Der Stadtrundgang in Manaus führte zunächst zum Teatro Amazonas und anschließend zum Palacio Rio Negro. Im Hafeninfo heißt es:
"Manaus ist mit zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt am Amazonas und die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas. Sie liegt am Rio Negro, 11 Kilometer von dessen Mpündung in den Slomöes entfernt. Ab hier heißt der Fluss Amazonas. Bis nach Belèm, wo der Amazonas in den Atlantischen Ozean fließt, beträgt die Entfernung 1.700 Kilometer. Seine Blütezeit erlebte das "Paris der Tropen" im 19. Jahrhundert während des Kautschuk Booms. Nach dem Verfall des Gummipreises verhalf erst die "Zona Franca", die Freihandelszone, zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig ist Manaus Sprungbrett für Expeditionen in den Urwald.
Sehenswürdigkeiten
Extravaganz mitten im Dschungel
Größte Sehenswürdigkeit im "Paris der Tropen" ist unumstritten das Teatro Amazonas, die Oper mitten im Urwald. Sie ist nicht nur Überbleibsel einer Zeit ungeheuren Wohlstandes, sondern geradezu ihr Symbol und inzwischen Wahrzeichen der Stadt. 1881 wurde der Bauantrag für das Opernhaus mit dem wohl ungewöhnlichsten Standort der Welt genehmigt. Drei Jahre später konnte der Grundstein gelegt werden. Planung und Realisierung waren ausgesprochen kühn. Denn es sollte schon etwas Besonderes sein. Fast alle Baumaterialien wurden aus Europa importiert. Die Kacheln der Kuppel stammen aus Deutschland, Pflastersteine aus Portugal, die Portale sind aus italienischem Marmor gemacht und die Treppen aus englischem Schmiedeeisen. Lediglich brasilianisches Holz wurde verwendet, allerdings erst, nachdem es in Europa mit schönen Schnitzarbeiten versehen worden war. Auch Architekten, Baumeister und Maler kamen aus Europa. Die Oper wurde im Stil der Renaissance errichtet, für das Äußere zeichnet der Italiener Enrico Mazolani verantwortlich, das Innere gestaltete der in Paris lebende Brasilianer Crispin do Amaral und die Deckengemälde sind ein Werk des italienischen Malers Domenico des Angelis. 700 Zuhörer finden auf den mit rotem Samt bezogenen Sitzen Platz, 198 Lüster hängen von den Decken und der Bühnenvorhang zeigt den Zusammenfluss von Rio Negro und Amazonas. Vor den Toren der Oper ließen die Bauherren gar spezielle Pflastersteine aus einer Sand Gummi Mischung verlegen, damit das Geklapper verspätet eintreffender Pferdekutschen den Musikgenuss nicht störte. Silvester 1896 wurde das Opernhaus eröffnet, erste Aufführung war am 07.01.1897 die Premiere der Oper "La Gioconda" von Amilcare Ponchielli. Doch nur zehn Jahre später fiel der letzte Vorhang. Das Gebäude verfiel, Klima und Termiten gaben ihr Bestes. Glücklicherweise begann Ende der achtziger Jahre die Renovierung des Tetro Amazonas, und im März 1990 sang Placido Domingo zur Neueröffnung. .......
Im Palacio Rio Negro befindet sich das Kulturzentrum der Stadt. Hier residierte einst der deutsche Kautschulbaron Waldemar Scholtz. Man sagt dem Exzentriker nach, dass er sich sogar Löwen in seinem Zuhause gehalten habe. Später war der Palast Sitz der Regierung. Seit 1997 ist er ein Ort der Muße mit einer Kunstgalerie und einem Bild- und Klangmuseum. .....
Im Palacio Rio Negro befindet sich das Kulturzentrum der Stadt. Hier residierte einst der deutsche Kautschulbaron Waldemar Scholtz. Man sagt dem Exzentriker nach, dass er sich sogar Löwen in seinem Zuhause gehalten habe. Später war der Palast Sitz der Regierung. Seit 1997 ist er ein Ort der Muße mit einer Kunstgalerie und einem Bild- und Klangmuseum. .....
Historischer Rückblick
Wie keine andere Stadt am Amazonas ist Manaus geprägt vom Wohl und Wehe des Jautschuk Booms. Er führte die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas zu unvorstellbarem Reichtum, der sich größenwahnsinnigen Prachtbauten manifestierte, und ebenso in trostlose Bedeutungslosigkeit. Doch von Anfang an: Um das Jahr 1542 hatte der Spanier Francisco de Orellana den Rio Negro bereits bis zur Mündung in den Amazonas erkundet. Doch dabei blieb es die nächsten 120 Jahre zunächst. Die Geschichte von Manaus beginnt mit einem kleinen portugiesischen Fort, das 1662 an der Mündung des Rio Negro errichtet wurde und den Namen "Forte de Sao Josè da Barra do Rio Negro" erhielt. Im Jahre 1787 zählte das kleine Dorf bereits 301 Einwohner. 1823 schloss sich das Kolonialgebiet Grao Parà und Rio Negro dem Kaiserreich Brasilien an. Stadtrechte erhielt Manaus am 24.10.1848. Dieses Datum gilt als offizieller Gründungstag der Stadt am Amazonas. Damals lautete ihr Name allerdings noch "Cidade da Barrado Rio Negro". Der heutige Name Manaus leitet sich vom Indianerstamm der Manaòs ab, was so viel heißt wie "Mutter Gottes".
