In der vorbezeichneten Börsenwoche verlor der DAX 1, 5 Prozent. Allgemeine Nachrichten und Nachrichten aus börsennotierten Unternehmen wirkten sich auf den Index aus.
Zwei allgemeine Nachrichten spielten eine Rolle. Der IFO - Geschäftsklimaindex ging deutlich zurück, nachdem er sechsmal hintereinander gestiegen war. Die asiatischen Exporterfolge ließen den Geschäftsklimaindex nicht mehr steigen. Die Spannungen im Euroraum beeinflussen die Stimmung der deutschen Wirtschaft.
Griechische Umfrageergebnisse prognostizieren bei der Parlamentswahl am 17.06.12 einen Wahlsieg des Links - Bündnisses mit rund 30 Prozent. Sollte diese Prognose eintreten, dürfte Griechenland nicht mehr in der Eurozone zu halten sein. Es käme dann auch zu Spekulationen, welches andere Euroland das gleiche Schicksal erleiden könnte.
Nachrichten aus zwei Banken bestimmten die Börsenwoche. Auf der Hauptversammlung der Commerzbank griffen Aktionärsvertreter und normale Aktionäre den Vorstandsvorsitzenden Blessing an, weil die Vorstände der Bank wieder ihre normalen Gehälter trotz eines Wertverlustes von 70 Prozent 2011 und einer voraussichtlichen Dividendenzahlung 2013 erhalten.
Am Donnerstag, dem 31.05.12, findet die Hauptversammlung der Deutschen Bank statt. An diesem Tag endet die Vorstandstätigkeit von Josef Ackermenn. Aktionärsverteter wollen dem Aufsichtsrat die Entlastung verweigern, weil die Suche nach einem Nachfolger von Josef Ackermann ungeschickt verlaufen ist. Anshu Jain und Jürgen Fitschen können mit Kritik rechnen, weil es Gerüchte gibt, dass sie die DWS angewiesen hätten, große Teile des Wertpapierhandels über London abzuwickeln. Der deutsche Markt könnte für die Deutsche Bank weniger wichtig werden. Dafür spricht der Weggang von Thomas Mayer, dem Chefvolkswirt der Bank, weil sein Nachfolger ein enger Vertrauter von Jain ist, der ursprünglich in London tätig war.
Bei einem überverkauften Markt und einem Indexrückgang von fast 1000 Punkten in zwei Monaten dürfte eine Erholung des DAX wahrscheinlich sein. Sie dürfte zwischen 6550 und 6700 Punkten liegen. In dieser Zone entscheidet sich, ob der Index auf 5915 oder 5715 Punkte fällt oder weiter steigt bis 6875 Punkte.
In der oben genannten Börsenwoche sank der MDAX 1, 0 Prozent. Trotz robuster Konjunktur im ersten Quartal 2012 wird die Wirtschaft im zweiten Quartal langsamer wachsen. Im März 2012 und wahrschein auch in den folgenden Monaten April und Mai werden die Auftragseingänge im Maschinenbau zurückgehen (im März - 4 %). Das abflauende chinesische Wirtschaftswachstum lässt einen Rückgang der Pkw - Nachfrage mit negativen Folgen für die Autozulieferer befürchten. Für den MDAX ist das kein gutes Umfeld. Ließ die starke deutsche Wirtschaft den Index stärker als den DAX steigen, kann dieser Vorteil bei einer Konjunkturabkühlung schwinden. Bei einem Rückgang unter 10000 Punkte gäbe es ein mittelfristiges Verkaufssignal. Ein Rückgang auf zwischen 9700 und 9500 Punkten ist dann nicht ausgeschlossen.
Gegen den Trend gewann der SMI in Zürich in der Börsenwoche vom 21. - 25.05.12 1, 09 Prozent und setzte seine Verluste aus den vorausgegangenen Wochen nicht fort. Ein "Grexit", ein Ausscheiden von Griechenland aus dem Euroraum, wird wahrscheinlich. Bei der EU - Kommission in Brüssel, der Europäischen Zentralbank in Frankfurt und der Interimsregierung in Athen laufen hinter den Kulissen Vorbereitungen für den Ernstfall. Mitte der Woche äußerte sich der frühere Ministerpräsident Papademos zu den Austrittsvorbereitungen, schränkte seine Äußerungen später ein.
Bundeskanzlerin Merkel weigert sich nach wie vor, sich an Eurobonds zu beteiligen, weil Deutschland und einige wenige andere Länder bei einer Vertiefung der Schuldenkrise zahlen müssten.
In der vorgenannten Börsenwoche verlor der Euro im Verhältnis zum Dollar 0, 6 Prozent an Wert. Seit Anfang Mai 2012 ist der Wechselkurs deutlich gefallen, weil die Anleger ihr Geld aus dem Euroraum abziehen.
Die Renditen zehnjähriger Bundes- und US - amerikanischer Staatsanleihen fielen 0, 06 und 0, 03 Prozent.
Der Bund Future erreichte ein neues Hoch.
Gewinner / Verlierer
- LEONI AG + 4, 42 %
- Deutsche Bank + 3, 38 %
- Allianz SE + 1, 20 %
- Nestlè + 0, 46 %
- Roche GS + 0, 20 %
- Adidas - 0, 27 %
- Commerzbank - 0, 36 %
- SAP - 0, 80 %
- ThyssenKrupp - 5, 05 %
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