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Sonntag, 3. Juli 2011

Tagebuch vom 03.07.11

Die offene Nachfolge von Josej Ackermann bei der Deutschen Bank beschäftigt mich, weil es für mich als Aktionär wichtig ist, wer die Geschicke der größten deutschen Bank bestimmt. Die Deutsche Bank spielt auf den internationalen Finanzmärkten eine führende Rolle, insbesondere den Vereinigten Staaten und Asien. Wer nach Ajosef Ackermann die Bank führen wird, muss eine Persönlichkeit mit internationaler Ausstrahlung sein. Axel Weber wäre eine solche Persönlichkeit gewesen. Deshalb hat ihn Josef Ackermann auch favorisiert. Nach den Bestimmungen des AktG musste die Entscheidung durch Clemens Börsig erfolgen. Börsig selbst war aber daran interessiert, Ackermanns Nachfolger zu werden, und hat diesen Wunsch auch öffentlich gemacht. Ackermann hingegen wollte Börsig als Nachfolger verhindern und hat darauf gedrungen, seinen Vertrag bis 2013 zu verlängern. Die persönlichen Animositäten zwischen Ackermann und Börsig lähmen die Suche nach einem Nachfolger.
Ein florierendes Kerngeschäft der Deutschen Bank ist das Investmentbanking. Diese Sparte leitet  der Inder Anshu Jain mit großem Erfolg. Die Investmentbanker sind seine Hausmacht. Wegen der wirtschaftlichen Erfolge seiner Sparte genießt er innerhalb der Bank hohes Ansehen. Es soll ein bankinternes Schreiben mit einem Vorschlag, Jain als Nachfolger von Ackermann vorzuschlagen, existieren. Offiziell schweigt die Bank dazu.
Jain lebt bis jetzt nicht in Deutschland, sondern in London, weil dort das Investmentgeschäft der Deutschen Bank beheimatet ist. In London ist er gut vernetzt. Er verfügt über ein gutes internationales Ansehen. Sein Ansehen spricht für eine Nachfolge von Ackermann.
In Deutschland genießt die Deutsche Bank nicht den besten Ruf. Die Finanzkrise hat dazu beigetragen. Allerdings ist die Deutsche Bank das einzige international renommierte Finanzinstitut. Die wirtschaftliche Vernunft rät dazu, Jain als Nachfolger von Ackermann zu akzeptieren.
Die deutsche Presse ist gespalten. Die Süddeutsche Zeitung hält Jain nicht für vermittelbar, während die FRrankfurter Allgemeine Zeitung wegen ihrer profunden wirtschaftlichen Kenntnisse Jain für den geeigneten Nachfolger hält.
Die Deutsche Bank kann nicht mehr lange auf Zeit spielen. Ihre Führungsgremien müssen sich entscheiden. Diese Entscheidung muss gut vorbereitet sein. Sie sollte diskret erfolgen. Wenn die Entscheidung gefallen ist, ist sie der interessierten Öffentlichkeit zu vermitteln, auch wenn Kritik zu erwarten ist.

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