Jetztn ist der Moment gekommen, an dem ich an meinem Tagebuch schreibe. Nun sitze ich vor meinem Computerbildschirm und überlege, was soll ich schreiben. Jedes Mal den Tagesablauf aufzuzeichnen, wirkt auf die Dauer langweilig. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier; es wiederholen sich die Tätigkeiten. Ich lese in einem Buch oder in einer Zeitschrift weiter. Dann habe ich irgendwann einmal ausgelesen. Ich fange ein neues Buch oder eine neue Zeitschrift an. Eine Aufzählung von Titeln von gelesenen Büchern oder Zeitschriften interessiert auf Dauer niemanden. Ob meine persönlichen Erlebnisse für meine Lebenszeit exemplarisch sind, weiß ich nicht. Ich frue mich meines Lebens, solange ich gesund bin. Früher habe ich akribisch genau aufgezeichnet, was ich am Tag für Gedanken hatte. Ich war davon überzeugt, später einmal in meinen Tagebüchern zu lesen. Was ist daraus geworden ? Nichts, ich sammele zwar heute noch meine alten tagebücher, aber ich lese sie kaum. Wozu auch ? Bislang habe ich nicht die Absicht, eine Autobiographie zu schreiben. Dafür bin ich zu bedeutungslos. Keute wie mich gibt es zu Hunderten, Tausenden und Millionen. Welchen Wert ich habe, darüber mache ich mir heute keine Illusionen mehr. Mit Bescheidenheit und Freundlichkeit fühle ich mich wohl. Ich denke, so sollte es bleiben. Das ist der Vorzug des Alters und des Rentnerdaseins, das Leben gelassen und in Ruhe genießne zu können. Dann kann man auch die Schwächen anderer Menschen gut ertragen. Bissigkeit und Unduldsamkeit schaden nur.
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