Am Dienstag, den 09.08.11, zog der Euro aus der Entspannung am Anleihemarkt Nutzen. Nach Angaben von Devisenhändlern soll die Europäische Zentralbank (EZB) den zweiten Tag in Folge italienische und spanische Staatsanleihen angekauft haben. Diese Ankäufe ließen den Euro wieder über die Marke von 1, 42 Dollar steigen. Am späten Nachmittag kostete ein Euro 1, 4220 Dollar nach 1, 4179 Dollar im späten Montaggeschäft, den 08.08.11, in New York. Der Referenzkurs der EZB lag bei 1, 4267 (Montag: 1, 4225) Dollar.
Der Euro erreichte gegenüber dem Schweizer Franken ein neues Rekordtief von 1, 04791 Franken. Im Juni 2011 kostete der Euro noch mehr als 1, 30 Franken.
An den Anleihemärkten setze sich die uneinheitliche Tendenz fort. Die Kurse italienischer und spanischer Staatsanleihen gewannen und die Risikoaufschläge sanken. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihe senkte sich neun Basispunkte auf 5, 03 Prozent und die der italienischen um zehn Baispunkte auf 5, 16 Prozent. Ende vergangener Woche am 05.08.11 standen die Renditen beider Länder noch bei mehr als 6 Prozent.
Der Bund Future sank um 34 Stellen auf 132, 73 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg von 2, 262 Prozent auf 2, 351 Prozent.
Zum Schweizer Franken ist noch anzumerken: Nach den heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten suchen Anleger nach vergleichsweise sicheren Anlageformen. Dazu gehört vor allem der Schweizer Franken. Neben seiner Funktion als bewährtes Anlageziel in unsicheren Zeiten glänzt die Schweiz mit relativ guten Wirtschaftsdaten, unter anderem einem Schuldenstand von 53 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung und einem prognostizierten Wirtschaftswachstum um 2 Prozent in 2011. Wegen der deutlich höheren Kosten belastet der starke Franken die Schweizer Exportunternehmer. Ausländische Immobilienbesitzer mit Krediten in Schwizer Franken müssen mit deutlich höheren Kosten rechnen. In Ungarn, Kroatien, Polen und Rumänien erfreuten sich die Franken - Hypotheken vor der Finanzkrise großer Beliebtheit. Die Aufwertung des Franken in den vergangenen Tagen und Wochen sorgt bei den Banken vor allem in Ungarn für Kreditausfälle bei den Unternehmen, Privatkunden und Gemeinden, weil sie die monatlichen Raten für Zinsen und Tilgung nicht mehr aufbringen können.
Die Senkung der Leitzinsen durch die Schweizerische Nationalbank am Mittwoch, den 03.08.11, konnte die Aufwertung des Schweizer Franken nicht nachhaltig stoppen. Nach der Herabstufung der Bonitätsnote der Vereinigten Staaten und der Konzentration der Anleger auf die ungelösten europäischen Schuldenprobleme gibt es keine Alternativen zum Franken.
Zu den Renditen von Anleihen ist noch festzustellen: In zehn Tagen sanken die Renditen deutscher Bundesanleihen von 2, 8 Prozent auf 2, 3 Prozent in die Nähe ihres langjährigen Tiefs.
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