Für die korrekte Geschichtsschreibung müsste jedoch vielleicht noch ein weiteres wichtiges Datum Erwähnung finden, das als zweiter Geburtstag der Stadt gefeiert werden könnte. Allerdings in den USA. Denn dort entdeckte Charles Goodyear 1839 das Verfahren der Vulkanisation, das enorme Auswirkungen auf die Amazonasregion haben sollte. Damit war es möglich, Kautschuk elastisch zu machen und ihn auf unterschiedlichste Weise zu nutzen, etwa für wasserdichte Regenmäntel und Schuhe aus Gummi. Ein neuer Industriezweig war geboren. Der Rohstoff Kautschuk war gefragt wie nie zuvor. Der "hevea brasiliensis", der brasilianische Gummibaum, wurde zum wichtigsten Baum der industriellen Welt. Und diesen gab es bis dato nur in Brasilien. Der Aufschwung Manaus' konnte beginnen. Die Kautschukbarone häuften im 19. Jahrhundert einen ungeheuren Reichtum an. Manaus galt 1890 als die Stadt in Brasilien, die am weitesten entwickelt war. Es avancierte zum "Paris der Tropen". Hier gab es elektrisches Licht sowie Wasser- und Abwassersysteme. 35 Meter breite Prachtstraßen wurden angelegt, und 1899 ging mitten im Dschungel die erste elektrische Straßenbahn Brasiliens in Betrieb. So rasant der Aufstieg kam, so schnell ging es auch wieder abwärts. Schuld daran ist der Engländer Henry Alexander Wickham. Er schmuggelte im Auftrag ihrer Majestät 70.000 Kautschuksamen nach London, wo in Gewächshäusern Gummibäume herangezüchtet wurden. 2.000 dieser kleinen Bäumchen wurden schließlich auf den Weg nach Malaysia geschickt, wo acht von ihnen heil ankamen und den Grundstock für neue Kautschukplantagen außerhalb Brasiliens bildeten. Das Monopol war gebrochen, der Gummipreis sank 1910 in den Keller, der Abstieg Manaus' war besiegelt. Die Prachtbauten verfielen, an edlen Fassaden machten sich Lianen breit und Termiten fraßen sich ins Holz des Opernhauses. Die Stadt versank 50 Jahre lang in Vergessenheit, bis 1967 eine Freihandelszone eingerichtet wurde, die neue Unternehmen anlocken sollte. Sie durften und dürfen Rohmaterial steuerfrei einführen, wenn sie in Manaus produzieren. Ein neuer Wirtschaftsboom setzte ein. Heute pulsiert in der achtgrößten Stadt Brasiliens wieder das Leben."
Für die korrekte Geschichtsschreibung müsste jedoch vielleicht noch ein weiteres wichtiges Datum Erwähnung finden, das als zweiter Geburtstag der Stadt gefeiert werden könnte. Allerdings in den USA. Denn dort entdeckte Charles Goodyear 1839 das Verfahren der Vulkanisation, das enorme Auswirkungen auf die Amazonasregion haben sollte. Damit war es möglich, Kautschuk elastisch zu machen und ihn auf unterschiedlichste Weise zu nutzen, etwa für wasserdichte Regenmäntel und Schuhe aus Gummi. Ein neuer Industriezweig war geboren. Der Rohstoff Kautschuk war gefragt wie nie zuvor. Der "hevea brasiliensis", der brasilianische Gummibaum, wurde zum wichtigsten Baum der industriellen Welt. Und diesen gab es bis dato nur in Brasilien. Der Aufschwung Manaus' konnte beginnen. Die Kautschukbarone häuften im 19. Jahrhundert einen ungeheuren Reichtum an. Manaus galt 1890 als die Stadt in Brasilien, die am weitesten entwickelt war. Es avancierte zum "Paris der Tropen". Hier gab es elektrisches Licht sowie Wasser- und Abwassersysteme. 35 Meter breite Prachtstraßen wurden angelegt, und 1899 ging mitten im Dschungel die erste elektrische Straßenbahn Brasiliens in Betrieb. So rasant der Aufstieg kam, so schnell ging es auch wieder abwärts. Schuld daran ist der Engländer Henry Alexander Wickham. Er schmuggelte im Auftrag ihrer Majestät 70.000 Kautschuksamen nach London, wo in Gewächshäusern Gummibäume herangezüchtet wurden. 2.000 dieser kleinen Bäumchen wurden schließlich auf den Weg nach Malaysia geschickt, wo acht von ihnen heil ankamen und den Grundstock für neue Kautschukplantagen außerhalb Brasiliens bildeten. Das Monopol war gebrochen, der Gummipreis sank 1910 in den Keller, der Abstieg Manaus' war besiegelt. Die Prachtbauten verfielen, an edlen Fassaden machten sich Lianen breit und Termiten fraßen sich ins Holz des Opernhauses. Die Stadt versank 50 Jahre lang in Vergessenheit, bis 1967 eine Freihandelszone eingerichtet wurde, die neue Unternehmen anlocken sollte. Sie durften und dürfen Rohmaterial steuerfrei einführen, wenn sie in Manaus produzieren. Ein neuer Wirtschaftsboom setzte ein. Heute pulsiert in der achtgrößten Stadt Brasiliens wieder das Leben."
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