Mit Jahresbeginn 1944 wurde Erwin Rommel Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire. Ab dem 21.01.1944 bis April 1944 bombardierte die deutsche Luftwaffe wieder London.
Während die Alliierten Versorgungsmaterial ansammelten, verstärkte die Wehrmacht die Küstenbefestigungen am Atlantikwall.
Am 06.06.1944 erfolgte die Landung der Alliierten in der Normandie. Der britische Generalleutnant Sir Frederick E, Morgan hatte den Plan für Operation Overlorrd, fußend auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen, in seiner endgültigen Fassung ausgearbeitet. Nach dem Plan sollten vier Armeen landen und dann schnell ins Landesinnere vorstoßen. Die Wehrmacht war schlecht auf die Invasion vorbereitet. Der deutsche Planungsstab und Hitler vermuteten die Landung immer im Pas - de - Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Im Gebiet von Calvados, wo die Alliierten tatsächlich landeten, befanden sich stellenweise nur einige Meter Stacheldraht und einige MG - Nester, während die Wehrmacht sonst die Normandieküste schwer befestigt hatte. Das Invasionsgebiet teilte sich in fünf Landungsabschnitte mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch / kanadische Landungsabschnitte) sowie Utah und Omaha (amerikanische Landungsabschnitte). Aus der Luft und von See erfolgte eine planmäßige Bombardierung der Küste. Bei Omaha trafen die Bomben nicht die erste deutsche Linie, so dass die Wehrmacht, die dort zufällig eine zweite Division stationiert hatte, der ersten amerikanischen Invasionswelle schwere Verluste zufügte.
Im sogenannten D - Day während der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, kamen 6.700 Schiffe und 13.000 Flugzeuge zum Einsatz. Die 82. und 101. amerikanische Luftlandedivision flogen am frühen Morgen des 06.06.1944 zu ihren Einsätzen im Hinterland. Sie verfehlten die vorgesehenen Absprungzonen wegen Navigationsfehlern und überraschend starkem deutschem Flakfeuer, so dass sich die Fallschirmjäger über weite Teile der Halbinsel Cotentin verteilten.
Trotz ihrer gewaltigen Kräfte kamen die Alliierten stellenweise nur langsam voran. Die Wehrmacht konnte wegen der alliierten Luftüberlegenheit und der zerstörten Bahngleise nicht schnellstmöglich zusätzliche Einheiten in die Normandie verlegen. Der Festungskommandant Karl - Wilhelm von Schlieben gab am 26.06.1944 nach starkem amerikanischem Artilleriebeschuss und heftigen Straßenkämpfen Cherbourg im Norden der Cotentin - Halbinsel auf.
Die alliierten Truppen der Briten und Kanadier konnten nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe am 19.07.1944 Caen an der Ostseite des Normandie - Brückenkopfes einnehmen.
Am 13.08.1944 erfolgte eine zweite Invasion an der Cote d'Azur zwischen Toulon und Cannes (Operation Dragoon, auch bekannt unter Anvil). An der Landung beteiligten sich 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1.370 Landungsboote sowie ungefähr 5.000 Flugzeuge. Die Angriffstruppen bestanden aus drei amerikanischen Divisionen. Die Franzosen und Amerikaner stießen ohne entscheidenden Widerstand zügig in das Landesinnere vor.
Die Amerikaner brachen am 25.07.1944 aus ihrem Brückenkopf - Sektor in der Normandie aus. In der Folge kam es im Westen zur Abschnürung der Cotentin - Halbinsel bis nach Avranches. Amerikanische Einheiten brachen im Osten bei Saint - Lo nach anfänglicher Verzögerung durch die Front der Wehrmacht durch. Am 06.08.1944 begann die Wehrmacht unter dem Kommando des Oberbefehlshabers West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, einen Gegenangriff bei Mortain (Unternehmen Lüttich), diese Attacke stoppte nach zwei Tagen, was schließlich mit Hilfe der nördlich kämpfenden Briten und Kanadier im Kessel von Falaise endete.
