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Samstag, 18. Juni 2011

Argentinien: Landwirtschaftlicher Notstand

Gestern hatte ich über die Aschewolken des chilenischen Vulkans Puyehue und ihre Auswirkungen auf den argentinischen Luftverkehr und das Skigebiet berichtet. Auch die argentinische Landwirtschaft, insbesondere in Patagonien, ist davon betroffen.
Die teilweise 10 bis 15 cm dicke Ascheschicht hat den argentinischen Landwirtschaftsminieter veranlaßt, für drei Provinzen den landwirtschaftlichen Notstand auszurufen. Für eine Million Schafe bestehe Lebensgefahr nach einer Warnung des argentinischen Bauernverbandes Sociedad Rural Argentina. Das entspricht einem Zwölftel des Schafbestandes.
Nach Angaben des Sprechers des Verbandes in Patagonien ist die Situation chaotisch. Im Fell der patagonischen Schafe, bekannt für ihre ausgezeichnete Wollqualität, befinden sich zwei bis drei Kilo Asche. Bei Regen verwandelt sich die Asche in Zement. Die Tiere können nicht mehr laufen, legen sich hin und sterben.
Ein patagonisches Schaf liefert durchschnittlich vier Kilogramm Wolle. Argentinien exportiert die Wolle vor allem nach Deutschland. Die Schafe werden im September geschoren. Doch dieses Jahr wird das wegen der Asche kaum möglich sein.
Der Verband fordert Futtermittel und anschließend Subventionen. Die argentinische Regierung hat bereits 5, 7 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt und Experten nach Patagonien geschickt.
Der Bauernverband rechnet 2011 mit einem Verlust von 40 Mio. Dollar an Wolle und weiteren 40 Mio. Dollar an Lammsteaks. Nach Ansicht eines Vulkanexperten der Universität Erölangen handelt es sich bei den Aschewolken um einen kurzfristigen und lokal begrenzten Effekt. Er kann sogar die Fruchtbarkeit der Böden erhöhen. Daher kann 2012 die Lage besser als 2011 sein.

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