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Donnerstag, 6. Oktober 2011

CFB Nr. 156 TS "BRITTA"

Im vorbezeichneten geschlossenen Schiffsfond findet das schriftliche Beschlussverfahren statt. Es gibt die üblichen Tagesordnungspunkte.
Im Geschäftsbericht 2010 heißt es: In den ersten drei Quartalen 2010  fuhr die "Al Safliya" je einmal von Ras Laffan, Qatar, zum LNG Terminal Chita, Japan, und wieder zurück. Im letzten Quartal ging es von Ras Laffan  nach Hazira, Indien, und dann von Ras Laffan nach Milford Haven, Großbritannien. Am Ende des Jahres 2010 ankerte das Schiff vor Fujairah, Vereinigte Arabische Emirate.
Durch den Festchartervertrag erhielt die Gesellschaft auch während der Liegezeit die vereinbarten Charterraten. Wegen der geringeren Auslastung verbrauchte das Schiff weniger Schmieröl als geplant. Bei den Be- und Entladungen sowie auf den Reisem kam es zu keinen Zwischenfällen.
Im April 2010 erfolgte ein Drydockingaufenthalt in Dubai. Die Hafenbehörde in Milford Haven wünschte den Einbau eines zusätzlichen Schalldämpfers, um die Schallemissionen beim Entladevorgang zu senken. Gleichzeitig kam es zu einem Austausch von diversen defekten Seewasserventilen, hervorgerufen durch Qualitätsprobleme.
2010 gab es keine Abzüge bei den Chartereinnahmen.
Der Charterer setzte das LNG Schiff wie in den vergangenen Jahren in Europa und Asien ein und rechnet 2011 mit weiter verkürzten Liegezeiten im Vergleich zu 2010. Die Dauer der Liegezeiten nimmt grundsätzlich ab, aber Liegezeiten treten weiter auf. Die Beteiligungsgesellschaft erhält nach dem abgeschlossenen langfristigen Chartervertrag feste Charterraten unabhängig von Liegezeiten, transportierter Menge an LNG und erzieltem Preis pro Ladung.
Innerhalb von zwei Jahren stieg die Gasverflüssigungskapazität in Qatar von 30 auf 77 Millionen Tonnen LNG. Die Kapazitätserhöhung ist eine Folge der Inbetriebnahme der letzten Gasverflüssigungsanlage, des sog. "Qatargas 4 Trains 7". In Ras Laffan arbeiten insgesamt 14 Gasverflüssigungsanlagen, davon 6 sog. Super Trains mit einer Kapazität von je 7, 8 Millionen Tonnen LNG pro Jahr. Qatar ist weltgrößter Exporteur von LNG vor Malaysia.
77 Millionen Tonnen LNG pro Jahr sind 1.171.029 GWp.a. (Gigawattstunden pro Jahr). Diese Menge verbraucht die Welt in 13 Tagen, die Europäische Union in 84 Tagen und Großbritannien in 423 Tagen. Die Schiffsflotte hat 45 LNG Tanker zum Transport des Flüssiggases aus Qatar in die Importländer, davon 31 Schiffe in der Größenklasse Q Flex wie die "BRITTA" mit einer Transportkapazität von rund 210.000 Kubikmetern, die restlichen 14 in der Größenklasse Q Max mit einem Fassungsvermögen von 265.000 Kubikmetern.
Die Schiffsbetriebskosten lagen im Geschäftsjahr 2010 etwa 11 Prozent über dem prospektierten Niveau. Innerhalb der Betriebskosten kam es zu größeren Abweichungen. Wegen der nur begrenzt verfügbaren Personalresourcen für LNG Schiffe sind die Personalkosten wie im Vorjahr höher als geplant. Die Heuer für die Seeleute war mit 636.000 USD nur noch geringfügig höher als im Vorjahr. Der moderate Ölpreis zusammen mit dem niedrigen Schmierölverbrauch verursachte Betriebskosteneinsparungen von 237.000 USD. Die Verbrauchsgüter, die Erhaltungs- und Reparaturkosten wichen geringfügig von der Planung ab. Durch Prämienerstattungen der Schiffshaftpflichtversicherungen  sanken die Versicherungskosten um ca. 86.000 USD gegenüber der Planung. Die unter der Position Verschiedenes zusammengefassten Kosten waren 2010 mit ca. 100.000 USD höher als geplant. 2010 waren die Betriebskosten des Bereederers 423.000 USD höher als die Prospektkalkulation.
In den kommenden zwei bis drei Betriebsjahren werden wegen der weiterhin hohen Personalkosten und einer vollen Auslastung des Schiffes die Betriebskosten höher als kalkuliert sein. Diese Entwicklung kann sich auf die Liquidität der Gesellschaft auswirken.
Der Bereederer erfüllte die ihm übertragenen Aufgaben vertragsgemäß.
Die Tankschiffahrt hängt wie alle Schiffahrtsmärkte von der Weltwirtschaftskonjunktur, der weltweiten Industrieproduktion und vom Welthandel ab. In den vergangenen 20 Jahren lag das durchschnittliche jährliche Weltwirtschaftswachstum bei ca. 3, 7 Prozent.
2010 erholte sich die Weltwirtschaft von der schweren Wirtschaftskrise. Dazu trug insbesondere der asiatische Raum bei.
Führende Wirtschaftsinstitute prognostizierten für 2010 ein reales Weltwirtschaftswachstum von 5, 0 Prozent, für 2011 4, 4 Prozent und für 2012 4, 5 Prozent.
Der Boom in den asiatischen und südamerikanischen Schwellenländern ließ den Welthandel unerwartet schnell von der Wirtschafts- und Finanzkrise erholen. Trotzdem verschoben die Reeder Neubauablieferungen und verschrotteten ältere Schiffe früher als geplant.
Der allgemeine Ausblick für den LNG Handel bleibt positiv.

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