Argentinier haben 2011 rund 18, 3 Mrd. Dollar aus Peso Anlagen abgezogen. Bei einer Fortsetzung des Liquiditätsschwundes droht der argentinischen Wirtschaft eine Rezession.
Am ersten Tag nach der Wiederwahl der argentinischen Präsidentin entsandte die Regierung Finanz- und Polizeibeamte in Banken und Wechselstuben, um den Geldabfluss zu stoppen. Verschärfte Kontrollen der Zentralbank und Kontrollen durch die Steuer- und Anti Geldwäschebehörden dienen dazu, den Einsatz von Strohmännern zu verhindern, um bisher geltende Höchstgrenzen beim Erwerb von Devisen zu umgehen.
Daneben führte die Regierung beim Devisenkauf eine Melde- und Genehmigungspflicht ein. Devisenkäufe müssen ab sofort online bei der Steuerbehörde AFIP gemeldet werde. Devisenkäufe ohne einen bestimmten Zweck wie Importgeschäfte oder Zinszahlungen sind vorab genehmigungspflichtig. Die offizielle Begründung für diese Maßnahmen lautet, es soll die Steuerhinterziehung und die Geldwäsche bekämpft werden.
Die argentinische Zentralbank hat seit Beginn 2011 10 Prozent ihrer Devisenreserven eingesetzt, um den Peso zu stützen. Die Zentralbanker befürchten bei einer weiteren Abwertung des Peso einen beschleunigten Anstieg der Inflationsrate. Offiziell beträgt sie 10 Prozent - nach anderen Angaben 24 Prozent.
Zur Erhöhung des heimischen Devisenangebots müssen Mineralöl- und Bergbaukonzerne künftig ihre Exportdollars bei der Zentralbank eintauschen und Versicherungen ihre Auslandsanlagen repatriieren.
In den ersten Tagen nach Einführung aller vorgenannten Maßnahmen gingen die Dollarverkäufe der Zentralbank in der Woche vom 31.10. - 04.11.11 auf einen Tagesdurchschnitt von 50 Mio. Dollar nach 160 Mio. Dollar in der Vorwoche zurück. Experten gehen allerdings nur von einem kurzfristigen Effekt aus, weil einerseits der Peso überteuert ist und andererseits mit dem Rückgang der Exportüberschüsse die Quelle für Devisen versiegt.
Die Regierung greift auf die Zentralbankreserven regelmäßig zurück, denn nach dem Staatsbankrott 2001 hat Argentinien noch keinen Zugang zu neuen Krediten. Staatshaushalt und Leistungsbilanz weisen erstmals nach vorangegangenen erfolgreichen Jahren keinen Überschuss auf. Deshalb raten Ökonomen der Regierung, den Peso moderat abwerten zu lassen.
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