Am 25.08.1944 erfolgte die Befreiung von Paris. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz ergab sich mit seinen Truppen kampflos. Die Alliierten konnten durch ihre enorme Materialfülle und ihre absolute Luftherrschaft Truppenansammlungen der Wehrmacht zu jeder Zeit zerschlagen und drangen in der Folgezeit zügig vor. Sie überdehnten bei ihrem schnellen Vorstoß zum Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (Red Ball Express) konnten sie den in großen Mengen benötigten Treibstoff bereitstellen. Am 03.09.1944 nahmen sie Brüssel und am 04.09.1944 Antwerpen ein. Das II. SS - Panzerkorps brachte bei der Luftlandeoperation Market Garden den Briten und Amerikanern in Arnheim eine schwere Niederlage bei.
Nach dem Verlust der Atlantikhäfen am Ärmelkanal und in der Bretagne erolgten deutsche U - Boot - Angriffs aus Norwegen. Bis zum 01.09.1944 kam es von Abschussrampen aus Nordfrankreich zu Raketen Angriffen der Wehrmacht (V1, V2) auf London. Das Projekt "Friesenwall" verfolgte das Ziel, das direkte Eindringen der Alliierten an der deutschen Nordseeküste zu verhindern. Der "Friesenwall" war nicht fertig.
Am 21.10.1944 nahmen die Alliierten nach heftigen Kämpfen Aachen als erste deutsche Stadt ein. Am 22.11.1944 kamen amerikanische Streitkärfte zu den Festungen Metz und Straßburg. Im Dezember 1944 erfolgte die Ardennenoffensive der Wehrmacht mit dem Ziel, die Oberhand im Westen zurückzugewinnen, die Linien der Alliierten zu spalten, in breiter Front nach Belgien vorzustoßen und den alliierten Nachschubhafen Antwerpen zu besetzen. Die Ardennenoffensive schlug fehl. Mit ihr verbrauchte die Wehrmacht ihre letzten Offensivreserven.
In der Nacht vom 16. auf den 17.04.1945 zerstörten französische Truppen unter dem Kommando von General Jean de Lattre de Tassigny und der Führung von Major Christian Marie de Castries mit amerikanischer Luftunterstützung die im Schwarzwald zentral gelegene Stadt Freudenstadt und deren Zentrum beinahe vollständig. Die Franzosen zogen weiter in Richtung Rottweil und Stuttgart.
Alliierte Truppen kamen am 07.03.1945 an die unzerstörte Rheinbrücke von Remagen, errichteten Brückenköpfe auf rechtsrheinischem Gebiet und kreisten das Ruhrgebiet ein. Sie schlossen die Heeresgruppe B unter Feldmarschall Model am 01.04.1945 im Ruhrkessel ein. Die Heeresgruppe B kapitulierte am 18.04.1945. Am gleichen Tag nahmen amerikanische Truppen Magdeburg und am 19.04.1945 Leipzig ein.
Am 25.04.1945 trafen amerikanische und sowjetische in Torgau an der Elbe zusammen. Der Einflussbereich der Deutschen zerfiel in zwei Teile. Am 26.04.1945 nahmen die briten Bremen ein und drangen weiter nach Nordosten vor. Rasch eroberten sie Lübeck (02.05.1945) und Hamburg (03.05.1945), während britisch - kanadische Truppen in Wismar eindrangen. Der Vorstoß aus dem raum Hagenow hatte vermutlich das Ziel, die Rote Armee daran zu hindern, bis Schleswig - Holstein vorzustoßen.
Die in Holland eingekesselten Truppen der Wehrmacht unter dem Kommando von Generaloberst Blaskowitz ergaben sich am 05.05.1945. Während britische Einheiten Norddeutschland eroberten, drangen die Amerikaner nach Süden vor und nahmen am 30.04.1945 München ein. Die französische Armee nahm am 22.04.1945 Stuttagrt ein und zog weiter nach Vorarlberg. Die Amerikaner trafen am Brennerpass am 03.05.1945 mit ihren Landsleuten zusammen, die Oberitalien besetzt hatten.
Die Amerikaner eroberten am 19.04.1945 Bologna. Am 23.04.1945 floh Benito Mussolini vor den Alliierten aus Salò. Die Eroberung Genuas erfolgte am 27.04.1945. Am 28.04.1945 fingen italienische Partisanen in Dongo Benito Mussolini und erschossen ihn. Die Wehrmacht ergab sich am 03.05.1945 in Italien, am gleichen Tage drng die britische Armee in Triest ein.
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