Ich höre heute Hörbücher. Da waren zunächst die letzten Tondokumente zur deutschen Geschichte. Besonders bewegt hat mich eine Reportage am Tempelhofer Flughafen anläßlich der Luftbrücke von Berlin, als der Berliner Senat ein Denkmal zur Ehrung gefallaener Piloten einweihen ließ. Erschüttert hat mich eine Reportage des Rundfunkunks der untergegangenen DDR, als der Reporter versuchte, eine Blockade Berlins zu leugnen.
An diese historischen Aufnahmen schloss sich ein Kapitel aus Gustav Schwab "Die Sagen des klassischen Altertums" an, der Tod des Patroklos. Diese Lektüre aus meiner Jugendzeit gelesen zu hören war ein Erlebnis.
Dann kam eine Erzählung von Thomas Mann "Tonio Kröger". Hier geht es um Künstlertum und Bürgerlichkeit, insbesondere die Einsamkeit eines Künstlers, warum er sich anders als ein Bürgerlicher fühlt.
Zum Schluss, obwohl ich heute Abend noch nicht zu Ende gehört habe, erfolgte eine Kindheit in Berlin, die Autobiographie von Walter Benjamin, einem jüdischen Intellektuellen, der sich nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten umgebracht hat wie Stefan Zweig. Seine Sprachmächtigkeit und die Intensität seiner Schilderung sind beeindruckend.
Hörbücher sind eine Bereicherung, weil sie das Gehirn direkt und stark anregen.
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