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Donnerstag, 3. März 2011

Nachtgedanken

Jede Generation ist mit der vorangegangenen verbunden. Kinder sind mit ihren Eltern verbunden. Ob ihnen das gefällt, spielt dabei keine Rolle. Das Verhältnis zu meinen Eltern war sehr wenig angenehm. Meine Eltern waren wohlhabend und haben mir nach ihrem Tod ein Vermögen hinterlassen. Gleichwohl war das Verhältnis sehr angespannt, weil sich bei meinen Eltern die politischen Verwerfungen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert gespiegelt haben. Mein Vater ist 1915 und meine Mutter 1020 geboren. Ihre prägenden Jahre fielen in die Weimarer Republik. Sie wurden autoritär erzogen. KInder fragten die Erwachsenen nicht, welche Bedürfnisse und welche Wünsche sie hatten. Das ging zum Teil nicht, weil die finanziellen Verhältnisse es nicht zuließen. So war es bei meinen Eltern. Als mein Vater sein Abitur machte und anschließend studierte und meine Mutter ihre Lehre als Kontoristin machte, behann die Zeit des Nationalsozialismus. Um studieren zu können, musste man Mitglied der SA werden, auch wenn man kein Nationalsozialist war. Wer das nicht wollte, musste seinen Studienwunsch begraben. Mein Vater wurde gezwungenermaßen Mitglied der SA, ohne sich an irhendwelchen Vernanstaltungen zu beteiligen. Er schloss sein Studium ab, promovierte und wurde zu, 01.09.1939 als Wehrpflichtiger einberufen. Er blieb bis zum 08.05.1945 Soldat und wurde von den Briten interniert. Nach dem Krieg wurde er Referendar, machte sein großes Staatsexamen und ließ sich als Rechtsanwalt nieder. Meine Mutter arbeitete als Kontoristin, bis sie nach ihrer Heirat nach Kriegsende ihren Beruf aufgab und Gausfrau wurde. Beide zeichneten sich dadurch aus, dass sie ihre persönlichen Ziele rücksichtslos verfolgten. Die Wünsche und Bedürfnisse anderer Leute spielten keine Rolle. Der Lieblingsspruch meiner Mutter lautete: "Da wirst Du gar nicht gefragt." Der  starke durchsetzungsfähige Führer war in der Politik gefragt. Meine Meinung als Heranwachsender war nicht gefragt. In einer solchen Atmospgäre waren meine KIndheit und Jugend trotz materiellem Wohlstand frezdlos. Erst als ich wägrend meiner Studentenzeit mein Elternhaus verließ, konnte ich mich entfalten. Seit dieser Zeit hielt ich meine Eltern auf Distanz. Das Zusammenleben von Generationen funktioniert nur, wenn sich die zusammenlebenden Personen gegenseitig respektieren. Rücksichtslosigkeit schadet nur. Ich habe beim Tod meiner Eltern keine Trauer empfinden können. Nach ihrem Tod habe ich Erleichterung empfunden, nicht mehr an sie gebunden zu sein. Meine Frau und ich wollten keine Kinder, weil wir ihnen eine ähnliche Kindheit, wie wir sie b eide erlebt haben, ersparen wollten. Dieses Thema beschäftigt mich immer noch, weil mich das Verhalten meiner Eltern tieg verletzt hat. Gelegentlich kommen solche Gedanken hoch. Ich weiß, dass die meisten Leute von ihren Kindern Dankbarkeit, Liebe und Anerkennung erwarten. Das kann ich nicht empginden, weil mich meine Eltern immer unterdrückt haben. Unterdrückung ist ein sehr schmerzhaftes Gefühl. Es dauert sehr lange, bis sich dieses fefühl verliert.

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