Piraten unter der Führung von Francois le Clerc brannten im Jahre 1563 große teile der Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Fünfzig Jashre später wurde der Angriff von Sir Francis Drake erfolgreich abgewehrt. Der Engländer verlor dabei sein Flaggschiff. Die vergangenen Jashrhunderte waren für Santa Cruz und La Palma eher Zeiten, die von Aufschwung und Frieden bestimmt waren. Die Insel war im Vergleich immer etwas wohlhabender gewesen - und die heutigen Palmeros sind auf drastische Veränderungen ihrer wunderschönen Insel nicht mehr erpicht. Die Errichtung von Hochhäusern und riesigen Hotels ist deshalb auch in Zukunft kaum zu erwarten."