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Freitag, 7. Oktober 2011

Nestlè: Auf Shoppingtour

Nestlè Produkte gibt es in fast jedem Haushalt - Nescafè, Müvenpick Eis, Nesquik oder Smarties. Die vielen starken Markenprodukte garantieren konstante Wachtumsraten und eine Resistenz gegen Krisen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Währungseffekte, Preiserhöhungen von Rohstoffen und schwaches Verbrauchervertrauen in den Industrieländern. Die Bindung des Franken an den Euro verringert die Währungseffekte. Bei einem Stottern des Wirtschaftsmotors sinken die Preise für Kakao, Kaffee oder Zucker.
Nach den jüngsten Halbjahreszahlen lag das organische Wachstum - der um Akquisitionen und Währungseffekte bereinigte Umsatzzuwachs - bei 7, 5 Prozent. Diese Kennzahl übertrifft die Vorgabe des Managements von fünf bis sechs Prozent deutlich. Der Zuwachs kam aus den Emerging Markets mit einem Zuwachs von 13, 3 Prozent.
Nestlè will sein Engagement in den Schwellenländern zügig ausbauen und bis 2020 eine Milliarde zusätzlicher Konsumenten gewinnen. Geplant ist ein Beitrag von Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa zum Umsatz von 45 Prozent. Dazu sind Wachstumsraten von jährlich acht Prozent erforderlich. Auf Dauer sind deshalb Zukäufe notwendig.
Mit dem Kauf von Yinlu Foods im April 2011 und dem weiteren Kauf des Süßwarenherstellers Hsu Fu Chi im Juli 2011 erreichte Nestlè in China einen Umsatz rund 4, 2 Mrd. Franken. China ist jetzt fünftgrößter Absatzmarkt des Konzerns.
Nach dem Verkauf des Augenheilmittelherstellers Alcon an Novartis verügt Nestlè über 8, 05 Mrd. Franken liquider Mittel und hat eine niedrige Nettoverschuldung von 3, 8 Mrd. Franken.
Es ist möglich, dass Nestlè nach der Ankündigung von Pfizer, die Zukunft seines Nichtkerngeschäfts zu überdenken, Interesse am Erwerb von Pfizer Nutrition hat. Nestlè Nutrition hat eine Ebit Marge von 22, 1 Prozent. Pfizer Nutrition würde gut zu Nestlè wegen seiner starken Position  in Australien, Großbritannien und Lateinamerika. Der mögliche Kaufpreis würde zwischen 5 und 7 Mrd. Franken liegen.
Für viele Analysten ist Nestlè nach den vorstehenden Ausführungen ein Kauf.

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